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Wanderweg bleibt nach Felssturz gesperrt
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Die Stahlnetze von losen Steinen befreien und diese kontrolliert herunterstürzen lassen–so lautete der Auftrag der beiden Bergführer, die gestern Vormittag im äusserst unwegsamen Gelände der Schybeflue in Unterseen unterwegs waren. Begleitet wurden sie von dem Geologen Dr. Kaspar Graf. Der Fachbereichsleiter Ingenieurgeologie bei der Firma Geotest AG kennt die Verhältnisse am Harder bestens und weiss: «Solche grösseren Felsstürze wie am Freitag können sich hier in sehr seltenen Fällen ereignen.»
Wanderweg gesperrt
Nachdem Graf und zuvor bereits sein Kollege Daniel Tobler, der das Gelände per Helikopter besichtigte, die Ausbruchstelle ausführlich untersucht hatten, gaben die Geologen Entwarnung. «Es besteht keine grössere Gefahr», fasst Unterseens Bauverwalter Hans-Ulrich Schori die Erkenntnisse zusammen. Dennoch bleibt der Wanderweg auf der Brandpromenade bis auf weiteres gesperrt. «Bis das Netz geflickt ist», so Schori. Nach vorsichtigen Schätzungen des Bauverwalters soll das Mitte März der Fall sein.
Bis dahin bleiben auch die gut einen Meter langen Quader, Steinbrocken und Geröllreste, die bis an die Einstellhalleneinfahrt des Werkhofs und in die Nähe eines Wohnhauses gerollt waren, auf dem Wanderweg liegen. Da bei der Montage der Schutznetze ebenfalls mit etwas Geröll aus der Felswand zu rechnen sei, werde erst anschliessend alles zusammengeräumt, erklärt Hans-Ulrich Schori. Insgesamt 10 bis 15 Kubikmeter Gestein, 20 bis 30 Tonnen, haben sich nach neuen Angaben der Geologen aus der Wand gelöst. Kaspar Graf korrigiert die Zahlen vom Freitag nach unten. Da war man noch von bis zu 60 Tonnen ausgegangen.
Schutz: Keine Garantie
Als Ursache für den Felssturz nennt Graf eine verborgene Kluft. Gefrorenes und wieder auftauendes Wasser habe schliesslich zum Abbrechen der Steine geführt. «Wenn man so etwas erkennt, kann man entsprechende Massnahmen ergreifen, sprengen oder stützen», sagt der Experte. Der Harder werde regelmässig auf Kluften dieser Art hin untersucht.
Auch für die Tatsache, dass die Steine trotz Stahlnetzen 120 Meter in die Tiefe stürzen konnten, hat der Experte eine Erklärung: «Es war ein ungünstiger Fall: Die Brocken sind direkt auf eine Stütze geknallt und haben dadurch das Netz ausgehoben.» Ohnehin sollen die Netze eigentlich nur Steine von der Grösse einer Faust bis zur doppelten Kopfgrösse vor dem Sturz aufhalten, wie in der Gefahrenkarte vorgesehen. «Gegen solche Ereignisse wie jetzt sind die Netze nicht gedacht. Die grössten Netze haben sechs Meter hohe Masten und sind mit 10000 Franken pro Laufmeter sehr teuer. Und auch da ist ein Schutz bei Ereignissen dieser Art nicht garantiert.» (Berner Oberländer)
Erstellt: 09.02.2010, 09:16 Uhr
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