Allmendingen

Platz für Fahrende soll saniert werden

AllmendingenDie Stadt Thun würde dem Kanton den Platz für Fahrende zur Verfügung stellen. Doch die Kosten von rund 430'000 Franken für die nötige Sanierung müsste der Kanton tragen.

Der Platz für Fahrende beim RAZ Allmendingen soll für rund 430000 Franken saniert werden
und Platz für bis zu 17 Wohnwagen bieten.

Der Platz für Fahrende beim RAZ Allmendingen soll für rund 430000 Franken saniert werden und Platz für bis zu 17 Wohnwagen bieten. Bild: Patric Spahni

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Die Fahrenden sorgten mit ihrer Demonstration auf der Allmend in Bern und der Forderung nach zusätzlichen Durchgangsplätzen landesweit für Schlagzeilen. Nur am Rande wurde dabei erwähnt, dass es in Thun-Allmendingen bereits seit mehreren Jahren einen Platz für Fahrende gibt, notabene ist es der einzige im Kanton Bern. Allerdings ist der Platz heute nur von April bis September geöffnet und ist dringend sanierungsbedürftig. Das Gelände hinter dem RAZ in Allmendingen, wo sich das Durchgangszentrum für Asylbewerber befindet, bietet Platz für bis zu 17 Wohnwagen. Das Interesse des Kantons, den Platz weiterführen zu können, ist denn auch gross. Der Durchgangsplatz in Thun werde hergerichtet, dies trotz Sparpaket, betonte Regierungspräsident Christoph Neuhaus gestern gegenüber dieser Zeitung.

Kanton soll zahlen

Doch damit es so weit kommt, braucht es noch einige Abklärungen. «Wir sind grundsätzlich bereit, dem Kanton den Platz abzutreten, wenn er im Gegenzug die gesamten Sanierungskosten übernimmt», sagte gestern Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) auf Anfrage. Man habe innerhalb einer kantonalen Arbeitsgruppe bereits Gespräche geführt, aber beim Kanton noch kein Gesuch gestellt. Gemäss einer ersten Schätzung wird die Sanierung etwa 430'000 Franken kosten. So müssen die sanitären Anlagen, die Stromversorgung und die Bodenbeläge erneuert werden. Das würde dann laut Siegenthaler auch ermöglichen, den Platz ganzjährig zu nützen.

Gespräch mit dem Leist

Doch zuvor will die Stadt nächste Woche noch mit dem Vorstand des Allmendingen-Leists sprechen, um die Haltung des Quartiers zum Vorhaben zu erfahren. Dann werde sich der Gemeinderat definitiv entscheiden, ob er dem Kanton ein Gesuch stelle. «Bisher gab es wegen des Platzes und seiner Benützer kaum Reklamationen», sagt Siegenthaler. Allerdings sei der Platz auch nicht immer belegt.

Ob für die Sanierung ein einfaches Baugesuch reiche oder allenfalls noch eine Umzonung notwendig sei, sei noch nicht klar. «Wenn sich alle Beteiligten grundsätzlich einig sind, sollte eine Sanierung in relativ kurzer Zeit möglich sein», sagte Siegenthaler. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 26.04.2014, 10:39 Uhr

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