«Lötschberger» mit Startproblemen
Das automatische Entkuppeln von zwei Ninas (Bild) funktioniert auf der Strecke Bern-Neuenberg. Seit Sonntag teilen sich Flügelzüge auch in Spiez. (Bild: Guido Lauper)
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Die Gerüchte jagten sich vor dem Fahrplanwechsel: Noch am Samstag kursierten in Eisenbahnerkreisen Hinweise, die neuen «Lötschberger»-Kompositionen kämen am Sonntag überhaupt nicht zum Einsatz. Zwei der vorgesehenen acht Kompositionen schafften es dann doch noch. Allerdings fiel der erste «Flügelzug» aus Bern, der in Spiez getrennt und Richtung Brig resp. Zweisimmen fahren sollte, am Vormittag wegen technischer Störungen aus. Dies brachte den Reisenden in Richtung Oberland eine halbe Stunde Verspätung ein. Sechs weitere «Lötschberger» sollen laut BLS noch diese Woche in Betrieb gehen, die restlichen fünf bis im Frühsommer.
Die beiden eingesetzten «Lötschberger» verkehrten vorsichtigerweise immer in Mehrfachtraktion mit den technisch verwandten Niederflur-Nahverkehrszügen Nina, wurden aber am ersten Tag in Spiez nie getrennt. Vielmehr «flügelten» jeweils zwei Ninas unter sich, was sich auf der Neuenburger-Linie seit längerer Zeit bewährt hat. Flügeln heisst: Von Bern verkehrten je ein Lötschberger und zwei Ninas bis Spiez. Hier wird ein Nina automatisch abgekuppelt und nach Zweisimmen weitergeleitet, während der Rest des Zuges über die Bergstrecke nach Kandersteg und Brig verkehrt.
Achtung beim Einsteigen
Diese Flügelzüge sind die grosse Neuerung seit gestern Sonntag. Reisende mit Ziel Zweisimmen müssen in Bern, Münsingen und Thun im hinteren Zugteil einsteigen, Reisende Richtung Brig in den vorderen beiden Kompositionen. Dieses System funktioniert im Oberland in Interlaken Ost Richtung Grindelwald und Lauterbrunnen seit Jahrzehnten. Zugzielanzeigen machen die Reisenden bereits in der Unterführung auf die neue Situation aufmerksam. Grosse Plakate auf den Perrons unterstützen die Hinweise. Zudem waren freundliche Kundenlenkerinnen und -lenker auf den Perrons gestern die gefragtesten Leute im Bahnhof Spiez.
Von Eis getroffen
Gewöhnungsbedürftig sind ab dem Bahnhof Spiez auch mehrere Zugspaare, die nur bis Wimmis verkehren. Aus fahrplantechnischen Gründen können mehrere Züge zwischen Spiez–Zweisimmen die Haltestellen Spiezmoos, Lattigen und Eyfeld nicht bedienen, bis zum geplanten Endausbau der Infrastruktur im Simmental. Auch bei den Buslinien gab es Wechsel (siehe nebenstehenden Bericht über die Aska).
Nichts mit dem Fahrplanwechsel hatte gestern Morgen «fliegendes» Eis im Lötschberg-Scheiteltunnel zu tun. Der Eisschlag beschädigte an einem Zug zwei Fenster, jedoch ohne dass die Scheiben zerbarsten. Es waren keine Verletzten zu beklagen. Die leicht beschädigte Komposition konnte laut BLS-Sprecher Rolf Grossenbacher vor Sonntag Mittag wieder eingesetzt werden. (Berner Oberländer)
Erstellt: 15.12.2008, 08:09 Uhr


