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Wäflers wollen die Hängebrücke entwidmen lassen

Von Sarah McGrath-Fogal. Aktualisiert am 10.02.2012

Martin und Karin Wäfler haben genug: Die Eigentümer der Hängebrücke Hohstalden wollen sie entwidmen lassen. Es ist die Folge eines Streits zwischen Wäflers und der Gemeinde Frutigen. Grund für ihren Entscheid ist, dass die Gemeinde sich nicht mehr am Unterhalt der Brücke beteiligen will.

Die beliebte Hängebrücke.

Die beliebte Hängebrücke.
Bild: Markus Hubacher

«Wir wollen dem fast einjährigen Streit mit der Gemeinde ein Ende setzten», sagt Karin Wäfler. Sie und ihr Mann Martin sind im Hohstalden Eigentümer einer der längsten Hängebrücken Europas. Martin Wäfler ergänzt: «Wir hatten genug von der sturen Haltung des Gemeinderates.» Darum hätten sie sich dazu entschieden, beim Regierungsstatthalter die Entwidmung der Brücke zu beantragen. Wie der Gemeinderat gestern mitteilte, unterstützt er Wäflers Wunsch.

Zur Erinnerung: Vor fast fünf Jahren wurde die Hängebrücke eingeweiht. Zahlreiche Frutiger Unternehmen, aber auch Private, hatten den Bau der Brücke finanziell unterstützt. Die Gemeinde Frutigen sprach einen Beitrag von 10000 Franken. In den letzten Jahren ist die Brücke, die von Frutigen Tourismus vermarktet wird und sich in einem beliebten Wandergebiet befindet, immer populärer geworden. Dies auch, weil Wäflers unweit von ihrem Wohnhaus eine kleine Beiz eröffnet haben und mittlerweile von den Einnahmen leben können. Sie erhofften sich in der Folge vom Gemeinderat finanzielle Unterstützung für den Unterhalt der Brücke. «Sie ist ein Tourismusmagnet in der Region. Ausserdem brauchen wir in unserer Beiz vornehmlich regionale Produkte und unterstützen das lokale Gewerbe», sagt Martin Wäfler.

«Vertrag ist untragbar»

Die Gemeinde Frutigen reagierte auf den Wunsch um finanzielle Unterstützung verhalten und verlangte von der Familie Wäfler einen Sicherheitsnachweis für die Brücke. Ein Gutachten der Frutiger Ingenieure Ramu brachte den Sicherheitsnachweis.

Trotzdem wurden sich die strittigen Parteien nicht einig. Auch ein eingesetzter Mediator konnte die Differenzen nicht bereinigen. Wäflers wollen darum den Dienstbarkeitsvertrag mit der Gemeinde Frutigen nicht unterschreiben. Dort steht unter anderem, dass «die Kosten der Erneuerung und der bauliche Unterhalt zulasten des Eigentümers gehe». Und weiter, dass sich die Gemeinde einzig zu einem Viertel an den Instandhaltungskosten der Zugangswege beteiligen würde. «Ein solcher Vertrag ist untragbar. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, als ich ihn sah», sagt Martin Wäfler.

Ruedi Egger, Gemeindepräsident von Frutigen, wehrt sich gegen Wäflers Vorwürfe: «Besagter Dienstbarkeitsvertrag war ein Entwurf, über den man noch hätte diskutieren können.» Wäflers seien mit ihrem Antrag auf Entwidmung beim Regierungsstatthalter einem möglichen Vertrag mit gemeinsamem Nenner jedoch zuvorgekommen. «Wir wollten die Brücke nicht entwidmen lassen», sagt der Gemeindepräsident. Er gibt aber zu, dass es wohl schwierig gewesen wäre, bezüglich der Dienstbarkeit einen gemeinsamen Nenner zu finden. «Es ist Zeit, etwas Gras über die Sache wachsen zu lassen und vielleicht später wieder darüber zu reden», sagt Ruedi Egger. (Berner Oberländer)

Erstellt: 10.02.2012, 09:16 Uhr

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