«Absolut unfähige IT-Führung»
Von Mischa Aebi. Aktualisiert am 15.07.2010 61 Kommentare
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Ist es gerechtfertigt, dass Beamte in der Bundesverwaltung ihr iPhone abgeben müssen?
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FDP-Nationalrat: Ruedi Noser (Bild: Keystone )
Herr Noser, was sagen Sie als Chef einer IT-Firma zum Entscheid der Bundesbehörde, die Beschaffung von iPhones in der Verwaltung zu stoppen?
Ruedi Noser: Mich erstaunen zwei Dinge: Erstens, dass man beim Bund offenbar der Ansicht ist, dass andere Smartphones sicherer seien als iPhones, und zweitens, dass ein solch operativer Entscheid vom Bundesrat gefällt werden muss.
Offenbar traut sich die Behörde nicht selber zu, zu entscheiden, welche Handys in der Verwaltung erlaubt sein sollen.
Wenn sich der Gesamtbundesrat auch noch damit beschäftigen muss, welche Mobiltelefontypen in der Bundesverwaltung zugelassen sein sollen, dann muss man sich nicht darüber wundern, dass dieser überlastet und teils überfordert ist.
Warum ist es denn so schlimm, wenn der Bundesrat hier selber einen Entscheid trifft?
Erstens dauert eine solche Entscheidfindung im Bundesrat zu lange. Zweitens ist es ein klares Zeichen für eine absolut unfähige IT-Führung auf der Ebene Generalsekretariat Finanzdepartement beziehungsweise Informatikrat Bund. Solche Entscheide dürfen nicht an den Gesamtbundesrat abgeschoben werden, nur weil man selbst die Verantwortung nicht übernehmen will. Damit wird wieder einmal deutlich, dass die Führung der Informatik auf Stufe Bund unbedingt verbessert werden muss.
Worauf spielen Sie an?
Meines Wissens ist das Generalsekretariat des Finanzdepartements schon mehr als ein Jahr im Verzug, dem Bundesrat eine zeitgemässe IT-Führung innerhalb der Verwaltung vorzuschlagen. Über diese Führungsstrukturen sollte der Gesamtbundesrat entscheiden und nicht über den Einsatz von Handytypen.
Haben die iPhones für Grossbetriebe gegenüber anderen Smartphones denn tatsächlich einen entscheidenden Sicherheitsmangel?
Nein, das kann man so nicht sagen. Man kann jedes Smartphone, also auch das iPhone, mit unterschiedlich sicheren Konzepten in die interne Kommunikation integrieren. Der Aufwand für die Sicherheit lässt sich dabei in Grenzen halten.
Wie handhaben Sie die iPhone-Frage in Ihrem Betrieb?
Bei uns ist zentral, dass alle Mitarbeitenden jederzeit und von jedem Ort auf dieser Welt arbeiten können. Die mobile Kommunikation bildet einen Schlüsselfaktor, wenn es um Produktivität geht. Mobile Geräte – ob Laptops, Tablet-PCs oder Telefone – werden bei uns immer nach dem gleichen Konzept integriert. Ich muss jedoch sagen, dass wir kein Hochsicherheitsbetrieb sind. (Berner Zeitung)
Erstellt: 15.07.2010, 08:47 Uhr
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61 Kommentare
Ein absolut verständlicher Vorgang. Das iPhone ist ein benutzerfreundliches iPod-Telefon, wenn man Abstriche macht, wie z.B. kein Akku-Wechsel, keine Flexibilität beispielsweise im Ausland die SIM Karte zu wechseln und die Bindung an bestimmte Software zur Verwaltung des Geräts, Apple Appstore. Hier liegen dann auch die Probleme im Business. Gut für Private, im Businessbereich erst nachdenken! Antworten
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