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Spatenstich für 170-Millionen-Stadion

Von Michael Gurtner. Aktualisiert am 18.02.2010

Grosser Augenblick für die Sportstadt Thun: Mit dem gestrigen Spatenstich begann der Bau des neuen Stadions. Der Einkaufsbereich wird Panorama-Center heissen – die Fussball-Arena ist noch namenlos. 2011 soll sie fertig sein.

1/5 Am Mittwoch war Spatenstich für das neue Stadion Thun Süd und das Panorama-Center.
Berner Oberländer

   

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Diebstähle bei Stadion- Baustelle

Dreiste Diebe brachen zweimal in Baracken bei der Stadionbaustelle ein. Gesamtschaden: Rund 30'000 Franken. Grosse Freude herrschte gestern bei Firmen- und Behördenvertretern in Thun Süd: Sie konnten den Spatenstich für das neue Stadion und das Einkaufszentrum feiern (Text links). Doch von der Baustelle für das 170-Millionen-Projekt gibt es auch Unerfreuliches zu berichten: Am Montag und in der Nacht auf gestern Mittwoch brachen Unbekannte zweimal in Baustellenbaracken ein. Dies bestätigte Jürg Grossen, Betriebsleiter der Firma Isenschmid AG, die unter anderem für den Abbruch des ehemaligen Ponyhofs neben der Allmendingenallee zuständig ist. «Die Diebe haben unter anderem Bohrhämmer und Bohrlaser gestohlen», führte Grossen aus. Er habe keine Ahnung, was ein «normaler» Mensch mit solchen Gerätschaften wolle.

Container zerstört

Betroffen war auch eine Baracke der Kästli AG, die für das Projekt in Thun Süd mit Isenschmid und der Kiestag Wimmis eine Partnerschaft einging. Während bei Isenschmid «nur» die Tür eingebrochen wurde, hinterliessen die Diebe beim Container der Kästli AG zusätzliche Zerstörungen. «Der Schaden beträgt bei uns etwa 10'000 Franken, bei der Kästli AG 20'000», sagte Jürg Grossen. Mit Galgenhumor nahm er den Diebstahl der Kaffeemaschine zur Kenntnis: «Ausgerechnet bei diesem Wetter!»

Die Baracken werden zwar abgeschlossen – sie weiter zu schützen, sei aber schwierig, weil sie auf dem Feld weit weg von Wohnbauten stehen. Wichtig für Grossen: «In den Baracken wird kein Geld gelagert.» Man habe sogar absichtlich die Fensterstoren geöffnet, damit sichtbar sei, dass sich im Innern nur Stühle und Tische befinden. Das hat aber die Übeltäter nicht vom Einbruch abgehalten.

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Nicht wie bei einem Fussballspiel mit der Trillerpfeife des Schiedsrichters, sondern mit einer speziellen Aktion begann gestern die Bauphase für das neue Thuner Fussballstadion und den Shoppingbereich: Ein Bagger hob aus einem Graben einen überdimensionierten Einkaufswagen – gefüllt mit WM-Bällen und beschriftet mit dem Namen des neuen Einkaufsbereichs, Panorama-Center. «Wir haben uns vom wunderschönen Panorama inspirieren lassen – zudem wollen wir das Panorama der Einkaufsmöglichkeiten erweitern», erklärte Heinz Klausner, Unternehmensleiter der Migros-Tochter Liegenschaften-Betrieb AG (LiB-AG), die das Zentrum als Eigentümerin der Migros Aare vermietet.

Der Spatenstich in Thun Süd leitet die Bauphase des 170-Millionen-Projekts ein. In den kommenden Wochen werden Aushub- und Vorbereitungsarbeiten ausgeführt, im Frühsommer soll die Grundsteinlegung folgen. Martin Kull, CEO der für den Bau zuständigen HRS Real Estate AG, sprach von einem «historischen Meilenstein»: «Wie beim Sport waren auch hier Teamgeist, Fairness, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen gefragt.»

Wer kauft Namensrechte?

Carlos Reinhard, Präsident der Genossenschaft Fussballstadion Thun Süd, zeigte sich erfreut über den «Drive», den alle Beteiligten gezeigt hätten. «Für den FC Thun ist dies der Start in eine neue Zukunft. Für die Zuschauer werden neue Erlebnisse, Genüsse und Emotionen möglich.» Die Infrastruktur komme in erster Priorität dem FC Thun zugute, doch sollen nebst Fussballspielen auch andere Anlässe durchgeführt werden. Genauer wollte sich Reinhard noch nicht in die Karten blicken lassen. So nannte er auch den neuen Trikot-Hauptsponsor des FC Thun noch nicht. Die Firma Frutiger hat angekündigt, dereinst auszusteigen (wir berichteten). Die Namensrechte für das Stadion werden verkauft – an wen ist ebenfalls noch unbekannt: «Wir sind mit zwei Interessenten in Verhandlungen», verriet Reinhard gegenüber dieser Zeitung. Gespräche laufen ebenfalls zur Frage, ob neben der Arena weitere, im Stadionprojekt nicht enthaltene Fussballplätze realisiert werden. Reinhard: «Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden.»

Einkaufen auf 15'000 m²

Im Panorama-Center werden auf gesamthaft 15'000 Quadratmetern ein OBI-Baumarkt, ein Migros-Laden, Gastronomie, Fitness-Center und eine Tankstelle untergebracht. Weitere Flächen will die LiB-AG an Anbieter aus der Bekleidungs-, Food-, Unterhaltungselektronik- und Sportfachbranche vermieten. Auch hier laufen die Verhandlungen noch. Deshalb will LiB-AG-Chef Heinz Klausner noch nicht verraten, wer dereinst einziehen wird.

Gleich zwei Gemeinderätinnen gaben am gestrigen Anlass ihrer Freude über den Baustart Ausdruck. Ursula Haller (BDP) sagte im Rückblick auf die 2006 verlorene erste Stadionabstimmung, die Bevölkerung habe mit ihren Vorbehalten Recht gehabt. Dass private Investoren das Stadionprojekt zu einem guten Ende führen, sei ein «absoluter Glücksfall». Und: «Für das Lachenareal entstehen für die Zukunft interessante Optionen.» Jolanda Moser (FDP) sagte in Anlehnung an Barack Obamas Wahlspruch: «Ja, wir thun – nicht nur ‹Yes, we can›!» Sie nannte den 8,8 Millionen teuren, hauptsächlich durch den Bund finanzierten Ausbau der Weststrasse «ein zusätzliches Geschenk». Auch dort kann es nach Leitungsverlegungen der Energie Thun AG jetzt losgehen. Die Hauptarbeiten sollen Ende 2010 abgeschlossen sein; im Sommer 2011 stehen die Deckbelagsarbeiten an. Der vierspurige Anschluss an die A6 soll den zusätzlich erwarteten Verkehr aufnehmen. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 18.02.2010, 10:01 Uhr

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