Region

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Vandalen sind an Rodung mitschuldig

Aktualisiert am 07.02.2012

Bei der Grillstelle «Chalberglunte» am Ufer der Kander ist in den vergangenen Wochen rigoros ausgeholzt worden. Passanten hinterfragen die Aktion kritisch, doch Gemeinderatspräsident Gottfried Bühler rechtfertigt diese mit Vandalenakten.

Nach dem Holzschlag einsehbar: Die  Grillstelle «Chalberglunte» mit Geräte-Holzhütte von der Flugplatzseite der Kander aus gesehen.

Nach dem Holzschlag einsehbar: Die Grillstelle «Chalberglunte» mit Geräte-Holzhütte von der Flugplatzseite der Kander aus gesehen.
Bild: Leserbild Armin Gyger

«Wer in den letzten Wochen bei einem Spaziergang bei der Grillstelle ‹Chalberglunte› in Kien vorbeikam, traute seinen Augen kaum. Da waren doch Forstarbeiter damit beschäftigt, alle Bäume zwischen dem rechten Kanderufer und der Grillstelle neben dem kleinen Teich radikal abzuholzen.» Mit diesem Wortlaut meldete sich Leser Armin Gyger aus Reichenbach bei dieser Zeitung. Und weiter: «Auf der Höhe des Parkplatzes beim Flugplatz wurde zudem sämtliches Ufergehölz durch die Forstleute entfernt. Diese Abholzerei ist für mich absolut unverständlich.» Die Grillstelle präsentiere sich jetzt so richtig «blutt». Wenn er mit Spaziergängern darüber spreche, hätten die meisten für diese rigorose Rodung auch nur ein Kopfschütteln übrig.

«Derjenige, der den Auftrag erteilt habe, mit der Motorsäge anzurücken, um auf diese Art ‹ganze Arbeit› zu leisten, sollte zur Rechenschaft gezogen werden», meint Gyger. «Von Verhältnismässigkeit keine Spur. Und sollte ein kontrolltaktisches Vorgehen – wegen der mehrmals begangenen Sachbeschädigungen an der Grillstelle – mitgespielt haben, dann muss ich sagen: Dieser Mann hat keine grosse Ahnung davon.» Die diversen gefällten Bäume erachtet Gyger als zu 90 Prozent gesund, «die hätten nicht gefällt werden müssen».

Wegen Vandalen angeordnet

Der Gemeinderatspräsident und Obmann von Reichenbach, Gottfried Bühler, bestätigte gestern auf unsere Nachfrage, dass die üblen Vandalenakte an der Grillstelle beim Entscheid zur Holzerei eine wichtige Rolle gespielt hätten. «So ist die der Gemeinde gehörende Anlage künftig besser einsehbar. Wir sind gleichzeitig bei der Polizei vorstellig geworden, damit diese künftig auch vermehrt Kontrollen durchführt.» In Absprache mit den Forstorganen habe die Schwellenkorporation die Sträucher und Bäume entfernt. Teilweise sei dies auch im Rahmen der Gerinnepflege – wegen der vermehrt auftretenden Hochwasser – ausgeführt worden.

Der zuständige Revierförster Roland Descloux meinte am Telefon: «Rein vom Wald her stellen diese Massnahmen kein Drama dar. Mich stört allerdings, dass ich nicht vorgängig orientiert und beigezogen wurde. So habe ich mit den Arbeitern erst gesprochen, als die Aktion bereits lief.» Gestern Vormittag habe man dann am Rande einer Sitzung die ausgeführten Holzerarbeiten noch diskutiert.

Sträucher wachsen schnell

Kleinere Unterhaltsarbeiten an den Gewässern dürften ohne Beizug des Förster gemacht werden, sagte Descloux. Bei grösseren Eingriffen zeichne der Förster die zu fällenden Bäume an. «Er achtet darauf, dass wertvolles Gehölz erhalten bleibt.» Bei der ‹Chalberglunte› sei es um die nun gefällten Fichten nicht schade. «Die werden in Auenlandschaften nicht gefördert, dort sind Laubhölzer das Ziel. Diverse Sträucher, Erlen und Weiden werden beim Grillplatz rasch nachwachsen.» Die vom Leser Armin Gyger angesprochenen Massnahmen auf gleicher Höhe des linken Kanderufers taxiert der Revierförster als Unterhalt.

Weiter oben am Flugplatz habe er mit der Burgerbäuert eine Aufwertung des Waldrandes realisiert, erklärte Descloux. «Dort wurden grosse Fichten, aber auch Buchen und Ahornbäume gefällt, damit der Wald mehr Licht erhält. Dies zur Förderung der Biodiversität.» Auch solche Aktionen würden von Passanten oft kritisch hinterfragt, seien aber sinnvoll.Peter Rothacher>

Erstellt: 07.02.2012, 09:58 Uhr

Populär auf Facebook Privatsphäre