YB-Fans tanzen der Stadt Thun auf der Nase rum

Kein Fanwalk? Denkste - dachten sich die YB-Fans, liessen die bereit stehenden Busse leer stehen und marschierten frischfröhlich in der Spätherbst-Sonne der Stockhorn-Arena entgegen.

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Nach den Ausschreitungen im Umfeld des letzten Spiels Thun-YB im Mai wollte die Stadt Thun für das heutige Derby Härte markieren.

Im Stadion müssen die Fans verschärft kontrolliert werden. Zudem sagte der aktuell zuständige Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) im Vorfeld des Spiels mit Blick auf einen möglichen Fanwalk der YB-Fans: «Dieser findet nicht statt. Für die YB-Fans stehen am Bahnhof Busse bereit.»

Bloss: Den Hunderten von YB-Fans, die um 14.26 Uhr mit dem Extrazug in Thun eintrafen, war das egal. Sie liessen die bereit stehenden Busse der STI leer stehen, sammelten sich auf der Frutigenstrasse und marschierten von der Polizei unbehelligt los in Richtung Länggasse und Stadion.

Die YB-Fans ignorierten das Fanmarsch-Verbot und marschierten Richtung Stadion. Video: Marco Zysset

Polizei liess Fans gewähren

Die Polizei war zwar mit einem Grossaufgebot präsent - auf der Bahnhofbrücke stand ein Wasserwerfer bereit - liess die Fans aber gewähren. Kein Wunder: Nicht auszudenken, in welchem Chaos der herbstlich warme und sonnige Sonntagsverkaufsnachmittag in Thun geendet hätte, wenn die Polizei versucht hätte, die Fussballfans mit Gewalt zum Einsteigen in die Busse zu zwingen.

Mit anderen Worten: Bereits vor dem Anpfiff um 16 Uhr in der Stockhorn-Arena hat der Thuner Gemeinderat das erste Eigentor versenkt - mit einem Verbot, das gar nie die Chance hatte, umgesetzt werden zu können - was notabene absehbar war.

Die Direktion Sicherheit und Soziales hatte nämlich noch vorgeschlagen, die YB-Fans direkt von Bern in die Stockhorn-Arena zu transportieren. Laut Roman Gimmel hatten aber die involvierten Vertreter des BSC Young Boys den Vorschlag als nicht umsetzbar eingestuft. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 11.12.2016, 15:19 Uhr

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