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Kanton schafft in Uetendorf Platz für 100 Asylsuchende

Von Gabriel Berger. Aktualisiert am 08.12.2011 6 Kommentare

Die Zahl der Asylgesuche steigt stetig an. Deshalb werden ab kommender Woche auch in der ehemaligen Sanitätshilfestelle in Uetendorf – wie bereits 2009 – wieder Asylbewerber einquartiert. Die Anlage wird vorerst sechs Monate geöffnet bleiben.

Ab dem 15.Dezember werden hier bei der ehemaligen Sanitätshilfestelle unter dem Altersheim Turmhuus in Uetendorf wieder Asylsuchende ein- und ausgehen.

Ab dem 15.Dezember werden hier bei der ehemaligen Sanitätshilfestelle unter dem Altersheim Turmhuus in Uetendorf wieder Asylsuchende ein- und ausgehen.
Bild: Patric Spahni

(Video: Telebärn)

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Am Dienstagmorgen liess Hannes Zaugg-Graf (SP), Gemeindepräsident von Uetendorf, die Katze aus dem Sack: «Der kantonale Migrationsdienst hat uns im November kontaktiert und mitgeteilt, dass wegen der weiter steigenden Zahl der Asylgesuche auch unsere Gemeinde wieder Asylbewerber aufnehmen muss.» Die ersten Personen sollen laut Zaugg-Graf voraussichtlich bereits nächste Woche, am 15.Dezember, eintreffen.

Anlage stand auf Stand-by

Als Unterkunft dient den Asylbewerbern die ehemalige Sanitätshilfestelle unter dem Altersheim Turmhuus am Turmgässli. Sie war schon vor rund drei Jahren zum Durchgangszentrum umfunktioniert worden. Zwischen Dezember 2008 und Februar 2010 wurden dort rund 300 Männer, Frauen und Kinder aus Regionen wie dem Nahen Osten, der Mongolei oder Afrika betreut.

«Die Anlage steht seit rund zwei Jahren auf Stand-by», sagt Zaugg-Graf. Teile des Inventars seien im Februar 2010 nach dem Brand im Zentrum für abgewiesene Asylsuchende in Kappelen bei Lyss zwischenzeitlich dorthin ausgelagert worden. Ansonsten sei die Anlage in Uetendorf mehrheitlich intakt. «Einzig einige neue Waschmaschinen und Kochherde müssen wir noch einbauen», erklärt der Gemeindepräsident. Dies werde wenige Tausend Franken kosten.

Polizei wird patrouillieren

Vor drei Jahren hatte der Verein Asyl Biel-Region (ABR) die Betreuung der Menschen im Zentrum übernommen. Dieses Mal entfällt diese Aufgabe auf die Asylkoordination Thun. Um Langeweile und allenfalls daraus resultierenden Aggressionen vorzubeugen, hatte der ABR damals ein Beschäftigungsprogramm mit Arbeiten wie Waschen, Kochen oder Putzen auf die Beine gestellt.

Nichtsdestotrotz kam es am Anfang zu Diebstählen; die Polizei musste intervenieren. In der Bevölkerung wurde teilweise und hinter vorgehaltener Hand Kritik an den Asylbewerbern geübt. Unter dem Strich verlief der Betrieb allerdings ohne grosse Probleme. «Wir haben im Grossen und Ganzen gute Erfahrungen mit dem Zentrum und dessen Betreibern gemacht», sagte Hannes Zaugg-Graf im Dezember 2009 gegenüber dieser Zeitung. «Die Erkenntnisse von damals sind beim Erstellen des neuen Sicherheitsdispositivs eingeflossen», erklärte der Gemeindepräsident gestern. Details gab er keine bekannt, die Polizei werde aber wieder ums Zentrum patrouillieren und nötigenfalls für Ordnung sorgen. Zudem befindet sich der Uetendorfer Polizeiposten in der Nähe.

Iris Rivas, Abteilungsleiterin beim kantonalen Migrationsdienst, beantwortete gestern Nachmittag keine Fragen zur genauen Zahl und zur Herkunft der Asylsuchenden, die nun nach Uetendorf kommen. Fakt ist aber, dass es in der Sanitätshilfestelle 100 Betten und somit Platz für 100 Personen hat. Spät am Abend verschickte die kantonale Polizei- und Militärdirektion schliesslich eine Medienmitteilung, in der die Aussagen Zauggs bestätigt wurden. Die Gemeinde Uetendorf habe die Anlage unter Auflagen ab 15. Dezember «erneut als Notunterkunft für voraussichtlich sechs Monate» zur Verfügung gestellt. Es werde sichergestellt, dass während 24 Stunden Verantwortliche vor Ort sind. Weiter heisst es in der Mitteilung, die ebenso wenig Angaben zu Zahl und Herkunft der Asylsuchenden beinhaltet: «Für die Sicherheit um das Zentrum ist die Kantonspolizei Bern zuständig.» Die Asylkoordination Thun werde bei Bedarf auch Dienstleistungen der Securitas AG in Anspruch nehmen.

Sechs Monate zugesichert

Dass Uetendorf die Sanitätshilfestelle dem Kanton nur für sechs Monate zugesichert hat, kommt nicht von ungefähr: «Die Betreiber des Altersheims Turmhuus möchten die Anlage bald zu einer Tiefgarage umgestalten, daher bleibt die Nutzung als Durchgangszentrum zeitlich beschränkt», stellte Zaugg-Graf gestern klar. Es sei zwar möglich, dass die Frist von sechs Monaten noch etwas ausgedehnt werde, «aber ich erwarte, dass das Zentrum maximal etwa gleich lange Bestand hat wie letztes Mal». Damals waren es letztlich 14 Monate. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 08.12.2011, 07:46 Uhr

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6 Kommentare

Chris Huber

07.12.2011, 08:12 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Sehr attraktive Wohnlage. Ich glaube nicht, dass die luxusfordernde Clientèle aus Nordafrika begeistert sein wird von dieser Unterkunft. Man darf auch gespannt sein auf die Reaktion der eingeborenen Uetendorfer. Antworten


walter bossert

08.12.2011, 06:34 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Triumpfierend wurde im Fernsehen erklärt wie freundlich die Asylanten und die alten Leutchen zussammen hockten obwohl sie sich ja nicht verstanden.Also ehrlich, wenn ich einmal alt und zitrig kaum noch auf mich selber schauen kann, wäre ich ja wohl blöd mich mit jungen Männern anzulegen! Auch die Kosten werden mir dann ziemlich egal sein. Antworten



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