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Scream verabschiedeten sich im «Goldenen Anker»
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Am Samstagabend betraten die vier Musiker nicht zum ersten, aber definitiv zum letzten Mal die Bühne des Interlakner Kultlokals Goldener Anker. Zu Beginn des Konzertes war keine grosse Wehmut zu spüren. Die Band hatte sichtlich Freude daran, noch einmal im «Anker» spielen zu dürfen und genoss den Auftritt in vollen Zügen. Der Funke sprang aufs Publikum über, das sich von der guten Laune der Band anstecken liess. Das über dreistündige Konzert beinhaltete Songs, die mal ruhiger und mal rockiger daherkamen. Vor allem im zweiten Teil packten Scream die E-Gitarren aus und brachten das Publikum zum Tanzen. Erst gegen Schluss wurde es etwas nachdenklicher und trauriger, und als der Moment gekommen war und der Band nichts anderes übrig blieb, als sich bei ihren Familien und allen Wegbegleitern zu bedanken, war wohl jedem klar, dass er gerade die letzten gemeinsamen Töne von Scream gehört hatte.
Hochkarätige Gäste
Scream liessen es sich nicht nehmen, mehrere Gäste einzuladen, um mit ihnen diesen letzten Abend zu feiern. Sänger Christian Häni erklärte, dass er schon immer mal ein Duett mit einer Frau singen wollte. Myria Poffet erfüllte ihm diesen Wunsch und setzte sich für ein paar Songs ans Piano. Diesen Platz nahm dann später auch noch Mundartlegende Hanery Amman ein, der sein Bedauern über die Auflösung der Band kundtat. Damit sprach er dem «Anker»-Publikum wohl direkt aus der Seele. Beim ersten grossen Hit der Band, «Aquarium», tummelten sich dann ganze acht Personen auf der kleinen Bühne und gaben eine spezielle Version des Songs zum Besten.
Nach dem Konzert liessen die Musiker zusammen mit Familie, Freunden und Fans den Abend bei guter Musik und gratis «Anker»-Food gemütlich ausklingen.
Zurück zu den Wurzeln
Die vier Jugendfreunde hatten 15 Jahre lang zusammen musiziert, bis der Entschluss kam, neue Wege zu gehen. Angefangen hatte alles am Ort des Abschieds, wie Sänger Christian Häni in einem kleinen Text zum Konzert schreibt. Als Zuschauer mehrerer Konzerte im «Anker» von Rumpelstilz über Stop the Shoppers bis zu Züri West fand Häni die Inspiration und den Wunsch, es selber einmal auf diese Bühne zu schaffen. Besonders Rumpelstilz um Hanery Amman und Polo Hofer hätten der Band die Mundartmusik erst richtig nähergebracht. Scream haben in ihrer Bandgeschichte fünf offizielle Studioalben produziert und die Clubs der ganzen Schweiz bespielt. Im «Anker» zu Interlaken schloss sich also der Kreis. Christian Häni will nicht kategorisch ausschliessen, dass die vier Männer mal wieder zusammen Musik machen werden. Fürs Erste war das jedoch das Ende und die Schweizer Mundartszene ist um eine Band ärmer. (Berner Oberländer)
Erstellt: 09.11.2009, 08:49 Uhr
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