Kirche reagiert auf antisemitische Texte

Die Publikation der mutmasslich antisemitischen Texte im Sigriswiler Anzeiger geben weiter zu reden. Nun reagiert die Kirche.

Der Front-Seitenkopf des «Sigriswiler Anzeigers» und eine der antisemitischen Passagen von Otto Grossglauser.

Der Front-Seitenkopf des «Sigriswiler Anzeigers» und eine der antisemitischen Passagen von Otto Grossglauser.
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Der Sigriswiler Kirchgemeinderat hat sich im Nachgang zur Berichterstattung über die Publikation der mutmasslich antisemitischen Texte von Otto Grossglauser aus Aeschlen im Sigriswiler Anzeiger mit dem Fall befasst. «Bei den von Otto Grossglauser unterzeichneten Publikationen handelt es sich um eine Kritik an gewissen Teilnehmern, Inhalten, Massnahmen und Zielsetzungen der ‹Agenda 21›. Diesen Titel trägt ein globales Entwicklungs- und Umweltprogramm für das 21. Jahrhundert, das an der UNO-Konferenz von 1992 in Rio de Janeiro von 172 Staaten beschlossen worden ist», schreibt der Kirchgemeinderat in einer Mitteilung. In den von Grossglauser verfassten Texten würden sich verleumderische Passagen über Weltjudentum und Zionisten befinden. «Der Kirchgemeinderat bedauert und verurteilt die Publikation dieser diskriminierenden Aussagen und distanziert sich in aller Form davon. Sie entsprechen nicht unserer christlichen Grundhaltung.»

Weiter schreibt der Kirchgemeinderat, dass er die «pauschale Verdächtigung», Antisemitismus sei in der Gemeinde weit verbreitet, entschieden zurückweise. Die Unterstellung gründe auf Aussagen einer Person. Er verurteilt die Art und Weise, wie die «verunglückte Publikation im BO in Boulevard-Manier aufgebauscht worden ist». Der Kirchgemeinderat ist weiter der Ansicht, dass weder die vorliegenden antisemitischen Aussagen noch die Art der journalistischen Bearbeitung im Berner Oberländer zum besseren Einvernehmen zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen beitragen. Dies jedoch bleibt auch weiterhin ein wichtiges Anliegen der Kirchgemeinde Sigriswil. (Berner Oberländer)

Erstellt: 09.02.2010, 09:22 Uhr

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10 Kommentare

Michael Wackers

04.08.2010, 17:36 Uhr
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Es ist unglaublich, dass in der moralisch und sonst so sauberen Schweiz derartige antisemitische, antiisraelische Hetzreden per Gemeindeanzeiger verbreitet werden. Wes Geistes Kind der Verfasser ist, ist ja offensichtlich. So was wäre in Deutschland undenkbar, würde jedenfalls sofort juristische Schritte nach sich ziehen. Wann greift die Staatsanwaltschaft in der Schweiz denn ein? Wenn je. Antworten


christoph scheidegger

10.02.2010, 17:45 Uhr
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@ Frau Kusano: ich bin froh, dass ich von dieser haarsträubenden geschichte erfahren habe, - meine emotionen gingen dabei relativ hoch, was ja durchaus verständlich ist. wenn ich mich jeweils empören muss, so aüssere ich mich dann gerne so, "wie mir der schnabel gewachsen ist", was zur folge haben kann, dass ich meine aussagen später differenziere u. mich, wenn es sinn macht, auch entschuldige :-) Antworten


Mili Kusano

10.02.2010, 15:03 Uhr
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Herr Scheidegger: Sie sind jemand, der diese leidige Geschichte kritischer wahrnimmt als viele in meiner Umgebung. Danke! Antworten


christoph scheidegger

09.02.2010, 16:10 Uhr
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@ Herr Mario Boss : ... und ich finde ihren kommentar toll, denn sie wissen ja genau, was toll heisst, oder vielleicht ist das etwa nur ein kleiner, kurzer traum gewesen...? Antworten


Mario Boss

09.02.2010, 15:35 Uhr
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Herr Scheidegger, ich finde ihre Phantasie wahrlich toll. Noch mal damit auch Sie es begreifen. Nur wenn so ein Schreiben in meinem BK landet heist das noch lange nicht dass ich so denke! Antworten


christoph scheidegger

09.02.2010, 14:54 Uhr
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@ Herr Mario Boss : gutes beispiel, ich habe den ferrari-prospekt angeschaut und nach rücksprache mit der druckerei, die den prospekt realisiert hat festgestellt, dass es sich beim ferrari im prospekt in eigentlich um ein modell-auto im massstab 1: x-1 handeln muss, was aber im prospekt nicht angegeben wird, auch nicht beim kleingeschriebenen... - aber so ein ferrari imponiert sogar kindern...! Antworten


Mario Boss

09.02.2010, 13:42 Uhr
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Werter Herr Scheidegger, Wenn Sie z.b. einen Ferrari Prospekt in ihrem Briefkasten vorfinden, sind Sie dann zwangsläufig ein Ferrarifahrer? Antworten


Hansruedi Brack

09.02.2010, 13:10 Uhr
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Natürlich - auch ich habe über über die Publikationen im "Sigriswiler Anzeiger" verständslos den Kopf geschüttelt. Dennoch finde ich es ebenso masslos übertrieben, nun pauschal über die Bevölkerung der Gemeinde Sigriswil herzuziehen und diese einer antisemitischen Grundhaltung zu bezichtigen, wie dies offensichtlich durch Frau M. Kusano aus Gunten (gem. Artikel im TT) wahrgenommen wird! Antworten


christoph scheidegger

09.02.2010, 10:45 Uhr
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wenn antisemitismus (auch physisch, phschwarz auf weiss) in einer gemeinde in alle haushalte / briefkästen gestreut wird, so ist das doch gerade ein musterbeispiel einer relativ weiten verbreitung von antisemitismus in einer gemeinde, das ist so, da muss ganz entschieden darauf hingewiesen werden, da darf der christliche sigriswiler kirch-gemeinderat ruhig nochmals über die bücher, oder nicht...? Antworten


Alain Jean-Mairet

09.02.2010, 10:06 Uhr
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Und was sagen die muslimische Organisationen dazu? Ja, der Islam ist doch heute, mit Abstand, die Quelle Nr.1 dieser Theorie der Welt-Judentum. Antworten



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