Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Wie die städtischen Altersheime zur WIA AG wurden

Von Nelly Kolb. Aktualisiert am 11.02.2011

Die neue Organisations- und Betriebsstruktur der Thuner Altersheime läuft nicht rund. Was lief in den letzten Jahren schief?

Die Geschäftsstelle Wohnen im Alter an der Gerberngasse in Thun.

Die Geschäftsstelle Wohnen im Alter an der Gerberngasse in Thun.
Bild: Patric Spahni

Das erste der städtischen Altersheime war die «Sonnmatt». Analog der demografischen Entwicklung und dem Wachstum der Stadtbevölkerung kamen weitere dazu. Sie wurden bis Ende 2006 im Auftrag der Stadt über die Stiftung Altersheime der Stadt Thun betrieben.

Heute umfasst die Wohnen im Alter AG (WIA) die fünf Heime Falken, Sonnmatt, Martinzentrum (MZ), Hohmadpark und Untere Mühle Steffisburg. Sie bieten insgesamt über 300 Betten, abgestimmt auf verschiedene Altersbedürfnisse wie Betreuung, Pflege, betreutes Wohnen und Demenz. Dazu kommen im MZ die kürzlich eingeweihten 17 Logis für komfortables Wohnen im Alter. Insgesamt verfügt die WIA (inkl. Geschäftsstelle) über 384 Vollzeitstellen.

Der Auslöser

Weshalb die Umstrukturierung? Der Kanton änderte als Geldgeber das Finanzierungssystem für die Alters- und Pflegeheime. Er refinanzierte die einst übernommenen Liegenschaften. Daraus entstand per 2007 in Thun das Konstrukt von Stiftung Wohnen im Alter als Liegenschaftsbesitzerin und der WIA als Betriebs-AG . Die Gebäude werden über einen Stiftungsrat unter Präsident Heinz Aebersold betreut Der Kanton entrichtet der Stiftung für deren Unterhalt pro Bewohner und Tag einen Betrag um die 35 Franken.

Die WIA AG ist ein privatrechtliches Unternehmen mit öffentlich-rechtlichem Auftrag. Laut Jahresbericht 2007 versteht sie sich als «Kompetenz- und Profitzentrum». Die WIA finanziert sich über die gesetzlich vorgeschriebenen Sätze der Bewohner und mit Beiträgen aus der öffentlichen Hand.

Die AG hat einen Verwaltungsrat (VR) und eine Geschäftsstelle. Der bisherige Geschäftsführer Thomas Stettler verlässt die WIA Ende Monat. Er hatte wegen der Abgänge von zwei Betriebsleiterinnen vorübergehend zusätzlich die entsprechenden Heime zu führen. Und er soll die Kompetenzen der Heimleitungen ungebührlich beschränkt haben.

VR-Präsident René Bützer muss im Moment als Präsident die strategische und als Ad-interim-Geschäftsführer die operativen Aufgaben erfüllen. Im VR sind von einst fünf Mitgliedern ausser Bützer nur noch Daniel Iseli und Heinz Theilkäs. Ausgeschieden sind Matthias Zellweger und Claude Nicollier. Die Stadt hat keinen Vertreter in den VR delegiert; aus heutiger Sicht, wie hinter vorgehaltener Hand eingestanden wird, war das wohl ein Fehler. Das versucht der Gemeinderat nun zu ändern.

Warum die Abstrusitäten?

Wie kommts zu Abstrusitäten, dass sich eine Heimleiterin den Ersatz einer Thermoskanne durch die Geschäftsführung genehmigen lassen muss? René Bützer erläuterte dies kürzlich sinngemäss so: Verglichen mit einer Ferienwohnung sei der Vermieter (im vorliegenden Fall die Stiftung) für die Anschaffung und den Ersatz von gemietetem Gut verantwortlich.

Er (der Stiftungsrat) erstelle dafür auch das entsprechende Budget. Deshalb ist im WIA-Budget zum Beispiel für Hauswirtschaft oder Werkstatt kein Posten enthalten. Braucht es für die Betreuung und Pflege der Bewohner spezifisches Material, ist dafür die Mieterin selber (WIA) verantwortlich. Dass die Regelung in dieser Form eventuell nicht optimal ist, bestritt Bützer nicht. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 11.02.2011, 06:20 Uhr

0

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Noch keine Kommentare

Populär auf Facebook Privatsphäre