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Beamte müssen iPhones abgeben

Von Mischa Aebi. Aktualisiert am 14.07.2010 21 Kommentare

Schluss mit iPhones: In der ganzen Bundesverwaltung dürfen keine neuen mehr eingeführt werden. Mindestens in einer Abteilung wurden die Geräte von Apple sogar eingesammelt. Ein IT-Experte findet das Ansinnen widersinnig.

Schluss mit iPhones für Beamte: Rund 120 Angestellte des Generalsekretariats des Finanzdepartements mussten ihre iPhones abgeben.

Schluss mit iPhones für Beamte: Rund 120 Angestellte des Generalsekretariats des Finanzdepartements mussten ihre iPhones abgeben.
Bild: Keystone

Neue Sicherheitslücken

Smartphones wie das iPhone sind nichts anderes als Minicomputer mit drahtloser Internetverbindung. Sie sind also denselben Risiken ausgesetzt wie PCs und damit ebenso anfällig für Viren, Würmer und Trojaner. Ist das Gerät nicht mit einer Antivirensoftware geschützt, besteht die Gefahr, dass zum Beispiel beim Synchronisieren schädigende Software ins PC-Netz eingeschleust wird. Handys können auch gehackt werden. Zudem sei das Abhören von Handys möglich, und dies nicht nur für spezialisierte Unternehmen oder Staatsdienste, warnt Defcon Switzerland. Der nichtkommerzielle Verein zur Förderung des technologischen Wissenstransfers im Bereich der Informatiksicherheit führt im November eine international bestückte Konferenz in Luzern zur IT-Sicherheit durch.

Auch bei den Bundesangestellten ist das iPhone ein Renner. 680 Mitarbeiter haben bei ihrem Arbeitgeber bereits eines bezogen, weil sie beruflich auf ein multifunktionales Mobiltelefon angewiesen sind. Die Nachfrage nach den praktischen und ästhetischen Geräten von Apple ist bei Bundesangestellten stark steigend.

Keine neuen iPhones mehr

Doch jetzt ist Schluss: Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat entschieden, dass ab sofort in der ganzen Bundesverwaltung bis auf weiteres keine iPhones mehr bestellt und eingeführt werden dürfen. Das Bundesamt für Informatik wurde zudem explizit angewiesen, keine neuen Aufträge zur Synchronisierung von iPhones mit den EDV-Anlagen des Bundes anzunehmen. Das mobile Gerät von Apple kommt deshalb für all jene Bundesangestellte, die ein multifunktionales Handy für ihre Arbeit brauchen, nicht mehr in Frage. EFD-Sprecher Roland Meier bestätigt Recherchen dieser Zeitung. Bis auf weiteres können Bundesangestellte nur noch Smartphones anderer Marken bestellen und mit der EDV des Bundes verbinden.

iPhones eingesammelt

Noch enger sieht man es im Generalsekretariat des Finanzdepartements, wo rund 120 Angestellte arbeiten. Dort müssen sich all jene, die sich bereits an die Vorteile des iPhone gewöhnt haben, nun wieder umgewöhnen. Letzte Woche wurden sie aus heiterem Himmel aufgefordert, ihr Gerät abzugeben. Diesen Befehl habe man aus Sicherheits- und Kostengründen erteilt, sagt EFD-Sprecher Meier. Eine Kostenfrage sei dies, weil für den Einsatz von iPhones eine weitere mobile Plattform betrieben werden müsse.

Vorschriften des Bundes

Warum stoppt der Bund nur iPhones und nicht auch multifunktionale Mobiltelefone anderer Marken? Peter Fischer, Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes und damit höchster Informatiker der Bundesverwaltung, holt etwas umständlich aus: Es gebe in der Bundesverwaltung Vorgaben zum Einsatz von multifunktionalen Mobiltelefonen. Diese erlauben laut Fischer den Einsatz von iPhones eigentlich nicht. Dennoch habe der Bund in letzter Zeit einigen Bundesangestellten iPhones abgegeben und für diese auch eine Synchronisation mit der Infrastruktur des Bundes zugelassen.

Der Bundesrat werde im Herbst entscheiden, welche Bedingungen für den Einsatz von multifunktionalen Handys in Zukunft für Bundesangestellte gelten. Weil noch nicht klar sei, wie dieser entscheidet, würden jetzt nur noch Smartphones abgegeben, die den heutigen Vorgaben des Bundes entsprechen.

«Verbot ist sinnlos»

Das Ansinnen, iPhones aus Sicherheitsgründen aus der Verwaltung zu verbannen, ist für den Computer-Sicherheitsexperten Nicolas Mayencourt lächerlich: «Das würde genau das Gegenteil bewirken», sagt Mayencourt, Geschäftsführer der internationalen IT-Sicherheitsfirma Dreamlab in Bern. Das iPhone sei gewaltig auf dem Vormarsch und nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken. «Die wichtigste Sicherheitsmassnahme, die ein Arbeitgeber treffen kann, ist, dass er die multifunktionalen Handys der Mitarbeiter zentral managt», sagt Mayencourt. Versuche ein Arbeitgeber das iPhone zu verbannen, fördere er damit bloss die Schattenwirtschaft. Das heisst: «Viele Mitarbeiter hätten dann doch ein iPhone. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis sie selber herausfinden, wie man das Gerät in die Geschäftsinfrastruktur des Arbeitgebers integriert.» Genau diese selbst gebastelten Anschlüsse seien das grösste Sicherheitsrisiko, so Mayencourt.

Risiko ist nicht grösser

iPhones haben laut dem Sicherheitsexperten keine grösseren Sicherheitslücken als andere Smartphones. Das Problem bei iPhones: Die mobile Plattform von Apple sei sehr jung und ursprünglich nicht zu Businesszwecken entwickelt worden. Zudem habe die von Apple für iPhone entwickelte Plattform IOS die besten Grundvoraussetzungen für eine sichere Integration in ein Unternehmen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.07.2010, 08:19 Uhr

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21 Kommentare

Heinrich Schibli

14.07.2010, 16:30 Uhr
Melden

Es gibt leider immer noch so viele PC-Lover, welche über Apple-Produkte herziehen, obwohl sie noch nie auf einem Apple gespielt haben und gemerkt haben, dass sogar Computer-Unkundige sehr schnell damit arbeiten können, mit Lust auf mehr. Ich möchte jedoch nie mehr wechseln und geniesse die Gratis-Lektionen, welche ich nach dem Kauf von Apple erhalte. PC ist Geschichte und Apple die Zukunft! Antworten


philipp glanzmann

14.07.2010, 09:50 Uhr
Melden

also ich finde die bundesverwaltung ist eh nicht für viel, die angestellten sollen machen was sie wollen oder was sie können, es ist unwichtig was sie dürfen, ich bin der meinung, es soll einfach spass machen. Antworten



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