Nach dem Aus wird Neustart geplant
Das Aus nach 20 Jahren
Der Verein Christlich-Therapeutische Wohngemeinschaft (CTW) Zueflucht wurde 1991 gegründet. Seither war die Zueflucht in einer früheren Pension am Blumenweg 3 in Adelboden beheimatet. Mit sechs Therapieplätzen bot das Haus suchtmittelabhängigen Männern und Frauen einen strukturierten Wohn-, Arbeits- und Lebensraum.
Ziel war es, dass die Teilnehmer unter therapeutischer Begleitung den Weg zurück in ein suchtmittelfreies und geordnetes Leben finden können.
In der Bergwelt von Adelboden waren die Bewohner der Zueflucht weit weg von ihrem früheren sozialen Umfeld. Im familiären Rahmen der Zueflucht und umgeben von der Schönheit der Natur konnten sie so auch innerlich zur Ruhe kommen.
Seit der Gründung hat die Zueflucht unter der Leitung von Mathias und Ruth Frei – auch bedingt durch Änderungen in der Drogenpolitik – stetige Anpassungen erlebt. So wurde bereits 1995 das damalige Konzept den neuen Umständen angepasst. 2001 erfolgte die SQS-Zertifizierung «QuaTheDA» (Qualität/ Therapie/Drogen/Alkohol), womit die Zueflucht Adelboden die qualitativen Bedingungen des Bundesamtes für Gesundheit erfüllte.
Es bestanden Leistungsverträge mit Sozialdiensten und Kantonen, und die Zueflucht wurde von privaten Spendern unterstützt.
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Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern hat den Ende Juni auslaufenden Leistungsvertrag mit dem Verein Christlich-Therapeutische Wohngemeinschaft Zueflucht in Adelboden nicht mehr erneuert. Es gab Lücken bei der Qualitätssicherung, die aber durch eine Projektgruppe behoben wurden. Wegen des Spardrucks im Kanton Bern ist das Heim dann aber fallen gelassen worden. Allen Angestellten wurde gekündigt. Das abstinenzorientierte Haus mit religiösem Hintergrund hat schon seit einem Monat keine Betreuten mehr.
Zehn Mitarbeiter haben sich bisher die rund 400 Stellenprozent geteilt. «Die meisten haben einen neuen Weg gefunden», erklärte Mathias Frei, der mit seiner Frau Ruth die Institution aufbaute, am Telefon. Die von Suchtmitteln abhängigen Bewohner konnten umplatziert werden oder fanden den Weg zurück in ein geordnetes Leben. In all den Jahren gab es Erfolge und Rückschläge für die Institution. Dennoch ist ein Teil der früheren Bewohner «sauber», und einige der Therapierten haben sich sogar in Adelboden nieder gelassen und ein Auskommen gefunden. Eine Person betreut Frei weiter, und er hat gute Kontakte zu Ehemaligen.
Neustart in anderer Form
Jetzt wird ein neues Projekt aufgegleist. «Es ist erst am Entstehen und noch zu früh, darüber zu berichten», zögert Frei, Auskunft zu geben. Es soll ein Gebetshaus entstehen, Schulungen werden angeboten und Leute, die ein Time-out, eine Auszeit, brauchen, aufgenommen. Die Schulungen sollen sich mit christlichen Themen befassen. Zum Beispiel ist geplant, in Bibelstudienwochen über biblische Feste zu lehren und diese auch gemeinsam zu feiern. Für Ende Juli ist der Start geplant.
Es wird hart am neuen Konzept und am Neustart gearbeitet. Sieben Wochen seien schon fest abgemacht. Das Ehepaar Frei wohnt seit einem Monat in der Zueflucht und wird mit einer neuen, festen Anstellung die neuen Aktivitäten leiten. Auch der frühere Geschäftsführer Peter Vlug arbeitet ehrenamtlich mit und organisiert sogar Schulungen in holländischer Sprache. Wer sonst noch wie und was mitarbeiten wird, ist noch nicht festgelegt. (Berner Oberländer)
Erstellt: 29.06.2012, 16:29 Uhr
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