Wohngemeinschaft für Senioren im Schlossgut
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Pläne gab es in den letzten Jahren für das Thuner Schlossgut Schadau zuhauf. Nur realisiert wurden bisher keine, weder das «Junotel» – ein Hotel für Junge und Familien – noch das Hotel mit Arbeitsplätzen für Geistigbehinderte der Organisation Insieme. Jahrelang standen die historischen Gebäude an der Seestrasse 26 deshalb leer, nun allerdings haben sie ihre endgültige Bestimmung gefunden.
Bis im Sommer 2011 entstehen im rund 260 Jahre alten Bauernhaus und der dazugehörenden Scheune mehrere Häuser. Die beiden denkmalgeschützten Gebäude werden dazu komplett ausgehöhlt. Die Gebäudehülle, an der nichts verändert werden darf, wird saniert und behält ihr ursprüngliches Gesicht. In das leere Bauernhaus werden vier, in die ausgehöhlte Scheune fünf Einfamilienhäuser hineingebaut (wir berichteten).
Bagger sind aufgefahren
Eigentlich hätte der Baustart für die neun dreistöckigen, von der alten Fassade ummantelten Häuser bereits Ende 2008 erfolgen sollen. Auf Grund umfassender Abklärungen mit der Denkmalpflege hatte sich der Bau allerdings immer wieder verschoben. Inzwischen sind die Bagger an der Seestrasse aber aufgefahren. «Bis Sommer 2011 wird in den beiden Gebäuden wieder Leben einkehren», sagt der Thuner Architekt Matthias Zellweger.
«In einem ersten Schritt stehen diverse Vorarbeiten an», sagt Zellweger. So wurde beispielsweise bereits der ehemalige Schweinestall, der nicht unter Denkmalschutz steht, abgerissen. «Mit dem Aushöhlen der beiden Gebäude können wir erst im Mai beginnen», sagt Zellweger. Als Erstes werden die Arbeiten im zirka 1750 erbauten Bauernhaus in Angriff genommen. Die Bausubstanz ist bei diesem so schlecht, dass ein Grossteil davon erneuert werden muss. «Rund einen Monat später beginnen wir mit den Arbeiten an der Scheune», erklärt Zellweger. Diese ist rund 100 Jahre jünger und in einem guten Zustand. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund neun Millionen Franken.
Häuser und Alters-WG
Laut Zellweger sind inzwischen sechs der neun Einfamilienhäuser verkauft. Zwei davon an die Alterswohngemeinschaft Sunneschyn in Wabern, deren Betriebsleiterin die Thunerin Marlis Theilkäs ist. «Weil die Zimmergrösse und Infrastruktur nicht mehr den kantonalen Vorschriften genügten, hat uns die Gesundheits- und Fürsorgedirektion die Betriebsbewilligung in Wabern nicht erneuert», erklärt Theilkäs. Seit zwei Jahren sei man deshalb auf der Suche nach einem neuen Standort gewesen. «Mit dem Schlossgut Schadau haben wir die ideale Lösung gefunden», ist die Betriebsleiterin überzeugt. Positiv sei nebst der zentralen Lage insbesondere die Durchmischung mit den künftigen Nachbarn im Schlossgut, darunter mehrere Familien mit Kindern.
Neu zwölf Zimmer
Das Sunneschyn in Wabern hat neun Plätze, im Schlossgut Schadau sollen es künftig deren zwölf sein. «Wir bieten die ganze Palette der Pflege und Betreuung von leicht und bis zu schwerstpflegebedürftigen Personen an», sagt Marlis Theilkäs. Wohnen werden die Seniorinnen und Senioren im Kopfteil der einstigen Scheune. Im Erdgeschoss sind Küche, Wohnzimmerbereich und Büro geplant, im ersten Geschoss die zwölf Einzelzimmer mit eigenem WC.
Laut Theilkäs besteht für die heutigen Sunneschyn-Bewohner in Wabern die Möglichkeit, nach Thun umzuziehen. Das gilt auch für die Mitarbeitenden, die 15 Teilzeitstellen sollen somit erhalten bleiben. Die Eröffnung der Alterswohngemeinschaft Schlossgut ist für August 2011 geplant. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 18.03.2010, 09:40 Uhr













