Wohnen im Alter gibt vier von sechs Altersheimen auf
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Falken geht an die AEK Bank 1826
Das Restaurant «Falken» im Thuner Bälliz wird per Ende 2013 von der AEK Bank 1826 übernommen. Das Altersheim wird dann geschlossen. AEK-Direktor Remo Häcki konnte gestern zu den Umbauplänen noch nichts Konkretes sagen. «Unser Ziel wird sein, der Ausstrahlung des altehrwürdigen Gebäudes zusätzlich Raum zu geben. Bereits klar ist, dass wir weiterhin einen Gastronomiebetrieb im Falken haben möchten», sagte Häcki. Man könne erst im Verlaufe des Jahres 2013 genauer nformieren, sobald die Planung für das gesamte Gebäude abgeschlossen sei. Der um 1830 erbaute Falken und die AEK Bank 1826 seien praktisch gleich alt.«Wir freuen uns sehr, in Zukunft die Hüter des Falken sein zu dürfen», meinte Häcki. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.
Vom Eklat zur neuen Strategie
Die Wohnen im Alter AG (WIA) hat eine bewegte Zeit hinter sich. Ausgelöst wurde der rasche Umbau durch einen Eklat Ende Januar 2011. Damals kündeten auf einen Schlag vier Führungskräfte des Martinzentrums. In der Kritik stand die damalige Geschäftsleitung unter Thomas Stettler und der Verwaltungsrat unter der Leitung von René Bützer. In Krisensitzungen wurden rasch organisatorische Massnahmen ergriffen und neue Verwaltungsräte gewählt. Diese machten sich daran, eine neue Strategie auszuarbeiten. Eine erste Massnahme war der Verzicht auf die Funktion des Geschäftsführers. Die Stelle war nach der Kündigung Stettlers bereits mit Peider Nicolai neu besetzt worden. Doch der Vertrag wurde bereits in der Probezeit «in gegenseitigem Einvernehmen» gekündet. Interimistisch übernahm Verwaltungsratspräsident René Bützer auch die Geschäftsführung. Bützer hat das VR-Präsidium nun per 31. Januar 2012 an Beat Straubhaar abgegegeben. Die Geschäftsleitung behält er noch so lange inne, bis ein Nachfolger gefunden ist. Die Stelle wird nächstens ausgeschrieben. Vize-VR-Präsidentin wird neu Annerös Hauert. Weiterhin im Verwaltungsrat sind Andreas Lüscher, Daniel Iseli und Jürg Rolli.
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Die WIA Wohnen im Alter AG (WIA) hat turbulente Zeiten hinter sich. Zum Eklat kam es im Januar 2011 als vier Führungskräfte des Martinzentrums auf einen Schlag kündeten. Nebst dem Martinzentrum mit 104 Bewohnern betreibt das Unternehmen fünf weitere Heime: die Sonnmatt (128), den Falken (28), den Hohmadpark (32), die Wohngruppe Schönmatt (9 demente Betagte) sowie in Steffisburg die Untere Mühle (33 Bewohner). Nach den Turbulenzen hat die WIA nun ihre Strategie angepasst und diese gestern vor den Medien präsentiert.
«Wir haben in unseren eigenen Heimen einen grossen Sanierungsbedarf, zudem laufen in zugemieteten Standorten die Mietverträge aus. Deshalb wollten wir definieren, wohin die Reise geht», umschrieb der neue Verwaltungsratspräsident Beat Straubhaar die Ausgangslage. Die neue Strategie reicht bis ins Jahr 2019 und hat spürbare Massnahmen zur Folge. «Wir wollen uns künftig auf die beiden Hauptstandorte Martinzentrum und Sonnmatt konzentrieren», sagte Straubhaar. Die anderen vier Standorte werden aufgegeben.
Der Falken im Thuner Bälliz wird per 31. Dezember 2013 an die AEK Bank 1826 verkauft. Der Seniorenbetrieb, aktuell im Besitz der Stiftung Wohnen im Alter Thun, wird auf den gleichen Zeitpunkt hin aufgegeben. «Eine Gesamtsanierung ist für die WIA betriebswirtschaftlich nicht tragbar», begründete Heinz Aebersold, Präsident des Stiftungsrats Wohnen im Alter Thun. Um die gesetzlichen Auflagen erfüllen zu können, wäre eine Gesamtsanierung der Liegenschaft nötig. «Nach allen baulichen und denkmalpflegerischen Abklärungen war für uns aber rasch klar, dass wir ein solches Vorhaben finanziell nicht verantworten können», erläuterte Aebersold.
Die Kostenschätzungen lagen bei 7 bis 10 Millionen Franken. Betriebswirtschaftlich verkraftbar wären laut Aebersold rund 4 Millionen Franken gewesen. Deshalb habe man sich für einen Verkauf an die AEK Bank 1826 entschieden. Die Thuner Regionalbank betreibt bereits seit vielen Jahren im Erdgeschoss eine Filiale. Auch die drei weiteren Standorte werden aufgegeben. Der Mietvertrag im Hohmadpark läuft am 31. Oktober 2016 aus und wird nicht verlängert. Der Standort wird geschlossen. «Die Kurzzeit- und Übergangspflege bleibt aber als Wohnform bestehen und wird in die beiden Hauptstandorte eingebunden», sagte Straubhaar.
Die Wohngruppe Schönmatt im Seefeldquartier wird per 31. Dezember 2013 aufgegeben. Wohnen mit Demenz bleibt als Wohnform aber ebenfalls bestehen und wird ins Martinzentrum und in die Sonnmatt integriert. «In Zukunft wird der Bedarf nach solchen Plätzen sicher noch steigen», sagte Straubhaar. Für die Untere Mühle in Steffisburg wird ein Käufer gesucht, im Fokus steht eine Trägerschaft in der Gemeinde. Diese soll alle Bewohner und Mitarbeiter übernehmen. «Da diese Liegenschaft unserer Stiftung gehört, haben wir hier keinen zeitlichen oder finanziellen Druck», meinte Straubhaar.
Geschäftsstelle wird verlegt
Im Gesamtstrategieprozess hat die WIA zudem vorgesehen, die Geschäftsstelle an der Thuner Marktgasse 17 mit Ablauf des Mietvertrags am 30. Juni 2019 ebenfalls zu verlassen. Gesucht wird ein neuer Standort mit kleinerer Fläche. WIA Kompetenz, der Dienstleistungsbereich für Drittanbieter von Wohnlösungen für Senioren, bleibe als Geschäftszweig erhalten.
Das Wohnangebot und die geografische Präsenz der WIA wurden seit deren Gründung im Jahr 2007 stark ausgebaut. Vor fünf Jahren wurde die Untere Mühle in Steffisburg übernommen, 2009 kam der Hohmadpark hinzu. Das Wohnangebot wurde erweitert, zur Betreuung und Pflege kamen Wohnlösungen für Menschen mit Demenz, Wohnen mit Dienstleistungen für autonome Senioren, Ferienbetten sowie die Übergangs- und Kurzzeitpflege. Gleichzeitig sei die Branche mit grossen Veränderungen konfrontiert worden, wie beispielsweise der neuen Pflegefinanzierung oder kantonalen Vorgaben zur Infrastruktur.
Teurer Umbau nötig
«Heute gehen die Senioren viel später in ein Heim, da es andere Wohnformen gibt. Dagegen wird der Anteil an Pflegebetten immer grösser», verdeutlichte Straubhaar. Dieser Wandel mache Umbauten und Anpassungen im Martinzentrum und in der Sonnmatt nötig. Wie gross der Sanierungsbedarf ist, sei noch nicht klar. «Da die beiden Heime aber beide rund 30 Jahre alt sind, wird das etliche Millionen kosten», sagte Heinz Aebersold.
Festgehalten wird an der bisherigen Organisationsform. So ist die Stiftung Wohnen im Alter weiterhin Besitzerin der Heime, die sie vor fünf Jahren von der Stiftung Altersheime der Stadt Thun übernommen hat. Für den Betrieb ist weiterhin die Aktiengesellschaft der WIA zuständig. «Die vor fünf Jahren beschlossene Gründung der Wohnen im Alter AG hat sich in den letzten Jahre grundsätzlich bewährt» sagte Straubhaar. Inzwischen habe sich aber das Umfeld im Alterswohnbereich grundlegend verändert. Das Potenzial der WIA sei noch nicht ausgeschöpft, aber es müssten strukturelle Anpassungen vorgenommen werden.
René Bützer abgelöst
Der bisherige WIA-Verwaltungsratspräsident René Bützer, hat sein Amt per 31. Januar 2012 abgegeben. René Bützer meinte dazu: «Es ist Zeit, nach einer intensiven Phase etwas Neues anzupacken.» Straubhaar dankte Bützer für seinen Einsatz und meinte: «Ohne ihn gäbe es nach all diesen turbulenten Zeiten die WIA in dieser Form wohl nicht mehr.» Bützer selbst erinnerte an die schwierige Startphase: «Der Wandel in eine Aktiengesellschaft brauchte mehr Zeit als erwartet.» (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 09.02.2012, 06:06 Uhr
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