Viel Arbeit in Hütten und auf Wegen

Max und Monique Kräuchi sind die neuen Hüttenwarte der vor zwei Wochen eröffneten Fründenhütte. Ein Dutzend weitere SAC-Hütten nehmen in diesen Tagen ihren Betrieb auf.

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Der Berghüttensommer ist lanciert. Mit viel Zuversicht und Elan starten in diesen Tagen die Betreiber der 27 bewarteten SAC-Hütten der Berner Alpen in die Sommersaison 2014. Zu ihnen gehören neuerdings auch Max und Monique Kräuchi. Das Basler Ehepaar, das seit 25 Jahren in Thun lebt, trat vor zwei Wochen die Hüttenwart-Nachfolge von Marc Schertenleib in der Fründenhütte an. «Endlich hat es geklappt. Schon seit Jahren bewarben wir uns immer wieder für ein Engagement als Hüttenwarte in verschiedenen Hütten», sagt Max.

Der 59-jährige Seilbahn- und Maschineningenieur weiter: «Wir träumten davon, gegen Ende unserer beruflichen Laufbahn mal noch etwas gemeinsam anzupacken. Das Leben und Arbeiten an einem paradiesischen Ort wie der Fründenhütte bedeutet für uns die Realisierung dieses Traums. Hinzu kommt die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Sektion Altels und deren Hüttenchef Roman Herrmann.»

Diese Hütten sind offen

Ebenfalls vor zwei Wochen nahm die Lämmerenhütte den Sommerbetrieb auf. Hüttenwartin Barbara Wäfler: «Letztes Wochenende hatten wir bereits Hochbetrieb. Da ausserordentlich wenig Schnee liegt, besuchen uns recht viele Tagesgäste. Auch sieht es bei den Reservationen schon sehr gut aus.» Die gleichen Töne schlagen die Hüttenwarte der gleichzeitig geöffneten Bächlital-, Blümlisalp-, Windegg- und Mutthornhütte an. «Und das neue Reservationssystem bewährt sich, wenn auch einige sich noch etwas damit schwertun, diese neue Technik anzuwenden», sagt Hans Hostettler von der Blümlisalphütte.

Auch seit zwei Wochen sind Irene Beck und ihr nepalesischer Ehemann Talak in der Trifthütte. Die beiden bestreiten ihren letzten Sommer im auf 2520 Meter über Meer gelegenen Refugium der SAC-Sektion Bern. Die Aufbruchstimmung bei den Hüttenwarten ist nach fünf durchschnittlichen bis durchzogenen Jahren deutlich zu spüren: «Die Hütte und ich sind bereit für einen Supersommer», sagt Cyrille Zwicky. Sie hat ihre Dossenhütte vor einer Woche geöffnet, gleichzeitig mit Hans Balmer in der Schreckhornhütte und Daniela Meyer in der Wildstrubelhütte. Lauteraar und Finsteraar sind seit vorgestern offen, Oberaletsch seit gestern, und Susanne Brand startet in ihrer Gaulihütte heute in den Sommer.

Die im Umbau befindliche Gspaltenhornhütte geht am 1.Juli auf. Ferner offen sind auch Doldenhorn-, Konkordia-, Oberaarjoch-, Violettes-, Wildhorn- und Tierberglihütte. Letztere wird seit Mitte März vom Ehepaar Tina und Hanspeter Imboden gleich durchgehend betreut.

Schon seit Pfingsten offen sind die Gelmer- und die Glecksteinhütte; die Balmhornhütte sogar noch eine Woche länger. Am 17.Juni öffneten die Baltschieder- und die Hollandia-, am 19.Juni die Geltenhütte. Diese wird heuer nur während eines kurzen Sommers betrieben, steht doch im Rahmen eines 1,3-Millionen-Umbaus eine längere Bauzeit an (wir haben berichtet): «Ab 10.August ist die Hütte geschlossen, damit wir die umfangreichen Bauarbeiten in Angriff nehmen können», sagt Hüttenwart Ueli Stalder.

Einige Bauarbeiten

Baupläne hegt auch die SAC-Sektion Angenstein als Besitzerin der Lämmerenhütte. «Die Projektierungsphase ist abgeschlossen, die Sektion ist an der Planung, und bald beginnt die Suche nach potenziellen Geldgebern», so Hüttenwartin Barbara Wäfler. Geplant ist der Umbau für 2016/2017.

Bei der Finsteraarhornhütte ist die seit letztem Jahr laufende Teilsanierung noch im Gang: «Es hatte noch zu viel Schnee, um die Arbeiten zu beenden. Dies wird aber im Verlaufe dieses Sommers geschehen», sagt Hüttenwartin Vreni Winterberger. Die Glecksteinhütte hat gerade einen kleinen Umbau im Aufenthaltsraum und im Empfangsbereich hinter sich; für nächstes Jahr plant die SAC- Sektion Burgdorf grössere Investitionen für die Verbesserung der Isolation: Die Fenster sollen ersetzt werden. «Zudem haben wir energiemässig einiges investiert, um das Wasserkraftwerk noch besser auszunützen, damit wir künftig nur noch sporadisch auf den Dieselgenerator angewiesen sind», sagt Hüttenwart Christian Bleuer.

Unterhalb der Lauteraarhütte wird an den zum Teil kritischen Stellen des Hüttenzustiegs gearbeitet. Zu deren Entschärfung und zur teilweisen Neuanlegung des Hüttenwegs stellt das Bauunternehmen Marti ab Ende Juni 18 Lehrlinge zur Verfügung. Am 22.August wird Hüttenwart Heinz Müller beim Grimselhospiz den neu sanierten Hüttenweg festlich einweihen – den Hüttenweg zur «Königin der Alpen», zu welcher die auf 2392 Meter über Meer gelegene Lauteraarhütte im Grimselgebiet erst vor wenigen Wochen gekrönt wurde; sie ist somit die beliebteste SAC-Hütte der Schweiz.

Schliesslich werden in den nächsten Wochen auch die Arbeiten für den Einbau der neuen Wassertanks und zur Erneuerung des Eingangsbereichs in der Hollandiahütte abgeschlossen. Hüttenwart Egon Feller freut sich: «Die neuen Tanks haben sich im Winter bereits bestens bewährt; wir mussten nur sehr wenig Schnee zu Wasser schmelzen. Dies erspart es uns, Unmengen von Holz hochzufliegen, die bisher gebraucht wurden, um das Wasser zu gewinnen.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 28.06.2014, 18:09 Uhr

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Im Kiental wird für Wanderer gearbeitet

Die Gspaltenhornhütte wird derzeit umgebaut und eröffnet am 1.Juli die Sommersaison. Der Wanderweg von der Bundalp zur Gspaltenhornhütte ist dank einer Leiter über den Gamchigletscher wieder passierbar.

Im vergangenen Sommer musste der Wanderweg über den Gamchigletscher zum ersten Mal über eine lange Leiter geführt werden, da der übliche Weg über das Gletschertor wegen Einsturzgefahr gesperrt wurde. Kurz darauf kollabierte das Gletschertor denn auch, wie es von Bernhard Mani, Bergführer und Wanderwegmitarbeiter der Gemeinde Reichenbach, vorausgesagt wurde.

Nun sind die Brücken über den Gamchibach und die Leiter nach der Wintersperre wieder installiert, und die Gspaltenhornhütte ist von der Blüemlisalphütte über den Weitwanderweg Hintere Gasse erreichbar. Ungeübten Wanderern, kleinen Kindern und Hunden wird der Umweg durchs Gamchi empfohlen.

Bernhard Mani beobachtet sorgenvoll das Einstürzen von Gletschertoren und das Absenken von Eismassen am Gamchigletscher, der zweiarmig vom Morgenhorn und von der Gamchilücke ins Gamchi zieht. Der untere Teil ist stark schuttüberdeckt. «Die Länge des Gamchigletschers wird sich in den nächsten Jahren stark verkürzen. Durch einen massiven Schwund der Eismassen wird bald der untere Teil des Gletschers vom oberen losgelöst sein und ohne Eisnachschub verschwinden», sagt Roland Descloux, Bergführer und Verantwortlicher für die Vermessung des Gamchigletschers.

Die Klimaveränderungen gestalten den Unterhalt der Wanderwege immer anspruchsvoller. Mani läuft deshalb mindestens einmal wöchentlich die Strecke über den Gamchigletscher ab, um sicherzustellen, dass der Wanderer gefahrlos das Gelände passieren kann.

Die Lage der Leiter muss regelmässig angepasst werden, da das Eis bei warmen Temperaturen rapide abschmilzt. Kanton, Gemeinde, Blüemlisalp- und Gspaltenhornhütte beteiligen sich an den Kosten.

Kurze Schneepassagen

Die Sommersaison in der Gspaltenhornhütte beginnt am 1.Juli. «Im Moment liegt der letzte Hang westseitig vor dem Hohtürli noch im Schnee. Von einem Aufstieg über die Griesalp rate ich im Moment noch ab», sagt Hans Hostettler, Bergführer und Hüttenwart auf der Blüemlisalphütte. Der Zustieg zur Gspaltenhornhütte weist nur noch kurze Schneepassagen auf.

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