Sie wollte keinen Sex mit ihm
Von Wassilissa Burger. Aktualisiert am 08.02.2012 3 Kommentare
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Eine 21-Jährige hatte ihren Ehemann 2010 angezeigt. Der aus Bangladesh stammende Mann soll sie mehrmals geschlagen, bedroht und auch vergewaltigt haben. Mit heftigen Behauptungen hat dieser gestern vor Gericht versucht, seine Frau als unglaubwürdig darzustellen. Er sagte aus, sie sei psychisch krank und habe ein Alkoholproblem. Die Ehefrau sagte, er habe sie in der Beziehung eingeengt: «Er wollte verhindern, dass ich in den Ausgang gehe», sagte sie, und gab zu: «Ich lernte einen anderen Mann kennen und begann eine Beziehung.» Doch dies hat der eifersüchtige Ehemann herausgefunden.
Im Sommer 2010 eskalierte die Situation. Der Ehemann wollte sie daran hindern, ins Auto zu steigen, und zerrte sie an den Handgelenken aus dem Auto. «Er ging mit einem Veloständer auf sie los», erinnerte sich eine Freundin. Dies war der Auslöser für die Anzeige. Bei der Polizei erzählte die Ehefrau dann auch, dass sie etwa zwei Wochen vor diesem Vorfall von ihrem Ehemann vergewaltigt worden sei. «Er wollte Sex von mir», erinnerte sie sich. Er habe gesagt, als ihr Ehemann habe er ein Recht darauf. «Er zerrte mich durch den Korridor ins Schlafzimmer. Ich habe mich zuerst gewehrt, aber später aufgegeben.» Seit jenem Sommer sind sie nicht mehr zusammen. Er behauptete zwar, dass sie nochmals zusammen gewesen seien, und belegte dies mit einem Brief, der von ihr stammte. Dieser sei aber nur an die Behörden gerichtet gewesen, meinte sie, um das Trennungsverfahren einzustellen. Sie habe damit nur gewartet, damit seine B-Bewilligung verlängert würde.
Aussagen glaubwürdig
Gerichtspräsident Thomas Zbinden war schliesslich davon überzeugt, dass das Opfer die Wahrheit gesagt hatte. Die Aussagen der Frau seien sehr detailliert, auch im emotionalen Bereich. Aus den SMS, die der Beschuldigte vor der Tat seiner Frau geschrieben hatte, schloss der Gerichtspräsident auf einen durch die Zurückweisung «traurigen, wütenden und eifersüchtigen Ehemann». Der Umstand, dass sich die Frau schon nach ungefähr zwei Wochen nicht mehr an das Datum, an dem die Tat passiert war, erinnern konnte, störte Zbinden nicht: «Es gab schon seit 2008 Vorfälle, da kann das Datum gerade bei einer jungen Frau vergessen oder verdrängt werden.» So habe sie selbst zugegeben, nach der Vergewaltigung noch einmal einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit dem Mann gehabt zu haben. Auch das Verletzungsbild der Ehepartner passte zu den Aussagen der Frau. Ausserdem habe der Ehemann offensichtlich nicht die Wahrheit gesagt, meint Zbinden, als er die Ehesituation als problemlos beschrieb.
Der Bangladesher, der bereits wegen häuslicher Gewalt vorbestraft war, wurde zu 16 Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Da die Probezeit der ersten Strafe noch lief, muss er die damals bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 420 Franken bezahlen. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 08.02.2012, 08:30 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
3 Kommentare
Das ist doch der Hammer. Da vergewaltigt ein Mann seine Ehefrau, ist wegen häuslicher Gewalt vorbestraft und bekommt dafür nur 16 Monate bedingt und eine lächerliche Geldstrafe von 420.-- Was studieren eigentlich Richter die ein solches Urteil fällen? Muss nochmals sowas passieren dass der Mann hinter Gitter kommt und dann, hoffentlich, ausgewiesen wird. Antworten
Ich wage zu behaupten, bevor der Mann ausgewiesen wird, findet er eine weitere weibliche Person, die mit ihm die Ehe schliessen wird und er somit bleiben kann. Hier müsste man dringend das Gesetz abändern und zwar so, dass der Mann ein Gesuch zur Eheschliessung in Dakka einreichen müsste...........aber eben, liebe Grüsse an die SP Antworten

Bitte warten
