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Halloween zieht nicht mehr

DetailhandelHalloween ist für den Detailhandel in der Deutschschweiz passé. Migros hat die Dekoartikel zum Gruselfest vom kommenden Wochenende aus dem Sortiment genommen – weil das Interesse der Kunden gleich null ist.

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Kinder haben Spass an Halloween. Am 31. Oktober ziehen sie als Gespenster und Vampire verkleidet von Haus zu Haus, singen und fordern Süsses. Erwachsene haben Spass an Halloween. Am 31. Oktober vergnügen sie sich an Verkleidungspartys mit Gruselmasken, Kürbisköpfen und künstlichem Blut. Vergangen ist der Spass an Halloween dagegen den Schweizer Detailhändlern. «Das Interesse an diesem sehr amerikanischen Anlass ist auf null gesunken», sagt Thomas Bornhauser, Mediensprecher von Migros Aare. Abgesehen von Kürbissen, die Kinder aushöhlen, schnitzen und mit Kerzen beleuchten können, führt die Migros keine Halloween-Artikel mehr. Furchteinflössende Masken, Stoffhexen und Vampirzähne aus Plastik sucht man in den Deutschschweizer Filialen des orangen Riesen diesen Herbst vergeblich. «Und bisher hat sich deswegen kein einziger Kunde beschwert», so Bornhauser.

Die Lager sind voll

Auch der Fachhandel spürt das gesunkene Interesse am Geisterfest. Das Partyartikelhaus Ballon-Müller im aargauischen Herznach etwa verkauft dieses Jahr zu Halloween – mit wenigen Ausnahmen – nur noch die Lagerbestände aus den letzten Jahren. «Das Interesse ist sehr gering», sagt Verkaufsleiter Roger Cavegn auf Anfrage.

Nicht ganz so gross ist die Halloween-Verdrossenheit bei Coop. Der Grossverteiler verkauft weiterhin einschlägige Produkte, vor allem in den Coop-City-Warenhäusern. Die Nachfrage nach Dekoartikeln sei allerdings rückläufig, sagt Sprecher Nicolas Schmied. Mit den Verkäufen von Verkleidungen und Masken ist Coop dagegen zufrieden. «Von einem Boom, wie er vor Jahren als möglich prognostiziert worden ist, kann aber nicht die Rede sein», so Schmied.

Welsche mögen Halloween

Halloween wurde ursprünglich vor allem in Irland gefeiert und von ausgewanderten Iren nach Nordamerika gebracht. Dort etablierte er sich im 20. Jahrhundert – und schaffte es Ende der 90er-Jahre in die Schweiz. Die Detailhändler witterten damals das grosse Geschäft. Migros und Coop lockten die Kunden auf extra eingerichtete Halloween-Verkaufsinseln.

Solche Aktionen gibt es heute höchstens noch in der Westschweiz. Dort ist das Interesse an Halloween laut Migros und Coop etwas grösser als in der Deutschschweiz. «In Genf ist Halloween wegen der vielen englischen und amerikanischen Bürgern etwas wichtiger», sagt Coop-Sprecher Schmied. «Aber selbst dort ist der Anlass nicht von grosser Bedeutung.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.10.2008, 08:06 Uhr

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