Thuner sind im «Schlöfli»-Fieber
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Eisregeln
Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft hat Regeln aufgestellt: Das Eis nur betreten, wenn es von Behörden freigegeben ist. Anweisungen strikt einhalten. Rettungsgeräte (Leitern, Stangen, Ringe, Bälle, Leinen) sind keine Spielzeuge. Massenansammlungen bei Rissbildung meiden. Bei Eiseinbruch sofort Arme ausbreiten und versuchen, aus der gleichen Richtung auszusteigen, aus der man gekommen ist. Sofort Helfer alarmieren. Sich dem Eingebrochenen nur in Bauchlage und mit einem Rettungsgerät nähern. pd
Am Donnerstagmorgen kurz vor acht Uhr. Der Tag ist noch nicht ganz erwacht. Am Ufer des Thuner Lachenkanals tut sich Ungewohntes. «Das reicht, knapp 16 Zentimeter – wir können zwei Flächen freigeben», stellt Gewerbeinspektor Reto Keller fest. Solange die Temperaturen im Minus bleiben, darf offiziell «gschlöflet» werden. Sicher mindestens bis nächste Woche.
Viel Gekicher
19 kältegerecht vermummte Schüler der Progy-Klasse 7d fassen Besen, Hämmer und Schneeschaber. Sie müssen die festgefrorenen Steine lockern, den gefrorenen Schnee wegstossen und dann die ganze Fläche «bäsele». Die Kids packen die Aufgabe mit viel Gekicher an – und entdecken kurz darauf am Ende eines Bootssteges ein eingefrorenes Taucherli. «Oh, das arme Änteli», sind die Schüler betroffen. Die Feuerwehr übernimmt die Bergung und analysiert: Das Tier hatte sich in einer Fischerschnur verheddert und war wohl schon länger tot.
«Dir müesst ä Kolonne bilde, de geits besser», empfiehlt und koordiniert Ueli Bürki. Der Einsatz auf dem Lachenkanal ist auch für den Strassenreiniger ein Novum. «Schlöfle uf em Chänel» war lange nicht mehr möglich. Deshalb hat die Stadt keine Einachsermaschine mit Bürste mehr. Die ist inzwischen in der Partnerstadt Gabrovo im Einsatz. «Das Tiefbauamt konnte so kurzfristig nicht genügend Leute aufbieten – wir sind sehr froh über das spontane Einspringen der Schulklasse», berichtet Gemeinderat Roman Gimmel. «Etwas gemeinsam im Freien zu tun, ist eine gute Sache und für die Schüler sicher ein unvergessliches Erlebnis», begründet Lehrerin Nadine Lutstorf ihre Zusage.
«I ha chalti Füess», jämmerlet ein Meitschi. «Du muesch di nume meh bewege», raten Mitschüler. «Das ist auf jeden Fall besser, als einen Test in Naturkunde zu schreiben», sieht der 13-jährige Roman Matzinger das Positive. «Das ist lustig und mal was anderes», findet Seline Julier. Nach einem wärmenden Znüni wird das zweite Feld zwischen den Bootsstegen in Angriff genommen. «Das ist eine schöne Sache», lobt Spaziergänger Christoph Richener – und Hund Eros wedelt freudig mit dem Schwanz. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 10.02.2012, 08:40 Uhr
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