Maurer: Der Scharfmacher kann durchaus angenehm sein
Von Gieri Cavelty und Gaby Szöllösy. Aktualisiert am 25.11.2008 91 Kommentare
Der Zürcher Ueli Maurer.
Der Mann mit zwei Gesichtern: Als solcher wird Ueli Maurer von Politikern aller Couleur und von Medienschaffenden charakterisiert.
Maurer leitete 12 Jahre lang die nationale SVP - und gab den bissig-pointierten Präsidenten, wo immer dies zusätzliche Wähler versprach. Legendär ist sein Satz: «Solange ich Neger sage, bleibt die Kamera bei mir.» Vom legendären Messerstecher-Inserat der Zürcher SVP hat er sich nie distanziert. Das Plakat, auf dem ein finsterer Ausländer die Schweizer Fahne zerreisst, hielt er 1999 für einen besonders gelungenen Wurf. Maurer wetterte gegen die Linken und Netten, gegen die «weichsinnigen» Freisinnigen - und das Kürzel der CVP deutete er einst in «christliches Verschaffen von Posten» um. Den früheren SVP-Bundesrat Samuel Schmid verglich er mit einem Blinddarm, den es herauszuschneiden gelte.
Wer eine solche Blutspur hinterlässt, wird nicht zum Bundesrat gewählt, sollte man meinen. Gleichwohl trauen ihm viele Parlamentskollegen zu, das nötige Mass an Kollegialität aufzubringen, um im Bundesrat sinnvoll wirken zu können - und Mehrheitsentscheide loyal nach aussen zu vertreten. Maurer sei wählbar, heisst es von der CVP-Spitze. Die Zürcher FDP zog mit ihm letzten Herbst gemeinsam in den Ständeratswahlkampf. «Ich habe ihn als sehr kollegial erlebt», sagt die damalige Zürcher FDP-Präsidentin Doris Fiala. Er sei verlässlich, halte Abmachungen ein, bekunden viele, die mit ihm politische Deals ausheckten - und im persönlichen Kontakt sei er angenehm. SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi hält ihn für den «konkordantesten» der Papabili.
Zugute kommt Maurer auch sein enormer Fleiss und seine Führungserfahrung als Parteichef: Unermüdlich hat der bald 58-Jährige neue SVP-Sektionen gegründet, und wie ein Fisch im Wasser bewegt er sich in den komplexen Dossiers der Bundespolitik. Maurer politisiert solid auf SVP-Kurs - das Parlamentarier-Rating reiht ihn ziemlich in der Mitte der Fraktion ein. Sein Scharfmacher-Image werde er ablegen, glaubt der langjährige Zürcher SVP-Sekretär Claudio Zanetti, «denn als Bundesrat hätte er die Kamera ohnehin auf sich». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.11.2008, 10:10 Uhr
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91 Kommentare
Bei der Beurteilung von Adrian Amstutz gibt es grosse Unterschiede: Es gibt Leute, die seine Intelligenz nicht gerade als umwerfend beurteilen, im Gegensatz zu seinem Machtinstinkt. Nur reicht das, um als Bundesrat seinen Job gut zu machen? Dass Kaspar Baader nach seiner peinlichen Rede nach der Wahl von Eveline Widmer überhaupt noch als charakterlich geeignet erscheint, kann ich nicht verstehen. Antworten
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