Als Banker in der Wandelhalle
Von Claudia Blumer. Aktualisiert am 17.10.2011 74 Kommentare
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Vertreter von kleinen Banken
Während sich die Bankenkritik vor allem gegen die Grossbanken UBS, CS sowie gegen Privatbanken richtet, geniessen die Kantonal- und Regionalbanken einen relativ guten Ruf. Im Parlament werden die Kantonalbanken vertreten von Fulvio Pelli (FDP, TI), Corina Eichenberger (FDP, AG), Sebastian Frehner (SVP, BS), Ruth Humbel (CVP, AG) und Claude Janiak (SP, BL). Kurt Fluri (FDP, SO) vertritt die Regiobank Solothurn, Dick Marty (FDP, TI) die Migros Bank, Felix Gutzwiller (FDP, ZH) die Clariden Leu. Fabio Abate (FDP, TI) gibt als Interessenbindung die Raiffeisen Locarno an, Marie-Thérèse Meyer-Kaelin (CVP, FR) die Raiffeisen ihres Heimatorts in Fribourg. Paul-André Roux (CVP, VS) vertritt die Walliser Bankvereinigung.
Eingreifen der Politik gefordert
In Deutschland hat die Kapitalismuskritik auch die bürgerliche Politik erreicht. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt will Institute zurückbinden, die Erträge immer noch vorwiegend in Boni und Dividenden stecken. Und auch die staatskritische FDP plädiert für ein stärkeres Eingreifen der Politik, wie der «Spiegel» schreibt: Notfalls müsse der Staat den Banken klare Vorgaben machen, wird Fraktionschef Rainer Brüderle zitiert.
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Das Etikett «UBS-Banker» dürfte zurzeit eines der verschmähtesten sein. Der Glarner Martin Landolt, der seit einem Jahr für die BDP im Nationalrat sitzt, trägt es. Zusätzliche Kritik in seinem Heimatkanton hat ihm die Tatsache eingebracht, dass er das UBS-Mandat erst nach seiner Wahl in den Nationalrat angenommen hat.
SVP-Ständerat This Jenny, ebenfalls aus dem Kanton Glarus, bezeichnet dies als «sehr unsensibel». Wäre er persönlicher Berater von Landolt, hätte er ihm «dringend davon abgeraten». Der Vergleich mit Landolts früherer Tätigkeit bei der Bank Vontobel hinke: «Dort war Landolt operativ tätig. Bei der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) ist er Berater und Direktionsmitglied, das ist ganz etwas anderes.» Jenny kritisiert auch die UBS: «Es ist sehr dreist von der Bank, neuerdings die Parlamentarier direkt auf die Lohnliste zu nehmen.» Auch BDP-Präsident Hans Grunder äusserte sich skeptisch über die Beratertätigkeit seines Parteimitglieds. Kein Wunder, hat sich die Kleinstpartei mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf doch in den letzten Monaten zur Triebfeder einer neuen Bankenregulierung gemacht.
«Bankenkritik ist nachvollziehbar»
Der Bankensektor wird zum Staatsfeind Nummer 1 (siehe Box), besonders feindselig ist die Stimmung in Deutschland. Dort geht die Politik derzeit in seltener Einhelligkeit gegen die Finanzinstitute vor, sogar die FDP zieht kräftig mit.
Und in der Schweiz? Dass die Kritik an den Geldinstituten mittlerweile auch von bürgerlicher Seite kommt, sieht Nationalrat Hans Kaufmann (SVP, ZH) nicht so: «Das ist die kommunistische Linke. Die 1000 Leute auf dem Paradeplatz sind nicht mal ein Promille der Zürcher Bevölkerung.» This Jenny sieht es anders: «Die Bankenskepsis ist nachvollziehbar. Die Banken haben trotz massiver Staatsinterventionen scheinbar nichts gelernt.»
«Nicht sexy für bürgerliche Politiker»
Das Banken-Thema werde von seinen politischen Gegnern im Kanton Glarus praktisch pausenlos bewirtschaftet, sagt Landolt. Seine Unabhängigkeit werde dabei infrage gestellt. Grossmehrheitlich begegne er aber einer sachlich-vernünftigen Beurteilung seines Mandats.
Dass mittlerweile auch bürgerliche Politiker in die Bankenkritik einstimmen, ärgere ihn dann, wenn Pauschalurteile gefällt und Emotionen bewirtschaftet würden. «Es ist natürlich nicht sehr sexy für bürgerliche Politiker, sich auf die Seite der Banken zu stellen. Das gibt von den Medien keinen Applaus.» Doch teilweise sei die Kritik an den Banken gerechtfertigt, manches sei nicht von der Hand zu weisen. «Die Branche muss sich weiterentwickeln. So muss beispielsweise eine Weissgeldstrategie zur Selbstverständlichkeit werden, und in gewissen Bereichen muss zwingend hinterfragt werden, ob die Leute dort über die richtigen Anreize geführt werde. Ich wehre mich aber dagegen, dass Zehntausende von verantwortungsvollen Mitarbeitenden der Bankbranche ausbaden sollen, was ein paar wenige eingebrockt haben.»
«Nicht auf den Paradeplatz gehen»
Als weiterer Finanzplatzvertreter im Parlament gilt der Hans Kaufmann. Der Finanzspezialist, der heute ein Beratungsunternehmen hat, war früher unter anderem Chefökonom bei Julius Bär und Verwaltungsrat bei der Bank Swissfirst, die Thomas Matter gehört hat. Matter strebt nun für die Zürcher SVP ebenfalls einen Nationalratssitz an.
Er kriege von der Anti-Banken-Stimmung gar nicht viel mit, sagt Kaufmann. «Ich muss ja nicht auf den Paradeplatz gehen.» Es habe für ihn als Finanzplatzvertreter viel schwierigere Momente gegeben, die Rettung der UBS beispielsweise. «Da mussten wir ordnungspolitische Prinzipien brechen.» Gleichwohl ärgert sich Kaufmann sehr über den Aufruhr: «Alles, was wir den Banken zuleide tun, kommt zurück. Die Kritiker sollen mir einmal sagen, inwiefern sie persönlich unter der Bankenkrise leiden. Die tiefen Zinsen belasten vor allem die Altersguthaben, aber das scheint den Linken egal zu sein.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.10.2011, 13:57 Uhr
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74 Kommentare
Meine Steuergelder zu verprassen, mit Ferraris, riesigen Villen, Koks- und Champagner-Parties ist nicht persönlich? Aufgrund des Kasino-Betriebes werden keine oder nur kleine Kredite gesprochen, KMUs müssen schliessen, oder wenigstens Personal entlassen, dafür werden die Sozialabgaben erhöht, auch das nicht persönlich? Der Herr hat aber rein nichts verstanden. Antworten
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