Vorsorgliche Kündigungen bei der Gemeinde
Gemeindeverwaltung Kandersteg: Die Umstrukturierung führt zu vorsorglichen Kündigungen. (Bild: Hans Rudolf Schneider)
Der Gemeinderat Kandersteg hat im Dezember 2011 über die Kündigung von Bauverwalter Toni Rösti informiert und festgehalten, dass damit eine mögliche Umstrukturierung der Gemeindeverwaltung beeinflusst und darum die Stellenausschreibung später erfolgen werde. Eine Projektgruppe – bestehend aus der Gemeinderatspräsidentin Barbara Jost sowie den Gemeinderäten Paul Breitschmid und Urs Weibel – hat unter Beizug der Firma Res Publica Consulting AG Managementberatung für öffentliche Institutionen (Bern) die Möglichkeiten für eine Reorganisation der Ressortstruktur des Gemeinderates und der Führung der Gemeindeverwaltung geprüft, wie der Gemeinderat gestern mitteilte. Hauptzielsetzung waren die Optimierung der Strukturen sowie die Vereinfachung von Prozessen und Schnittstellen.
Neu: Ein Verwalter
«Nach eingehender Diskussion der im Projektbericht festgestellten Auswirkungen auf Strukturen, Prozesse und Ressourcen hat der Gemeinderat entschieden, eine umfassende Reorganisation der Gemeindeverwaltung sowie eine Neupositionierung der Führung vorzunehmen. Dem Gemeindeverwalter stehen neu ein Finanzsekretär, ein Bausekretär, ein Liegenschaftssekretär sowie das erforderliche Sekretariatspersonal zur Seite», heisst es in der Mitteilung.
Er ist der Gemeinderatspräsidentin Barbara Jost unterstellt und «wird als Ansprechpartner für die einzelnen Ressortverantwortlichen des Gemeinderates zur eigentlichen Schlüsselfigur der Verwaltung». Die Personalkapazität werde nach den Empfehlungen einer kürzlich vom Verband Bernischer Gemeindekader durchgeführten Kapazitätsanalyse massvoll erhöht; insgesamt soll aber das Personalbudget durch Umwandlung von Stellenanteilen in tiefer eingestufte Stellen eingehalten werden können.
«Aufgrund der Neupositionierung von Verwaltung und Funktionen kam der Gemeinderat einstimmig zum Schluss, dass die Realisierung nur ohne Auflagen und Kompromisse sinnvoll ist. Dies führte dazu, dass gegenüber Gemeindeschreiber Erhard Germann und Finanzverwalter Thomas Sieber eine vorsorgliche Kündigung ausgesprochen wurde.» Den beiden gekündigten Funktionsinhabern wurde empfohlen, sich für die ausgeschriebenen neuen Stellen zu bewerben.
Bis im Herbst abgeschlossen
Der Gemeinderat sei sich bewusst, dass die beschlossenen Massnahmen für die betroffenen Angestellten «einschneidend» sein könnten; sie seien aber für eine wirksame Reorganisation aufgrund der veränderten Stellenprofile unumgänglich. Der Gemeinderat werde zudem alles unternehmen, dass bis im Herbst 2012 der Prozess so abgeschlossen sei und dass bestehendes Know-how weitergenutzt und für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden könne. (Berner Oberländer)
Erstellt: 08.02.2012, 08:14 Uhr
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