Roman Gimmel: «Ich finde, dass 200'000 Franken Lohn genug sind»
Von Franziska Streun. Aktualisiert am 09.12.2010 3 Kommentare
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Wann haben Sie davon erfahren, dass Sie für Carlo Kilchherr nachrutschen und in drei Wochen Gemeinderat sein können?
Roman Gimmel: Am Dienstagabend um 18.30 Uhr.
Haben Sie je damit gerechnet?
Nein, überhaupt nicht. Ich traute dem fünfköpfigen Gemeinderat zu, dass er sich nach typisch schweizerischer und demokratischer Manier irgendwie findet.
Was war Ihr erster Gedanke?
Jetzt muss ich sofort den Termin absagen, der bevorsteht, dachte ich. Und danach telefonierte ich meiner Frau.
Und wie rasch fiel Ihr Entscheid?
Für mich war sofort klar, dass ich diese Wahl anzunehmen habe.
Was sagen Sie persönlich zu Kilchherrs Verzichtsentscheid?
Ich empfinde Hochachtung für den Mut, in dieser Lage einen solchen Entscheid rasch zu treffen.
Hätte er nicht schneller deutlich machen sollen, dass er so oder so nur ein 30- bis 50-Prozent- Pensum übernehmen kann?
Meines Wissens hat er das immer so kommuniziert. Ein solches Pensum war bisher auch möglich.
Können Sie als Gewerbelehrer so schnell per Ende Jahr aufhören?
Wir finden gemeinsam eine verträgliche Lösung. Wie die nun genau aussieht, wird sich in diesen Tagen zeigen.
Wie kommt es überhaupt, dass Sie sich als Lehrer in der Politik engagieren?
Politik war und ist in meiner Familie ein Thema. Mein Grossvater Fritz Gimmel war für die FDP im Stadtrat und mein Schwiegervater Hans Oppliger für die SVP.
Und wegen ihm sind Sie nun in der SVP?
Nein. Als ich mich für die Politik entschied, wollte ich mir alle Möglichkeiten offen halten. Da ich bürgerlichen Verhältnissen entspringe, habe ich mich für die SVP entschieden.
Sie sind noch nicht so lange politisch aktiv – und nun gleich Gemeinderat. Ist das gut?
Vor zwei Jahren bin ich für Ueli Jost in den Stadtrat nachgerutscht. Dass ich so schnell auch gleich in den Gemeinderat nachrutsche, war nicht geplant. Der Weg ist steil, aber begehbar.
Mit 36 Jahren gehören Sie zu den Jüngeren, die Gemeinderat wurden. Wissen Sie das genau?
Vielleicht sogar der Jüngste, doch das weiss ich nicht (Anm. Redaktion: 1919 wurde Paul Kunz, FDP, 33-jährig, in den Gemeinderat gewählt).
In unserem Kurzinterview vor den Wahlen sagten Sie, dass Sie nach einer Wahl gleich als Erstes den Gemeinderatslohn kürzen würden. Halten Sie Wort?
Dieses Beispiel als Kürzungsvorschlag war zugegebenermassen leicht populistisch. Doch ich bin nach wie vor überzeugt: 200'000 Franken sind genug.
Und welche Themen liegen Ihnen auch noch am Herzen?
Die Bildung, das Soziale, die Sicherheit, aber auch Sport und Kultur.
Welche Ressorts würden Sie am liebsten übernehmen?
Von meinem Beruf her liegt mir die Bildung am nächsten. Auch die Sozialdienste könnte ich mir gut vorstellen. Doch grundsätzlich bin ich offen für alles.
Roman Gimmel ist seit zwei Jahren Stadtrat (SVP), Gewerbelehrer an der GIB Thun, verheiratet, hat drei Kinder und präsidiert seit 2008 den Lerchenfeld-Leist.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 09.12.2010, 09:26 Uhr
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3 Kommentare
So, jetzt wo Herr Gimmel im Gemeinderat sitzt, ist sein Aussage nach einer Wahl als Erstes den Lohn zu kürzen l e i c h t populistisch. Es steht ihm ja jederzeit zu, einen Teil des sehr guten Lohnes einer gemeinnützigen Organisation zu spenden. Ob er das wohl tun wird? Einmal mehr ein leeeres Versprechen eines Schlangen, oder besser gesagt Stimmenfängers. Antworten


