AKW Mühleberg liefen Mitarbeiter davon

MühlebergLetztes Jahr musste das AKW Mühleberg 12 Prozent seiner Stellen neu besetzen. Die Atomaufsicht Ensi kritisiert einen bedenklichen Verlust an Wissen und Erfahrung im Kraftwerk.

Im AKW Mühleberg mussten innert eines Jahres 41 der insgesamt 345 Stellen neu besetzt werden. (Archivbild)

Im AKW Mühleberg mussten innert eines Jahres 41 der insgesamt 345 Stellen neu besetzt werden. (Archivbild) Bild: Andreas Blatter

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Laut dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) musste das AKW Mühleberg letztes Jahr überdurchschnittlich viele Stellen neu besetzen. Das berichtet die Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens. Die BKW als Betreiberin des Kernkraftwerks räumte zwar ein, dass sich die Fluktuation beim Personal im AKW «in den letzten fünf Jahren leicht erhöht hat». Genaue Zahlen wollte sie aber nicht nennen.

Anders das Atominspektorat: Es teilte auf Anfrage mit, die Fluktuation im AKW Mühleberg habe letztes Jahr 12 Prozent betragen. Demnach mussten im AKW innert eines Jahres 41 der insgesamt 345 Stellen neu besetzt werden. Nur ein kleiner Teil davon sei auf organisatorische Änderungen zurückzuführen. Bei den anderen Schweizer AKW war die Fluktuation gemäss Aufsichtsbericht des Ensi im letzten Jahr im normalen Bereich.

Bedeutender Verlust an Know-how

Das Ensi kritisiert den «bedeutenden Verlust an werksspezifischem Wissen und Erfahrung» im Atomkraftwerk. Ensi-Sprecher David Suchet hält gegenüber dieser Zeitung fest, dass eine länger andauernde hohe Fluktuation für den sicheren Betrieb der komplexen Anlage problematisch wäre.

In den letzten Monaten scheint sich die Situation nun aber stabilisiert zu haben: Die Fluktuation im AKW Mühleberg habe sich auf einen mit anderen AKW vergleichbaren Stand reduziert, sagt Suchet. Das Ensi vermutet, dass dies mit dem Schliessungsentscheid des BKW-Verwaltungsrates letztes Jahr zusammenhängt. Dieser hatte Ende Oktober 2013 beschlossen, das AKW Mühleberg definitiv bis 2019 weiter zu betreiben. Der Entscheid könnte etliche AKW-Mitarbeiter bezüglich des mittelfristigen Erhalts ihrer Stelle beruhigt haben.

AKW-Spezialisten werden rar

Weltweit wollen etliche Länder längerfristig aus der Atomenergie aussteigen. Laut Experten hat das schon heute Signalwirkung auf den Nachwuchs von AKW-Spezialisten. Weniger Leute lassen sich im Berufsfeld Kernenergie ausbilden. Bei der BKW gibt man sich indessen optimistisch: Die Suche nach Spezialisten ist laut BKW-Sprecherin Murielle Clerc «nicht unbedingt schwieriger geworden». Sie betont, dass die BKW ihr Personal nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland rekrutiere. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 24.07.2014, 10:35 Uhr)

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