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KWO plant Pumpspeicherwerk

Die KWO prüft die Machbarkeit eines neuen Pumpspeicherwerks. Das bräuchte einen 27 Kilometer langen Wasserstollen vom Räterichsbodensee zur Axalp sowie einen Druckschacht in den Brienzersee.

Das Grimselgebiet mit dem Hospiz (Bildmitte unten) und dem Räterichsbodensee (Hintergrund): Von hier soll laut dem neusten KWO-Projekt dereinst ein 26 Kilometer langer Stollen zur Axalp führen.

Susanna Michel

610 Millionen investieren

Dres von Weissenfluh, Leiter Public Affairs, hatte im Februar am KWO-Apéro angekündigt: «Wir werden im Frühjahr drei Konzessionsgesuche für die grossen Projekte des Investitionsprogramms KWO plus stellen.» Daran hält die Stromproduzentin laut von Weissenfluh fest.

Eine Konzession will die KWO für die Aufwertung der Kraftwerke Handeck und Innertkirchen. Geplante Investition: 70 Millionen Franken. Ein Konzessionsgesuch betrifft das neue Pumpspeicherkraftwerk Grimsel 3 für rund 320 Millionen Franken. Bisher am umstrittensten ist das Vorhaben, die zwei Staumauern des Grimselsees zu erhöhen und die Passstrasse zu verlegen. Die würde neu teilweise über eine Hängebrücke führen. Für dieses Projekt wird mit Kosten von 220 Millionen Franken gerechnet. Auch diese Konzession will die KWO stellen. Vor einem Jahr urteilte das Bundesgericht, dass die Stromproduzentin aus dem Oberhasli diese Projekte des Investitionsprogramms KWO plus nicht in einem Baubewilligungsverfahren verwirklichen kann, sondern dazu neue Konzessionen braucht.

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«Unter Umständen könnten wir mit diesem Werk Energie im Umfang eines Kernkraftwerks gewinnen»: Dres von Weissenfluh, Mediensprecher der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO), kennt das Zeitfenster und die zu erwartenden Kosten für das Pumpspeicherwerk mit einem 26 Kilometer langen Stollen mitten durch die Bergwelt noch nicht. Von Weissenfluh: «Wir sind erst im Anfangsstadium. Eine vom Kanton Bern eingesetzte Begleitgruppe wird in den kommenden Monaten prüfen, ob sich das obere Aaretal für eine solche Anlage mit einer grossen Leistung eignet.»

In der von der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) geleiteten Begleitgruppe sind unter anderem auch die Umweltorganisationen vertreten.

Nur 30 Meter Gefälle

Das Projekt sieht einen 26 Kilometer langen, unterirdischen Stollen durch das Erdreich vor. Ausgangspunkt für das Bauwerk ist der Räterichsbodensee am Grimselpass, 1770 Meter über Meer. Dessen fast hundert Meter hohe Staumauer an der Grimsel-Passstrasse ist seit zwei Jahren bekannt durch das überdimensionale blaue Gemälde «Melisande».

Der Stollen soll von dort dereinst in nordwestlicher Richtung fast horizontal zur Axalp führen. Das Gefälle zwischen diesen zwei Punkten beträgt rund 30 Meter. Von der Axalp (1740 m.ü.m.) soll das Wasser durch einen 1400 Meter langen Druckschacht in ein Pumpspeicherwerk geleitet werden, das sich knapp 1200 Meter weiter unten befindet — unterhalb des Pegels des Brienzersees (565 m). Das Werk habe keinen Zusammenhang mit dem Vorhaben KWOplus.

«Erste Ergebnisse zeigen, dass eine solche Anlage technisch möglich und wirtschaftlich rentabel ist. Bei der Realisierung würden Schutzgebiete kaum tangiert», sagt Dres von Weissenfluh.

Ende Jahr weiss man mehr

Ein zusätzlicher Vorteil liegt laut dem KWO-Mediensprecher insbesondere darin, dass die Abgabe von Wasser in den Brienzersee nicht zu Veränderungen der Pegelstände in der Aare führen und es somit keine Sunk- und Schwallproblematik mehr geben würde. Die Auswirkungen auf die Umwelt und die maschinentechnischen Einzelheiten werden schrittweise im Verlaufe des Jahres detailliert geklärt. Dres von Weissenfluh: «Möglicherweise haben wir schon in diesem Jahr erste konkrete Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie». (Berner Oberländer)

Erstellt: 05.03.2010, 11:48 Uhr

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