Waldbestattungen: Skepsis bleibt
Von Ulrich Krummenacher. Aktualisiert am 05.12.2011 2 Kommentare
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Bei einem Dorffriedhof hat alles seine gewohnte Ordnung und jeder seinen Platz. Anders bei den Waldbestattungen, bei denen die Asche Verstorbener in der Natur ausgestreut wird. Ängste und Skepsis gegen dieses Geschäftsmodell der «Oase der Ewigkeit» sind nach wie vor gross in Beatenberg, sodass es in einer Konsultativabstimmung mit dem überwältigenden Mehr der über 200 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung von Freitag abgelehnt wurde.
Gegen das organisierte Bestatten im Wald, welches vom kantonalen Amt für Wald genehmigt worden ist, sind von privater Seite Beschwerden hängig. Im Juni hatte der Gemeinderat Gelegenheit, gegenüber dem Kanton zu den Beschwerden Stellung zu nehmen, und hat dies auch ausführlich getan. Gewisse Anfangsschwierigkeiten wie Zufahrt und Verstreuen von Asche auf Nachbargrundstücken wurden gemäss Geschäftsführerin Verena Moser inzwischen bereinigt. Wesentlich neue Argumente gegenüber früher waren an der Versammlung nicht zu vernehmen. Der Gemeinderat wie auch das Gewerbe sind immer noch der Meinung, dass das Projekt kein negatives Image für Beatenberg bringe, sondern im Gegenteil dringend notwendige wirtschaftliche Impulse. «Der Gemeinderat bleibt bei seinem Beschluss, bis der Entscheid der Volkswirtschaftsdirektion zu den eingereichten Beschwerden feststeht», schloss Gemeindepräsident Christian Grossniklaus.
Nein zum Naturpark
Bereits zum zweiten Mal stimmte am Freitag die Gemeindeversammlung Beatenberg für oder gegen einen Beitritt zum Naturpark Thunersee-Hohgant ab. Nachdem sich in letzter Zeit mehrere Gemeinden gegen einen Beitritt entschieden hatten, folgte am Donnerstag nun auch noch Heiligenschwendi. Damit dürfte die Zukunft des Naturparks wohl besiegelt sein. «Wir empfehlen diesmal entgegen dem positiven Entscheid vom 4.Dezember 2009 den Parkvertrag zur Ablehnung, weil durch den Austritt wichtiger Parkgemeinden die Idee eines geografisch zusammenhängenden Parks zur Stärkung der Region nicht mehr gegeben ist», erklärte Gemeinderat Johann Gimmel. Die Versammlung folgte dem Antrag des Gemeinderates und lehnte den Parkvertrag ab.
Hochwasserschutz nötig
Sundlauenen ist gemäss Naturgefahrenkarte im Gefahrenbereich Rot und damit durch Wasser erheblich gefährdet. «Der Gemeinderat will diese Gefährdung durch drei Projekte eliminieren: das Wasserbauprojekt Sundgraben, die Instandsetzung der Sundgrabenbrücke und das Wasserbauprojekt Fitzligraben», erklärte Gemeindepräsident Christian Grossniklaus. Das Vorhaben wird von Bund und Kanton massgeblich subventioniert, war ausserdem zu vernehmen. Der Gemeinderat empfahl das Projekt mit einem Bruttokredit von 860'000 Franken zur Annahme, obwohl damit das Eigenkapital bis Ende 2016 praktisch aufgebraucht sein wird. Widerstand regte sich dann allerdings vonseiten der Grundbesitzer, welche für die Umlegung des Lentiwegs als Detailerschliessungsstrasse mit Grundeigentümerbeiträgen von 500'000 Franken zur Kasse gebeten werden sollen. Und die Versammlung wies denn auch diesen Teil der Vorlage an den Gemeinderat zurück.
Zulasten der Spezialfinanzierung Wasser und Abwasser wurde ein Kredit von 720'000 Franken für die Erneuerung der Festungsleitung Schmocken und für die Sanierung Ruchenbühlstrasse 160'000 Franken bewilligt. Ausserdem genehmigte die Versammlung den Voranschlag 2012 mit einem Steuersatz von unverändert 2,18 Einheiten und einem Ertragsüberschuss von 167'000 Franken. (Berner Oberländer)
Erstellt: 05.12.2011, 10:03 Uhr
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