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Sicherer Schulweg führt über die Hängebrücke

Seit der Eröffnung der Hängebrücke Hohstalden ob Frutigen hat sich das Leben der Familie Karin und Martin Wäfler verändert. Die beiden haben ein kleines Restaurant eröffnet und können heute vom Verdienst leben.

Für Mia (2,5 Jahre alt) und Nils (4,5 Jahre alt) Wäfler wurde die Hängebrücke Hohstalden ursprünglich gebaut. Die Brücke garantiert ihnen in Zukunft einen sicheren Schulweg.

Niklaus Sarbach

An einem sonnigen Märztag geniessen vor allem Wanderer ein Getränk vor dem kleinen Restaurant der Familie Wäfler.

An einem sonnigen Märztag geniessen vor allem Wanderer ein Getränk vor dem kleinen Restaurant der Familie Wäfler. (Bild: Niklaus Sarbach)

Ruhe vor dem Sturm: Martin und Karin Wäfler mit ihrer Tochter Fabia geniessen die ruhige Zeit, bevor die Saison anfängt.

Ruhe vor dem Sturm: Martin und Karin Wäfler mit ihrer Tochter Fabia geniessen die ruhige Zeit, bevor die Saison anfängt. (Bild: Niklaus Sarbach)

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Das Glück mit Brücken

Die Hängebrücke Hohstalden wurde unter der Bauherrschaft der Lauber Seilbahnen Frutigen gebaut. Geschäftsinhaber Theo Lauber konnte sich nach dessen Fertigstellung mit dem Bau von Brücken in ganz Europa ein zweites Standbein aufbauen: «Aktuell bauen wir nur noch ein bis zwei Seilbahnen im Jahr. Der Bau von Hängebrücken macht rund 70 Prozent unseres Geschäfts aus», sagt Ingenieur Lauber. Er freut sich darüber, denn: «Hängebrücken machen die Menschen glücklich. Ich habe überall nur gute Rückmeldungen erhalten.»

Unter anderem hat Ingenieur Lauber seit 2006 folgende Hängebrücken realisiert: Grindelwald: Hehlischopf Hängebrücke (60 m. lang/55 m. hoch); Hängebrücke in Savièse, Wallis, (90 m./55 m.) ; Hängebrücke in Ebron, Frankreich (185 m./70 m.); Hängebrücke in Le Drac, Frankreich (225 m./80 m.); Sensebrücke bei Schwarzwasserbrücke (60 m./13 m.).

Aktuell: Bau der wohl weltweit längsten Hochgebirgsbrücke in Randa, Wallis auf 2350 m.ü.M. (230 m./45 m.). Ebenfalls im Bau: die wohl weltweit längste Fussgängerhängebrücke in Sattel-Hochstuckli (375m./60m.). Dieses Projekt ist sogar angemeldet für das Guiness Buch der Rekorde.sf

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Tausende von Gästen haben Karin und Martin Wäfler seit der Eröffnung der Hängebrücke Hohstalden bewirtet. Die Brücke galt bei der Eröffnung im Oktober 2006 mit 153 Metern als längste Hängebrücke Europas. Mittlerweile hat der Erbauer der Brücke, der Ingenieur Theo Lauber der Firma Lauber Seilbahnen in Frutigen (siehe Kasten) als direkte Folge der Frutiger Hängebrücke in der Schweiz und in Europa noch längere Brücken gebaut. «Ohne den Frutiger Theo Lauber gäbe es diese Brücke nicht. Er hat sein Herzblut und durch seine Arbeit auch viel Geld in die Brücke investiert. Sie ist die Mutter seiner Hängebrücken», sagt Marin Wäfler, der während 400 Stunden mithalf, die Brücke auf 38 Metern Höhe über den Bergbach Engstlige zu bauen. Die Brücke führt von der Busstation Hohstalde zum Haus der Familie Wäfler auf der anderen Seite des Baches.

Sicherheit für die Kinder

Ursprünglich wollten Karin und Martin Wäfler die Brücke wegen der Sicherheit ihrer Kinder bauen. Damals hatten die beiden «nur» einen Sohn, Nils (heute 4,5 Jahre alt), heute haben sie zwei weitere Kinder, Mia (2,5 Jahre) und Fabia (6 Monate). «Wir wollten die Gewissheit haben, dass unsere Kinder, wenn sie in den Kindergarten und zur Schule gehen, einen sicheren Weg über den Bach haben werden», erzählt Martin Wäfler. Früher gab es für die Familie zu Fuss nur die unsichere Querung des Baches über den sogenannten «Planggisteg», einer baufälligen Brücke direkt über die Engstlige. «Als ich mit dem damals vier Monate alten Nils im Tragtuch auf dem Weg zur Brücke ausrutschte, wusste ich, dass etwas ändern musste», sagt Wäfler. Unter der Leitung von Theo Lauber, der Initiative von Martin und Karin Wäfler, vielen Helfern und Sponsorengeldern von öffentlichen und privaten Institutionen und Spenden wurde die Seilbrücke ermöglicht. «Zahlreiche Spenden von Firmen und auch aus der Bevölkerung haben uns ebenfalls geholfen», ergänzt Martin Wäfler.

Tausende von Gästen

Knapp vier Jahre nach der Eröffnung hat sich das Leben der Familie Wäfler verändert. Beide konnten ihre Jobs – er war Pfleger, sie Lehrerin – an den Nagel hängen und arbeiten nun vollamtlich in ihrem kleinen Restaurationsbetrieb direkt am Ende der Brücke. «Das Restaurant liegt direkt in einem Auengebiet von nationaler Bedeutung. Ausserdem gibt es mehrere Wanderwege, die zu und von uns führen, so zum Beispiel der Skulpturenweg des Bergbauern und Künstlers Johann Inniger», sagt die ehemalige Lehrerin. Ihr Mann ergänzt: «Uns besuchen vor allem Senioren und Familien. Dies, weil die Wanderwege auch für weniger Sportliche sehr gut geeignet sind und weil wir in unserem Restaurant sehr moderate Preise haben.» Die Benutzung der Brücke ist gratis, jedoch sind die Wäflers dankbar für kleine Spenden, die zum Unterhalt der Brücke dienen. «Viele unserer Gäste kommen wieder, so zum Beispiel Urlauber, die in Adelboden Ferien machen und auf dem Rückweg bei uns etwas trinken kommen. Oder Holländer, die vom Campingplatz Grassi aus auf dem Skulpturenweg zu uns wandern», sagt Karin Wäfler. Im Winter ist im Restaurant tagsüber manchmal Selbstbedienung; auch warmer Tee und Kaffee stehen jeweils für die Gäste bereit.

Montag ist Familientag

Das Angebot ist klein, aber fein: Jeden Tag gibt es zwei verschiedene, hausgemachte Kuchen, ausserdem Brot (sonntags Züpfe), Hobelkäse- und Fleischteller sowie Fondue. «Wir verwenden nur lokale und frische Produkte», versichert Karin Wäfler. Im kleinen Chalet hat es Platz für 16 bis 18 Personen plus zirka 20 Aussensitzplätze. «Wenn jemand für Fondue kommt, sind wir dankbar für eine Anmeldung», sagt Marin Wäfler. Die beiden freuen sich auf ihre vierte Saison und sind mittlerweile ein eingespieltes Team: «Mit der Bedienung im Restaurant wechseln wir uns ab. So können wir beide auch unsere Kinder betreuen und geniessen es, sie aufwachsen zu sehen», sagt Karin Wäfler. Die Arbeit an sechs Tagen macht ihnen nichts aus, auch wenn sie in der Saison oft von sieben Uhr morgens bis abends um 22 Uhr auf den Beinen sind. Einzig am Montag hat das Restaurant geschlossen: «Das ist strikt unser Familientag», sagen die Wäflers einstimmig.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 19.03.2010, 15:39 Uhr

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1 Kommentar

Charles Rihs

14.06.2010, 06:00 Uhr
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Lieber Martin, liebe Karin, ihr könnt es einfach nicht besser machen! Bei Euch ist mann einfach nicht nur Gast, sondern man fühlt sich als persönlicher Freund. Euer Angebot ist klein aber fein, ein Grund zum wieder kommen. Ich wünsche Euch als Familie und Familienbetrieb, viele viele glückliche Jahre, macht weiter so. Danke für die Gastfreundschaft Charles Rihs Antworten



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