Mit dem Gleitschirm auf den Montblanc

InterlakenFünf Fluglehrern der Interlaker Gleitschirmschule Chill Out gelang am Sonntag das schier Unmögliche: eine Landung auf dem höchsten Berg Europas, dem Montblanc.

Erfolgreiche Gipfellandung: Die Oberländer Gleitschirmprofis Phil Glutz (v.l.), Beni Kälin,Fabio Imboden und Patrick Abegglen auf dem Gipfel des Mont Blanc (4810 m).

Erfolgreiche Gipfellandung: Die Oberländer Gleitschirmprofis Phil Glutz (v.l.), Beni Kälin,Fabio Imboden und Patrick Abegglen auf dem Gipfel des Mont Blanc (4810 m). Bild: zvg/Björn Hofer

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Erstmals seit Jahren erlaubten es die Verhältnisse: Fünf Bödeler Gleitschirmfluglehrer gelang vom 2000 Meter über Meer gelegenen Gebiet um Champex im Walliser Entremonttal ein zweistündiger Höhenflug bis auf den Gipfel des 4810 Meter hohen Montblanc. «Alles, was wir je übers Fliegen und Wetter gelernt und an Erfahrung gesammelt haben, mussten wir bei der Planung dieses Fluges anwenden», sagt Micha Schultze (38), Meteorologe der Interlakner Gleitschirmflugschule Chill Out.

Während ihm selber der Gipfel wegen des zu späten Starts vergönnt blieb – er startete als Letzter der Gruppe und gelangte «nur» bis auf 4400 Höhenmeter –, gelang Beni Kälin (25), dem Australien-Schweizer Phil Glutz (45), Patrick Abegglen (24), Fabio Imboden (22) und Bergführer Björn Hofer (33) das Husarenstück: Am Mont Dolent und den Grandes Jorasses vorbei gewannen die fünf zusehends an Höhe, sodass es ihnen schliesslich für eine Landung auf dem breiten Plateaugipfel des Montblanc reichte. Björn Hofer, der als Erster auf dem Gipfel landete, informierte seine Kollegen per Funk über die Spaltensituation im Gipfelgebiet.

«Der Björn hat übrigens erst letztes Jahr bei mir fliegen gelernt. Er hat also quasi seinen Fluglehrer überholt», meint Beni Kälin. Der Flugmeteorologe Micha Schultze: «Nebst hohen Temperaturen müssen für ein solches Unterfangen viele weitere meteorologische Faktoren erfüllt sein, damit die Aufwinde so weit hinauf reichen. Dermassen ideale Wetterlagen sind äusserst selten – letztmals war das im Rekordsommer 2003 der Fall.»

Phil Glutz hatte mit dem Erreichen des Montblanc übrigens immer noch nicht genug und liess sich anschliessend von der Thermik noch bis auf 5200 Meter Höhe hinauftragen. Der gemeinsame abendliche Gleitflug nach Chamonix hinunter dauerte schliesslich eine ganze Stunde und war für die fünf Berner Oberländer die Krönung eines einmaligen Flugabenteuers.

www.chilloutparagliding.com (Berner Oberländer)

(Erstellt: 22.08.2012, 12:40 Uhr)

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