Riedern-Dach soll mehr Solarstrom liefern
200 Quadratmeter gross sind die Panels, die die Genossenschaft Solar Uetendorf im Lauf der letzten elf Jahre auf dem Dach des Riedern-Schulhauses installiert hat. Damit werden rund 24'000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr produziert. Das entspricht dem Verbrauch von etwa sieben Durchschnittshaushaltungen. «Im letzten Jahr kamen wir wegen des guten Wetters sogar auf 28'000 kWh», freut sich Genossenschaftspräsident Peter Kunz.
Die Nachfrage nach Solarstrom hält weiter an – nicht nur in Uetendorf. Um den Verkauf zusätzlich anzukurbeln, bieten viele Stromlieferanten den Solarstrom mit Rabatt an. «Dass die Energie Thun AG den Preis reduziert hat, hat uns aufgeschreckt», sagt Peter Kunz. «Wir sind zwar nicht zu teuer. Aber mit einem kWh-Preis von 70 Rappen für Genossenschafter beziehungsweise 80 Rappen für alle anderen Stromkäufer bewegen wir uns am oberen Rand des Spektrums.»
Die Preise sinken
Vor diesem Hintergrund hat die Genossenschaft Solar Uetendorf entschieden, die Preise für Genossenschafter von 70 auf 55, für Nichtgenossenschafter von 80 auf 65 Rappen zu senken. «Wir wollen unsere Genossenschafter und Kunden dazu bewegen, nicht weniger Geld für Solarstrom auszugeben, sondern uns für denselben Betrag, den sie bisher dafür aufgewendet haben, mehr Strom abzukaufen», erklärt Kunz. Dafür muss aber die Leistung der Anlage gesteigert werden. Im «Thuner Amtsanzeiger» ist derzeit das Baugesuch für die Erweiterung der Anlage in der Riedern publiziert. Die Genossenschaft möchte im Frühling die zusätzlichen Panels auf dem Dach des Singsaals installieren. Statt 200 Quadratmeter soll die Anlage künftig total rund 300 Quadratmeter gross sein. «Das bedeutet, dass wir die Jahresleistung um rund 14'000 kWh erhöhen können», sagt Peter Kunz weiter. Durch diese Steigerung um rund 60 Prozent würde künftig so viel Strom erzeugt, wie elf Durchschnittshaushaltungen während eines Jahres verbrauchen. Die Genossenschaft lässt sich die Erweiterung rund 68'000 Franken kosten.
Gebäude unter Schutz
Fotovoltaische Einrichtungen brauchen nicht in jedem Fall eine Baubewilligung. Im Fall des Riedern-Singsaals handelt es sich jedoch um ein denkmalgeschütztes Gebäude, weshalb ein ordentliches Baugenehmigungsverfahren notwendig ist. Weil es sich bei der Schule um ein Gebäude der Gemeinde handelt, ist zudem das Regierungsstatthalteramt für die Bewilligung zuständig.
Weitere Anlagen folgen
Die Genossenschaft Solar Uetendorf möchte noch weitere Dächer im Dorf mit Solarpanels bestücken. Voraussetzung dafür sei die richtige Neigung und Ausrichtung, sagt Peter Kunz. «Weil solche Investitionen nur Sinn machen, wenn die jeweilige Anlage viele Jahre bestehen bleibt, konzentrieren wir uns auf Gebäude, die der Einwohnergemeinde Uetendorf gehören. Denn bei diesen wechseln die Besitzverhältnisse weniger rasch.» (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 08.02.2012, 08:51 Uhr
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