Pyros schaden dem Thuner Fussballfest
Von Barbara Schluchter-Donski. Aktualisiert am 12.12.2011 45 Kommentare
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Andere Fans schützen Pyro-Zünder
Einer, der das Geschehen um die Pyrofackeln im Thuner Sektor hautnah mitbekommen hat, ist SP-Stadtrat Martin Allemann: «Ich stand mit meiner Frau rund zehn Meter vom Geschehen entfernt», schildert er. «Während der grosse Teil der Fans äusserst friedlich war, sorgten rund 25 bis 30 schwarz gekleidete und kurz geschorene Anhänger des Ultrablocks für Unruhe.» Zwei hätten schliesslich die Fackeln entzündet, während sie vom Rest der Gruppe mit Fahnen und Transparenten «geschützt» worden seien. Für Allemann ist klar: «Hätten die Security-Leute
in diesem Moment eingegriffen, dann wären die Täter unter dem Druck der friedlichen Fans wie beim letzten ähnlichen Vorfall ausgeliefert worden.» Die vier bis fünf Sicherheitsleute im Sektor hätten das Geschehen aber lediglich beobachtet und nicht reagiert. Allemann fordert: «Jetzt dürfen die Stadionverantwortlichen nicht wegschauen. Sie müssen klar Farbe bekennen und die Ultras auffordern, die Täter zu nennen.» Andernfalls sei ein Stadionverbot für alle Ultras auszusprechen.don
Rot-weiss leuchten die Schals, rot-weiss die Mützen. Für die Fans des FC Thun solls heute ein Freudentag werden. Und die von der untergehenden Sonne knallrot beleuchteten Wolkenfetzen machen das Bühnenbild für das angekündigte Fussballfest perfekt. Eine Stunde vor Matchbeginn liegt eine erwartungsvolle Spannung in der Luft: Nicht nur mit rot-weissen, sondern auch mit gelb-schwarzen Accessoires ausgerüstet, stehen die Anhänger in Gruppen zusammen und analysieren die Ausgangslage: «Thun wirds heute packen», meint ein Thun-Fan im Brustton der Überzeugung. Aber ob Thun- oder YB-Fan, alle sind sich einig: «Hauptsache, es gibt ein gutes Spiel!»
Vom Glanz, der blendet
Drinnen stehen die Fans im Stehbereich bereits dicht an dicht, immer mehr bevölkert sich das Stadion, immer mehr rot-weisse Fahnen werden geschwenkt. «Thun, üsi Stadt» steht auf dem Transparent, welches die Thun-Fans vor dem Anpfiff entrollen. «Wie mes o dräit und wändet, vo üsem Glanz blybet dir ewig bländet», zeigen sich die YB-Fans siegessicher. Was einige mit «Glanz» auch gemeint haben könnten, zeigt sich kurz nach Anpfiff. Kaum ist ein Schuss von YBs Mayuka am Tor vorbeigeschrammt, leuchtet schon die erste Pyrofackel in den Reihen der YB-Fans. Es wird nicht die einzige an diesem Abend bleiben. Doch vorerst mal dominiert der Fussball das Geschehen. Als Christian Schneuwly das 1:0 gelingt, ist der Jubel im Stadion beinahe grenzenlos. Ein Meer von rot-weissen Fahnen wogt. So schön kann Fussball sein! Doch als Ben Khalifa in der 27.Minute mit einem sehenswerten Solo der Ausgleich zum 1:1 gelingt, beginnen im YB-Sektor gleich fünf Petarden zu brennen. Dicke Rauchschwaden nebeln Teile der Arena ein, die Stimmung leidet, und die Fans verstehen die Fussballwelt nicht mehr: «Weshalb lässt man das zu?», fragt eine Frau und schüttelt ungläubig den Kopf.
Rauch und Feuer
Nach der Pause kocht die Stimmung erst so richtig hoch: Im YB-Sektor brennts lichterloh, und auch in den Reihen der Thuner Fans leuchten plötzlich zwei rote Petarden auf. «Use, use, use», skandieren die Fans ausserhalb der rund 30 Vermummten und fordern, dass die Pyrozünder denunziert werden. Doch nichts geschieht. Im Gegenteil: Mit Transparenten und Fahnen werden diese noch zusätzlich abgeschirmt.
Ob des Geschehens in den Fanreihen ist das Spiel auf dem Platz etwas eingeschlafen, doch gegen Ende der Partie kommt wieder Stimmung auf: Wieder reiht sich Torchance an Torchance. Bange Minuten folgen, das Spiel droht kurz vor Schluss auf die eine oder andere Seite zu kippen. Der Schlusspfiff des Schiedsrichters kommt einer Erlösung gleich, auch wenn keiner so richtig mit dem Resultat zufrieden sein kann. Mit dem Resultat nicht und auch mit dem nicht, was sich in den Reihen der Fans zugetragen hat. Ein Fussballfest sieht anders aus. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 12.12.2011, 09:34 Uhr
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45 Kommentare
Gerade hat die Liga einen erneuten Zuschauerrekord bekannt geben können. Wären unsere Stadien unsichere Schlachtfelder wäre ein solcher kaum realisierbar, dafür ist das Produkt "Schweizer Fussball" dann doch nicht attraktiv genug. Viel mehr tragen auch farbige, kreative Fankulturen zum Erlebnis Matchbesuch bei. Legalisieren wir also Feuerwerk und minimieren die Gefahren, für den Fussball, für Fans Antworten

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