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Sanftes Rollen dank Hybridantrieb in neuen Bussen

Von Claudius Jezella. Aktualisiert am 08.02.2012

Die Postauto Schweiz AG hat drei neue Hybridbusse in Betrieb genommen. Diese werden zum Teil ohne lautes Knattern in und um Interlaken unterwegs sein und dabei bis zu 30 Prozent Kraftstoff sparen.

Im Namen der Nachhaltigkeit  nahm TOI-Direktor Stefan Otz gestern die drei neuen Postautos mit Hybridantrieb für Interlaken in Betrieb – unter dem Slogan: «Natürlich mobiler Genuss».

Im Namen der Nachhaltigkeit nahm TOI-Direktor Stefan Otz gestern die drei neuen Postautos mit Hybridantrieb für Interlaken in Betrieb – unter dem Slogan: «Natürlich mobiler Genuss».
Bild: Claudius Jezella

Sparsam

Der Automobilhersteller Volvo, der die drei neuen Interlakner Busse liefert, gibt den Durchschnittsverbrauch des Modells 7700 Hybrid mit 26 Litern pro 100 Kilometer an. Das bedeutet laut Volvo eine Reduktion bei Kraftstoff und Ausstoss von CO2 von rund 30 Prozent gegenüber dem Dieselmodell. «Die Abnahme von Partikeln und Stickstoffoxiden beträgt 40 bis 50 Prozent, verglichen mit der Dieselversion», schreibt Volvo in einer Mitteilung.

Die Hybridtechnologie zeichnet sich dadurch aus, dass der Bus als sogenannter Parallelhybrid durch einen Elektromotor oder einen Dieselmotor oder von beiden angetrieben werden kann. Der Elektromotor wird von einer Lithium-Ion-Batterie angetrieben, die während des Bremsvorgangs mittels eines Generators geladen wird. Bei Haltestellen und bei Ampelhalten wird der Dieselmotor abgeschaltet. Das Anfahren besorgt dann der Elektromotor. «Sobald der Bus 15–20 km/h erreicht, wird diesem der Dieselmotor automatisch zugeschaltet, bis dieser dann als alleiniger Antrieb übernimmt», schreibt der Hersteller. Diese Lösung biete einen wichtigen Beitrag für die Umwelt in Städten. «Passagiere, Fussgänger und andere Strassenbenutzer werden vor Lärm und Abgasen bewahrt.»

Das wird noch das eine oder andere Mal für Verwunderung sorgen: Das gelbe Postauto fährt an, doch statt des üblichen Knatterns des Dieselmotors ist nur ein leises Surren zu hören. Im Innern des Busses hat man sogar das Gefühl, das Fahrzeug rolle bei ausgeschaltetem Motor. Erst mit zunehmender Geschwindigkeit setzt nach einigen Augenblicken das gewohnte Dieselgeräusch ein. Der Antrieb hat eigenständig von Elektro- auf Dieselbetrieb umgeschaltet: Hybrid nennt sich diese Technik. Was bei PKW schon seit einiger Zeit bekannt ist, steckt nun auch in drei Postautos, die seit diesem Monat ihren Dienst in Interlaken tun.

Junge Flotte in Interlaken

Von aussen sind die neuen Hybridbusse kaum von den herkömmlichen Modellen zu unterscheiden. Lediglich der grossflächige Aufdruck am Heck verrät in Kombination mit dem silberfarbenen Hybrid-Schriftzug, dass hier mit moderner Antriebstechnik gefahren wird – unter dem Slogan: «Natürlich mobiler Genuss». Die Innovation der drei Volvo-Busse steckt im Antrieb, der sich bei einem Bus im Raum Bern «sehr bewährt und eine Reduktion des Treibstoffverbrauchs um 25 bis 30 Prozent erlaubt», wie es in einer Erklärung der Postauto Schweiz AG heisst. Nun setzt das Verkehrsunternehmen acht weitere Hybridbusse an verschiedenen Standorten in der Schweiz ein, drei davon in Interlaken. Damit verfügt der Ort über eine recht junge Flotte, worauf das Unternehmen hinweist: 11 der 14 Fahrzeuge in Interlaken sind weniger als drei Jahre alt.

Keine Mehrkosten für Kanton

Die Frage, warum die Hybridbusse nicht flächendeckend eingesetzt werden, beantwortete der Leiter von Postauto Region Bern Silvio Gely bei der Präsentation in Interlaken so: «Abgesehen von der Topografie gibt es im Moment noch das Problem der hohen Kosten.» Trotz des tieferen Treibstoffverbrauchs seien die Hybridbusse im Betrieb teurer als vergleichbare Dieselbusse. Postauto Schweiz begründet diesen Umstand mit dem deutlich höheren Anschaffungspreis: «Für die drei Fahrzeuge in Interlaken betragen die Mehrkosten rund 60'000 Franken pro Jahr. Für den Kanton Bern als Besteller des Angebots im öffentlichen Verkehr entstehen aber keine Mehrkosten, weil diese vom Nachhaltigkeitsfonds der Schweizerischen Post getragen werden.»

Das freute die Berner Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer, die gestern die neuen Busse mit einer Probefahrt als Passagierin offiziell einweihte. Erfreut zeigten sich aber auch Gemeindepräsident Urs Graf und der Direktor von Interlaken Tourismus (TOI) Stefan Otz, die in den neuen umweltfreundlicheren Bussen einen weiteren Baustein im Bemühen der Gemeinde um Nachhaltigkeit sehen. Als Mitglied von «Alpine Pearls», der Kooperation von 24 alpinen Tourismusorten, und ausgezeichnet mit dem Energiestadt-Label, stehe Interlaken für umweltfreundliche und bewusste Erholung, heisst es in einem Schreiben der TOI. Der sanften Mobilität komme dabei ein grosser Stellenwert zu.

Mit Gästekarte kostenlos

Die drei Hybridbusse werden in erster Linie auf den Linien nach Wilderswil–Gsteigwiler und Bönigen eingesetzt, und damit auf dem Streckennetz der Interlakner Gästekarte, mit der sich Touristen im öffentlichen Verkehr innerhalb der Zone 80 kostenlos bewegen können. (Berner Oberländer)

Erstellt: 08.02.2012, 08:06 Uhr

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