Nach dem Rücktritt des Verwaltungsrats droht ein langer Stellungskrieg
Von Roland Drenkelforth/Roger Probst. Aktualisiert am 23.12.2011 2 Kommentare
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«Die Verwaltungsräte der Arena Thun AG verzichten auf eine Wiederwahl und werden Anfang 2012 abgelöst.» Was wie eine formelle Ankündigung klingt, birgt einigen Zündstoff. Verwaltungsratspräsident Martin Strehl sowie Renatus Eltz und Raoul Ruffiner wurden erst Ende März 2010 in den Verwaltungsrat der Arena Thun AG gewählt. Keine zwei Jahre später ist bereits Schluss. «Unterschiedliche Auffassungen über die Strategie und die Strukturen im Gebilde FC Thun AG, Arena Thun AG und Genossenschaft Fussballstadion Thun-Süd und den dahinter stehenden Investoren haben dazu geführt», steht weiter in der gestern veröffentlichten Mitteilung. Bereits am 12.Januar werden die Nachfolger der drei Abtretenden gewählt.
Zwischen zwei Polen
«Ich hätte mir durchaus vorstellen können, noch weiter in meiner Funktion zu arbeiten», sagte Martin Strehl. «Wir von der Arena Thun haben uns aber in den letzten Monaten zwischen zwei Polen befunden. Es war sehr schwierig, konstruktive Gespräche zu führen.» Die Gründe für den Wechsel lägen in den «momentan unüberwindbaren Differenzen» zwischen der FC Thun AG und der Genossenschaft Fussballstadion Thun-Süd.
Carlos Reinhard, Präsident der Stadiongenossenschaft, signalisiert Gesprächsbereitschaft. «Wir werden mit der FC Thun AG Gespräche führen», sagte Reinhard (vgl. Interview links). Allerdings liess er auch durchblicken, dass die Strukturen momentan tabu seien. Nicht nur für die Genossenschaft, sondern auch für die Hauptsponsoren und die Geldgeber. Gemäss dem Baurechtsvertrag mit der Burgergemeinde Thun ist der Investor und Stadionbauer HRS weiterhin eingebunden. «Wir sind froh über die grosse Erfahrung von HRS beim Stadionbetrieb», sagte Reinhard.
«Ich verstehe den Rücktritt, auch wenn er mich überrascht», sagte FCT-Präsident Markus Stähli gestern in einer ersten Reaktion. Er schiebt den schwarzen Peter in Richtung Stadiongenossenschaft. «Der FC Thun und die Arena Thun haben sich zunehmend angenähert.» Leider sei der geplante Schritt mit der gegenseitigen Einsitznahme in den Verwaltungsräten von der Genossenschaft verhindert worden.
Vor einem Stellungskrieg?
«Die Strukturen rund um die Arena sind viel zu stark verschachtelt», sagt Stähli. Es brauche ein Gremium mit allen Entscheidungsträgern an einem Tisch. Doch das ist für die Genossenschaft kein Thema. Droht nun ein langer Stellungskrieg? «Ich teile diese Befürchtung», sagt Stähli. Die Hoffnung gebe er aber nicht auf. Vielleicht brauche es in einem nächsten Schritt in allen Positionen neue Köpfe, um näher heranzurücken, zeigte er einen radikalen Lösungsansatz auf. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 23.12.2011, 07:24 Uhr
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2 Kommentare
Das komplizierte Gebilde mit einer Genossenschaft und einer AG für das Fussballstadion ist zu komplizert. Vielleicht sollten die Genossenschaft und die Arena Thun AG in eine Gesellschaft umgewandelt werden und zwar in Form einer AG. Bei einer Genossenschaft reden zu viele Leute rein. Die FC Thun AG solllte unabhängig vom Stadion sein und nur als Mieter der Infrastruktur auftreten. Antworten
Für diejenigen Sport/Fussball-Freunde, für die diese News "überraschend" gekommen ist, tut es mir wirklich leid! Für mich war sie es jedenfalls nicht, vielmehr eine Bestätigung dafür, dass Sport und Fussball längst Teile unserer Gesellschaft mit dem Rating "Triple GGG" sind. "Triple GGG"? G für Gier nach Geld, G für Gier nach Macht, G für Gier nach Sex! Gilt auch für 2012 + ff. "happy new years". Antworten

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