Studie über Freilichttheater veröffentlicht
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«Das Freilichttheater in der deutschsprachigen Schweiz schafft künstlerische, kulturpolitische und regionalwirtschaftliche Mehrwerte», lautet das Ergebnis des Forschungsprojektes «Brennpunkt: Theater mit nicht professionellen Darstellenden». Auf Grund von zahlreichen Interviews mit Darstellenden, Regisseuren und Veranstaltern des Landschaftstheaters Ballenberg untersuchte die Forschungsgruppe unter der Leitung von Liliana Heimberger an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) die regionalwirtschaftlichen Effekte von Freilichtaufführungen. Laut dem Bericht böten Freilichttheater nicht nur Unterhaltung an lauen Abenden, sondern stellten eine höchst leistungsfähige Form des Theaters dar. Freilichttheater mit nicht professionellen Darstellenden seien mehr als Freizeitbeschäftigung und Laienschauspiel. Die künstlerische Verantwortung bei einem Grossteil der Produktionen läge in der Hand von professionellen Regisseuren.
Bevölkerung einbeziehen
Die Regisseurin des 2008 im Landschaftstheater Ballenberg aufgeführten Stücks «Die Siebtelbauern» Barbara Schlumpf betont, die Möglichkeit, die Bevölkerung einzubeziehen, sei eine grosse Bereicherung. «Dass wir Leute einsetzen, welche am Ort der Aufführung wohnen und sich mit der Landschaft auskennen, schafft eine grosse Glaubwürdigkeit.» Dies sieht auch der Bericht der Forschungsgruppe so: «Anders als beispielsweise die Stadttheater, schaffen es Freilichtaufführungen, weite Teile der Bevölkerung aktiv einzubinden.» Das Freilichttheater übernehme vielfältige Vermittlungsaufgaben an die Darstellenden und an das breite, meist überregionale Publikum. Dabei greife das Freilichttheater oft Fragen auf, die weite Kreise der Gesellschaft beträfen. An ländlichen Orten erhalte das Freilichttheater damit eine Bedeutung, die im kulturellen Grossangebot von Städten kaum noch realisierbar sei: Theater als ein Ort gemeinsamen Nachdenkens und als eine zentrale Stimme in der Gesellschaft.
Aber: Barbara Schlumpf betont, Freilichttheater hätten keinen Mehrwert zu den Theatern im Haus. Sie seien lediglich ein anderes Genre, welches andere Rahmenbedingungen mit sich bringe. Die Kulisse sei immer Inhalt des Theaters. «Bei Vorstellungen im Freien ist die Sprache nicht so dominant, sondern andere Elemente, wie die Musik und das Umfeld, erhalten eine grössere Bedeutung als bei Vorführungen im Haus.» Laut dem Bericht hätten Freilichttheater anders als beispielsweise Stadttheater unterschiedlichste Auswirkungen auf ihre Region. Durch die Besucher würden nicht nur zusätzliche Umsätze und zusätzliche Wertschöpfung generiert, sondern Freilichttheater könnten langfristig auch zu einer Steigerung der Standortattraktivität einer Region beitragen.
Dadurch, dass die Umgebung auch immer Inhalt des Theaters sei, ergebe sich, laut Barbara Schlumpf, ein starker lokaler Bezug. «Das Freilichttheater ist sehr nah am einfachen Alltag und eignet sich dadurch sehr gut für volksnahe Themen. Dadurch, dass die Umgebung und die lokale Bevölkerung einbezogen werden, ist eine Volksnähe auf sehr hohem Niveau möglich», sagt die Regisseurin.
Die Resultate der Studie werden am 24.Oktober in Zürich offiziell vorgestellt. (pd/bas/BO)
Erstellt: 21.10.2009, 09:02 Uhr


