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Nachwuchs für Gesundheitsberufe

Von Stefan Kammermann. Aktualisiert am 27.10.2010 1 Kommentar

Im Spital Thun herrschte am Dienstag viel Betrieb und Nachwuchsförderung: 249 Schülerinnen und Jugendliche wagten einen authentischen Einblick in die Welt der Gesundheitsberufe. Einige fingen sogar richtiggehend Feuer.

Stefanie Feller, Pflegefachfrau in Ausbildung, misst einer Figurantin den Blutdruck. Die Jugendlichen im Hintergrund erhalten dadurch einen Einblick ins Handwerk der Krankenschwestern, wie sie früher hiessen.

Stefanie Feller, Pflegefachfrau in Ausbildung, misst einer Figurantin den Blutdruck. Die Jugendlichen im Hintergrund erhalten dadurch einen Einblick ins Handwerk der Krankenschwestern, wie sie früher hiessen.
Bild: Stefan Kammermann

Zügig misst Stefanie Feller, Pflegefachfrau in Ausbildung, der Patientin den Blutdruck. Deren Bein war gebrochen. Soeben ist sie operiert worden und wird nun von der angehenden Pflegefachfrau im Spital Thun versorgt. Dies ist nur eine von vielen Situationen, welche gestern im Spital Thun inszeniert wurden. In Szene gesetzt wurde dieses Beispiel im Rahmen des kantonalen Tags der Gesundheitsberufe. «Das Zielt ist, möglichst authentische Einblicke in die unterschiedlichen Pflegeberufe zu geben», erläutert Heiner Zurbrügg, Pflegeexperte der Spital STS AG Thun. 249 Schülerinnen und Jugendliche aus Thun und der Region wagen gestern einen Einblick. Ein Einblick der es in sich hat: Denn am kantonalen Tag der Gesundheitsberufe wird im Spital Thun nicht nur der Blutdruck gemessen. Silvia Oeschger, Fachfrau für Operationstechnik, zeigt, welche Instrumente und Geräte in einem Operationssaal zum Einsatz gelangen. «Schon alleine der Akkubohrer löst bei zahlreichen Jugendlichen Erstaunen aus», sagt sie.

Viel Interesse zieht ebenso Cyril Dähler auf sich. Der Physiotherapeut erklärt anhand eines Beinskeletts die Funktion der Muskeln. Die bald 15-jährige Tamara Kunz aus Thun und ihre Schulkameradinnen sind begeistert. «Ich habe sehr viel erfahren und möchte nach der Schule wirklich in einen Pflegeberuf einsteigen», betont die Schülerin. Dies könnte durchaus in Thun der Fall sein.

Über 62 Ausbildungsplätze

Die Spital STS AG Thun, welcher nebst dem Spital Thun die Klinik Erlenbach sowie die Spitäler Zweisimmen und Saanen angehören, bewirtschaftet über 62 Ausbildungsplätze, rund 40 davon im Pflegebereich. «Wir legen sehr grossen Wert auf die Ausbildung und die Nachwuchsförderung», sagt denn auch Heiner Zurbrügg. Und dies offenbar mit Erfolg. «Wir kennen in Sachen Mitarbeitende keinen Pflegenotstand», betont er.

Die Gründe dafür ortet Heiner Zurbrügg in innovativen Konzepten und dem grossen Engagement in Sachen Nachwuchsförderung. Damit dürfte die Spital STS AG Thun gegenüber dem kantonalen Bedarf in einer guten Ausgangslage sein. Gemäss Statistik haben im vergangenen Jahr 575 Lernende die Ausbildung zur Fachfrau oder zum Fachmann Gesundheit gestartet. Zu wenig, um dem Bedarf der Versorgungsplanung der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion gerecht zu werden. Nach deren Planung wären im Jahr 2009 rund 850 Lernende nötig gewesen. «Wir sind uns bewusst, dass der Personalbedarf an Pflege- und Betreuungsberufen im Kanton Bern in Zukunft steigen wird», erklärt Elisabeth Stalder-Riesen, Projektleiterin Berufsbildung bei der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Aus diesem Grund wurde das Thema in die Planung gemäss Spitalversorgungsgesetz aufgenommen. Nebst detaillierten Berechnungen zum Nachwuchsbedarf werden dort auch Massnahmen aufgelistet, um den drohenden Engpässen zu begegnen. So unterstütze die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion Massnahmen im Rahmen der Berufswahlvorbereitung an der Bernischen Ausbildungsmesse und am Kantonalen Tag der Gesundheitsberufe. Massnahmen, die offenbar Früchte tragen. Nebst Tamara Kunz ist nach dem Tag im Spital Thun auch für die 14-jährige Cécile Schenk aus Thun klar: «Fachfrau für Gesundheit ist mein Traumberuf.»

(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 27.10.2010, 10:43 Uhr

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1 Kommentar

Oliver Schneider

27.10.2010, 14:35 Uhr
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Ein spannender Tag für Jugendliche. Schade, dass der Anlass nur die Welt des Spitales zeigt! Gesundheitsberufe werden auch bei der Spitex oder bei Insitutionen von Curaviva ausgeübt. Wertvolle Informationen gib es auch auf der Homepage gesundheitsberufe.ch Antworten



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