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Taubenplage: Sauberkeit im Schlag kritisiert
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Was auf dem Grundstück der Nachbarliegenschaft abgeht, ist «eine Riesensauerei», erzählte Anwohnerin Lia Nielsen gegenüber dieser Zeitung. Sie und weitere Nachbarn des Hauses an der Goldiwilstrasse 8 leiden seit längerer Zeit unter Gestank, Kot und anderen Emissionen, die die Taubenzucht von Herbert Tschanz verursacht.
Nun zeigen die Einwände der Anwohnerschaft bereits erste Wirkung: Zwei Vertreter des Veterinärdiensts besuchten gestern Nachmittag gemeinsam mit der stellvertretenden Thuner Gewerbeinspektorin Karin Kupferschmied den fragwürdigen Taubenschlag. Dabei beanstandeten sie die allgemeine Sauberkeit im Holzhäuschen. «Herr Tschanz hat jetzt während ein paar wenigen Tagen Zeit, den Schlag wieder in Ordnung zu bringen», erklärte Kupferschmied nach der Inspektion. «Anschliessend werden wir die Lage bei einer weiteren Nachkontrolle erneut überprüfen.»
Wird Taubenzahl reduziert?
Tschanz wurde gestern zudem abermals darauf hingewiesen, die Stadttauben, die im Gegensatz zu den restlichen Vögeln nicht zur Zucht gehören, nicht mehr zu füttern. Doch was passiert, wenn er sich nicht an die Auflage hält? «Gestützt auf das Ortspolizeireglement können wir falls nötig weitere Massnahmen, bis hin zum Fütterverbot, ergreifen», erläuterte Karin Kupferschmied. Der Veterinärdienst prüfe überdies, ob Tschanz die Zahl der Tiere im Schlag reduzieren muss. Zurzeit beherbergt der Züchter zu Spitzenzeiten bis zu 80 Tauben auf relativ engem Raum.
Kot zerstört das Gemüse
Nachbarin Lia Nielsen zeigte sich in einer ersten Reaktion skeptisch: «Ich hoffe, dass die Behörden die Sache ernst nehmen, damit sie nicht wieder im Sand verläuft – so wie auch schon.» Seit sie vor sechs Jahren ins Quartier gezogen ist, hat Nielsen diverse Male erfolglos versucht, dem Treiben ein Ende zu setzen. Bei Regen wasche es den Vogelkot auf dem schrägen Wellblechdach des Schlags jeweils direkt in ihren Garten, der unmittelbar dahinter liegt. Zusammen mit dem restlichen Kot würden dadurch grosse Teile des Gemüse Jahr für Jahr ungeniessbar. «Abgesehen davon tragen die Tauben zum Teil Flöhe mit sich. Deren Bisse auf der Haut mussten wir sogar schon mit Antibiotika behandeln», erklärt Nielsen.
Der Einzige, der gestern Nachmittag zur neusten Entwicklung schwieg, war Herbert Tschanz selber. Er wollte zum Ergebnis der Inspektion keine Stellung beziehen und forderte die Journalisten stattdessen auf, «schnell wieder zu verreisen». (Berner Zeitung)
Erstellt: 29.07.2010, 10:19 Uhr
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