SAC-Hütten mit Besucherrekord

Von Bruno Petroni. Aktualisiert am 02.10.2009

Der Sommer 2009 war für die Oberländer SAC-Hütten ein sehr erfolgreicher. In den kommenden zwei Wochen wird die Hälfte der Betriebe eingewintert. Einige bleiben wohl noch bis Ende Oktober offen.

Nächtliche Hüttenromantik und erfreuliche Übernachtungszahlen: Die Gaulihütte auf 2205 Metern über Meer hinter dem Urbachtal war in
diesem Sommer sehr gut besucht. Vor allem die Monate August und September sorgten vielerorts für volle Häuser und zufriedene Hüttenwartgesichter.

Bruno Petroni

So sind sie noch offen

Schon seit dem Bettag sind im Winterschlaf: Finsteraarhorn-, Mutthorn-, Konkordia-, Hollandia- und Oberaarjochhütte.

Vor wenigen Tagen schlossen auch die Doldenhorn-, Lauteraar-, Gspaltenhorn- und Dossenhütte ihre Tore. Gestern verliess Marc Schertenleib seine Fründenhütte. Nach dem kommenden Wochenende ist auch in der Schreckhorn- und Wildhornhütte Schluss.

Am 11.Oktober geht die Saison in folgenden Hütten zu Ende: Bächlital, Tierberg, Trift, Wildstrubel, Gauli und Gelten. Die eine oder andere Hütte verlängert bei gutem Wetter noch um eine bis zwei Wochen.

Noch mindestens zwei Wochen offen sind die SAC-Hütten Balmhorn, Blümlisalp, Engelhorn, Gelmer, Lämmeren und Windegg. Wenn es das Wetter erlaubt, möchten die Hüttenwarte der Grubenberg-, Lobhorn- und der Brochhütte den Betrieb noch bis Ende Oktober aufrechterhalten.

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«So viele Gäste hat diese Hütte in ihrem 66-jährigen Bestehen in einem Sommer noch nie beherbergt»: Heiri Büchler ist seit drei Jahren Hüttenwart der Tierberglihütte über dem Sustenpass, 2795 Meter über Meer. Und er schwärmt weiter: «An diesem Wochenende werden wir den 4000. Gast dieser Saison bei uns aufnehmen können.»

Rekordverdächtig

Hüttenrekord auch am Jaunpass: Die Grubenberghütte registrierte in dieser Saison bisher 1350 Übernachtungen. Und bei einem schönen Oktober könnte locker noch die Marke von 1500 Gästen erreicht werden – so viel wie noch nie. Hüttenwart Ruedi Hählen: «Privatschulen aus der Westschweiz und Saanen haben uns entdeckt. Wir hatten immer wieder alternierend grössere Schulgruppen bei uns.»

Auch in der Lämmerenhütte oberhalb des Gemmipasses sieht es laut Hüttenwartin Barbara Wäfler nach einem Rekord aus: «Wir müssen zum Saisonschluss am 16.Oktober noch zusammenzählen, aber diese Saison war wirklich super.» Von der besten Saison seit je her reden auch Monika Lüthi von der Windegghütte sowie Margreth und Heinz Steiger von der Wildstrubelhütte. Letztere registrierten heuer 3000 Übernachtungen: «Das sind doppelt so viele wie sonst üblich.»

Die zweite Sommerhälfte

Auf ein sehr gutes Geschäftsjahr blickt man fast überall zurück. Stellvertretend für einen Grossteil ihrer Berufskollegen analysiert Susanne Brand (Bild) von der Gaulihütte den Hüttensommer 2009 wie folgt: «Juni und Juli hatten wir oft Gewitter. Entsprechend schlecht war die Hütte belegt. Aber seit August herrschen ja wirklich optimale Verhältnisse, was uns entsprechend viele Gäste bescherte.» Die 29-jährige Gstaaderin führt die Gaulihütte übrigens im ersten Jahr als selbstständige Hüttenwartin.

Gute Bilanz zum Jubiläum

In der Glecksteinhütte hoch über Grindelwald spricht man vom fünftbesten Sommer in den letzten 50 Jahren: «Wenn jetzt das kommende Wochenende noch auch noch schön wird, können wir heuer sogar die Marke von 2100 Übernachtungen schaffen», sagt Hüttenwartin Mirjam Kaufmann. Zu Beginn der nächsten Woche wird das Gebäude für die Wintermonate vorbereitet. Ennet des Schreckhorns, in der Schreckhornhütte kann auch Hans Balmer loben: «Der Sommer war jedenfalls sehr viel besser als im letzten Jahr. Und am letzten Wochenende kamen extra 40 Gäste zu uns rauf, um mit uns das 30-Jahr-Hüttenjubiläum zu feiern.»

Zwei Wechsel

Ihre elfte und letzte Saison bewältigten Hans und Heidi Feuz in der Suls-Lobhornhütte (1955 m): «Es war ein sehr guter Sommer – wir kommen auf rund 1300 Übernachtungen», sagt Hans Feuz, der den Betrieb bei guten Wetterverhältnissen noch bis Ende Oktober aufrecht erhalten möchte. Seine Nachfolger stehen mit Lisa und Beat Emmenegger aus Schangnau bereits fest. Auch die Hollandiahütte der SAC-Sektion Bern bekommt mit Katrin Müller (Bild) eine neue Hausmeisterin: Nach fünf Jahren gibt Marcel Hagen den Betrieb an die 37-jährige Solothurnerin ab. Diese verfügt bereits über einige praktische Erfahrung aus Einsätzen in der Lämmeren- und Finsteraarhornhütte: «Ich freue mich sehr auf diese schöne Herausforderung und bin zuversichtlich.»

Problem Hüttenweg

Finsteraarhorn-Hüttenwart Hans Winterberger ist auch zufrieden: «Vor allem während des Skitourenfrühling hatten wir mehr Gäste als in anderen Jahren.» Ähnlich wie bei der Schreckhornhütte sieht man sich aber in letzter Zeit auch bei der Finsteraarhornhütte zunehmend mit einem immer wieder von Unwettern verwüsteten Hüttenweg konfrontiert. So müssen die Verantwortlichen der zuständigen Sektion Oberhasli den Aufstieg von Bellwald her immer wieder neu herrichten.

Dossenhütte vor Ausbau

Hergerichtet, oder anders geschrieben ausgebaut, wird nächstes Jahr die Dossenhütte der SAC Sektion Oberaargau: Neben dem 130-jährigen Adlerhorst auf 2663 Meter über Meer soll im nächsten Jahr ein neues kubusförmiges Gebäude entstehen, wo künftig die sanitären Einrichtungen und die Küche für Hüttenwartin Cyrille Zwicky untergebracht werden. (Berner Oberländer)

Erstellt: 02.10.2009, 09:08 Uhr

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