Wall-Street-Spezialist zog Computerleute in den Bann

Von Fritz Lehmann/hau. Aktualisiert am 18.03.2010

Ein Konzertviolinist aus Slowenien und ein Börsenspezialist vom Schweizer Fernsehen: Vielfältiger hätte der erste Tag der X.Days in Interlaken nicht sein können. Auch die Freunde animierter Filme kamen auf ihre Rechnung.

Jens G. Korte in Interlaken bei seinem Referat an den X.Days, dem Branchentreff der Informations- und Kommunikationstechnologie im Kursaal.

Patric Spahni

SF-Moderatorin Patrizia Laeri führte erstmals durchs Programm.

SF-Moderatorin Patrizia Laeri führte erstmals durchs Programm. (Bild: Cagle.com/Patric Spahni)

Miha Pogacnik, Konzert-Violinist und Kulturbotschafter Sloweniens, brachte Erfolg im Geschäft mit Musik in Verbindung.

Miha Pogacnik, Konzert-Violinist und Kulturbotschafter Sloweniens, brachte Erfolg im Geschäft mit Musik in Verbindung. (Bild: Patric Spahni)

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Der deutsche Wall-Street-Korrespondent des SF, Jens G.Korte, war am gestrigen Tag der Stargast an den X.Days, dem Branchentreff der Schweizerischen Informations- und Kommunikationstechnologie. Der Konferenzsaal war übervoll, etliche Besucher mussten mit einem Stehplatz vorliebnehmen. Seit zehn Jahren ist Korte in den USA tätig, er hat die Entwicklungen am grössten Finanzhandelsplatz der Welt miterlebt. Vom Platzen der sogenannten Dotcom-Blase im Jahr 2000 über die Terroranschläge vom 11.September 2001 bis hin zum Zusammenbruch der Finanzmärkte vor anderthalb Jahren.

USA bleiben die Nummer 1

Sein Referat drehte sich um die Zukunft der USA. Seit dem Aufbruch von China zur Wirtschaftsmacht oftmals totgesagt, widerlegte er die These, dass mit den Vereinigten Staaten in Zukunft wirtschaftlich nicht mehr zu rechnen sei. Denn das Bruttoinlandsprodukt der grössten Weltwirtschaft übersteigt jenes von China um ein Vielfaches. Zudem werde die neue Regierung versuchen, notwendige Investitionen in die Infrastruktur und die Wirtschaft zu tätigen. Allerdings hemme die Diskussion um die Gesundheitsreform die notwendigen Schritte. Sicher aber sei, dass Barack Obama die Probleme von seinem Vorgänger George W.Bush übernehmen musste. «Und den wünscht sich hier im Saal niemand mehr zurück», fragte Jens G.Korte – Gelächter war die Reaktion.

Disney-Labor in Zürich

Für mehrere Lacher sorgte Sloweniens Kulturbotschafter Miha Pogacnik, der auch Konzertviolinist ist. Ein Beispiel: «Die Musik von Johann Sebastian Bach gibts schon dreihundert Jahre und wird es noch weitere dreihundert geben, aber dann gibts vermutlich kein Microsoft mehr.» Ernstere Töne schlug Robert W.Sumner an. Der 35 Jahre alte US-Amerikaner ist Vize-Chef des Disney-Entwicklungslabors in Zürich. Dort beschäftigt der amerikanische Unterhaltungskonzern ein zehnköpfiges Team in einer der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) angegliederten Forschungsstätte. «Die ETH geniesst in der Welt ein hohes Ansehen und ist punkto Technologie-Know-how eine der führenden Anstalten weltweit», so Sumner zum Standort Zürich. Dort werden in Zürich unter anderem Computerprogramme für das Steuern von Bewegungsabläufen bei Trickfilmfiguren entwickelt und Videoprogramme geschaffen, die exakte Kopien von Gesichtern zu schaffen vermögen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 18.03.2010, 09:03 Uhr

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