Werner Bürkis Gespür für Orchideen

Von Stefan Kammermann. Aktualisiert am 19.03.2010

Gegen 2000 Orchideen wachsen im Gewächshaus von Werner Bürki. Der Thuner Hobbygärtner wird einen Teil seiner umfangreichen Sammlung an der 4.Internationalen Orchideenausstellung dem Publikum präsentieren.

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Wer das Gewächshaus im Garten von Werner Bürki betritt, fühlt sich wie im tropischen Dschungel. Feuchtwarme Luft schwappt einem entgegen. Während in einer Gewächshausecke grosse Papayagewächse im Blumentopf heranwachsen, lassen ein paar Schritte weiter breitblättrige Pflanzen kräftige Wurzeln und bunte Blüten spriessen. Ein Durchkommen ist in der geordneten Wildnis nur mit viel Vorsicht möglich. Gegen 2000 Orchideen wachsen im Glashaus des Hobbygärtners; aufgehängt und an moosbewachsenem Holz haftend oder in transparenten Töpfen auf Tischen. Das Dschungelgewächshaus steht in Thun.

Eigentlich ist er Architekt

Eigentlich ist Werner Bürki beruflich als Architekt in der Baubranche tätig. In der Freizeit widmet sich der Thuner den exotischen Pflanzen. Einen Teil seiner Sammlung wird ab morgen Donnerstag an der 4.Internationalen Orchideenausstellung auf dem Expo-Gelände in Thun zu sehen sein. Architekt Werner Bürki wird einer von zahlreichen Ausstellern sein und, er weiss: Für die Zucht von Orchideen braucht es ein besonderes Gespür. «Das Lesen von Fachliteratur reicht nicht aus», sagt der Hobbyzüchter. Denn Orchideen sind sensible Gewächse. Sie reagieren auf unterschiedliche Lichtverhältnisse, auf wechselnde Temperaturen und ebenso auf mehr oder weniger regelmässige Wassergaben. «Es ist ein ewiges Ausprobieren», umschreibt Werner Bürki die Sache mit dem «Gspüri» und dem grünen Daumen.

Orchideen made in Thun

Dem Ausprobieren geht der Thuner seit 33 Jahren nach. Mit Erfolg: In seinem Gewächshaus finden sich seltene Spezialitäten wie auch eigens kreierte Züchtungen. So zum Beispiel eine Orchidee mit dem Namen Kingidum minus. «Diese Pflanze ist in der Natur vom Aussterben bedroht, in Europa gibt es wahrscheinlich nur noch zwei bis drei Stück davon», sagt Werner Bürki.

Und da sind auch noch die Orchideen made in Thun. Gleich mehrere eigene Züchtungen hat Werner Bürki kreiert. So zum Beispiel eine grossblumige Vanda-Orchidee, welche unter dem Namen Thun in den internationalen Zuchtbüchern eingetragen ist. Über sieben Jahre hat Werner Bürki in deren Züchtung investiert.

Ob diese Pflanze an der internationalen Orchideenausstellung auf dem Thuner Expo-Gelände zu sehen sein wird, lässt der Hobbygärtner offen. «Es ist schwierig, eine bestimmte Orchidee auf den Punkt genau zum Blühen zu bringen, deren Zucht ist eine Herausforderung, die viel Geduld voraussetzt», sagt er. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 19.03.2010, 09:54 Uhr

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