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«Unsere Ratschläge werden ignoriert»

Von Bruno Petroni. Aktualisiert am 05.01.2010

Das Lawinenunglück vom Sonntag ereignete sich quasi vor der Haustür von Bernhard und Barbara Freiburghaus.

Bernhard Freiburghaus.

Bernhard Freiburghaus. (Bild: Bruno Petroni)

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Seit 37 Jahren wohnen sie in der allerhintersten Ecke des Diemtigtals, auf der Alp Kiley: Bernhard Freiburghaus und seine Ehefrau Barbara. Sie sind die hintersten Bewohner des Diemtigtals, vier Kilometer südlich von Schwendi. Erschlossen ist ihr Heim durch eine schmale Asphaltstrasse. In den Wintermonaten ist hier oben definitiv Endstation – von da weg geht es höchstens auf Tourenskiern weiter ostwärts zum Steinboden, hinter welchem sich auf gut 2000 Meter über Meer auch das Chummli befindet. Gerade für die zunehmende Schar der Skitourenfahrer ist das hintere Diemtigtal ein Geheimtipp. Mehr noch: Es gilt als das Skitouren-Mekka schlechthin. «So kommt es schon mal vor, dass an einem schönen Wochenende gegen hundert Autos da oben parkiert sind», sagt Bernhard Freiburghaus. Für die Autos der vielen Freizeitsportler pflügt der Landwirt nach jedem Schneefall extra ein beachtliches Stück seines Landes frei, «denn sonst haben wir die Fahrzeuge alle vor unserem Haus». 60 Autos waren denn laut Freiburghaus auch am vergangenen Sonntag auf seinem Land parkiert, als sich das verhängnisvolle Lawinenunglück im Chummli ereignete.

Das Suchgerät im Auto

Barbara Freiburghaus: «Wir haben es längst aufgegeben, bei prekären Schneeverhältnissen die Skitouristen zu warnen. Diese schlagen gut gemeinte Ratschläge höchstens in den Wind.»

Warntafel nützte nichts

So erinnert sie sich auch an den Lawinenwinter 1999, als die Gemeinde Schwendi mit einer grossen, gut sichtbaren Warntafel auf die grosse Lawinengefahr aufmerksam gemacht hatte: «Selbst diese Tafel wurde damals von den Leuten regelmässig ignoriert», erinnert sich Barbara Freiburghaus. Sie selber fuhr in diesem schneereichen Winter vor elf Jahren jeweils mit dem Lawinensuchgerät im Auto aus dem Tal heraus, und das auch nur gerade, wenn es unbedingt sein musste. Mit Schaudern schliesst sie: «Ich kann schon gar nicht mehr zusehen, wenn Skifahrer mal wieder hier oben seelenruhig den gefährlichen Scheerlizug passieren – einfach unfassbar, was für Risiken diese Menschen eingehen.»

(Berner Oberländer)

Erstellt: 05.01.2010, 07:56 Uhr

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