Im Aarezentrum weht ein neuer Wind
Von Nelly Kolb. Aktualisiert am 07.02.2012 1 Kommentar
Wünsche der Geschäfte an Hausbesitzer
Die 20 Geschäftsbetreiber erwarten von den
Besitzern des Zentrums:
Modernisierung des Innenbereichs, sauberere und helle Toiletten, bessere Pflege des öffentlichen Bereichs und Belebung des oberen Stockwerkes. Zu viele Leute wüssten nicht, dass es auch dort noch diverse Geschäfte habe.
«Wir sind froh, dass die neue Führung klare Zugeständnisse gemacht hat und auch neuen Glanz will», sagt Chris Dungar, Präsident der Mietervereinigung (vgl. Haupttext).
Über 2000 Kunden gehen im Aarezentrum täglich ein und aus. Der Gesamtumsatz erreichte im Vorjahr 33,4 Millionen Franken (+3,4 Mio.). «Wir spüren einen leicht überdurchschnittlichen Frequenzrückgang», meldet Dungar.
Wie weit das dem neuen Einkaufszentrum Panorama-Center, der allgemein getrübten Kaufstimmung im Detailhandel oder dem ungepflegten Eindruck des Zentrums zuzuschreiben ist, sei noch nicht ermittelt. Geschäftsbetreiber und Eigentümer des Aarezentrums beurteilen die Zukunftsaussichten aber positiv: Es sei mit der Nähe zur Innenstadt optimal positioniert und habe einen breiten Branchenmix. «Die Leute kaufen gerne im Aarezentrum ein», ist Dungar überzeugt. «Die Stadt sollte aber an ihrer Peripherie keine weiteren Einkaufszentren zulassen», ergänzt Erik Rischmann.
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Im Thuner Aarezentrum seien den beiden langjährigen Hauswarten gekündigt und sämtliche Service-Abos aufgelöst worden – neu hätten Deutsche das Sagen. Das wird gemunkelt und sorgt für Verwirrung. «Unser Vertrag für die Liegenschaftsverwaltung wurde fristgerecht gekündigt, und wir wurden angehalten, die bestehenden Verträge zu kündigen», bestätigt Andreas Stöckler, Sprecher der Berner Privera AG, auf Anfrage. Die Privera hat die Liegenschaft 30A an der Aarestrasse während gut zehn Jahren verwaltet.
«Eigentümer und verschiedene Mieter waren mit der Verwaltungstätigkeit nicht mehr voll zufrieden», begründet Erik Rischmann, Mitglied des Verwaltungsrates der Eigentümerschaft SMP Invest AG (Zürich), den Entscheid. Unter anderem seien die Nebenkosten und sonstige Verwaltungskosten «in grösserem Masse» gestiegen. Das soll sich nun ändern.
Wartung gesichert
Um Kosten zu sparen, wird unter anderem über günstigere Vertragsbedingungen verhandelt – nicht zuletzt auch zugunsten von niedrigeren Nebenkosten für die Mieter. «Wir sind uns der Verantwortung bewusst und lassen technische Anlagen, wie etwa Lift und Rolltreppe, nach wie vor regelmässig fachgerecht warten – da muss niemand Angst haben», versichert der gelernte und im deutschen Homburg wohnhafte Wirtschafts- und Buchprüfer Rischmann.
Die SMP Invest AG hätte die Hauswarte gerne behalten und hat ihnen auch ein Angebot «mit verbesserten Bedingungen» unterbreitet. «Das haben sie leider abgelehnt», bedauert Rischmann. Einer der Hauswarte begründete dies gegenüber dem Thuner Tagblatt damit, dass sie auch in Liegenschaften in St.Gallen und Olten hätten einspringen sollen – das wollten sie nicht. «Wir haben bereits zwei neue, erfahrene Hauswarte angestellt, und demnächst kommt noch ein dritter als Springer dazu», sagt Rischmann.
Gleiche Besitzverhältnisse
Das damals 35 Millionen teure Aarezentrum wurde vor knapp 23 Jahren von der Baersu SA und der Warenhauskette Maus Frères aus Genf erbaut. Es war das erste Shop-in-Shop-Warenhaus in Thun. Diese hat es vor zehn Jahren an die neu gegründete SMP Invest AG mit einem deutsch-schweizerischen Aktionariat verkauft. «An der Eigentümerschaft hat sich nichts Grundsätzliches geändert», verneint Erik Rischmann die Vermutung, dass das Zentrum nun voll in deutscher Hand sei.
VR-Präsident Gernot Rischmann hat aber die täglichen Aufgaben an Sohn Erik übertragen. Dieser hat in diesem Zusammenhang das Kostenmanagement überprüft, sich etwas intensiver mit dem Ist-Zustand und der Zukunft der Liegenschaften befasst. Ein Verkauf steht nicht zur Diskussion.
Schrittweise sanieren
Ein Ziel der neuen Führung ist die schrittweise Sanierung und Modernisierung des Gebäudes – von innen nach aussen. Als Erstes werden in den nächsten Monaten die Klima- und Lüftungsanlage auf den neuesten Stand gebracht und, spätestens 2013, die Heizungsanlage ersetzt. «Dabei sind mir Energieeffizienz und Ökologie wichtig», hält Erik Rischmann fest. So sollen in einem weiteren Schritt auch die stromintensive Beleuchtung durch Energiesparlampen ersetzt und der Innenbereich auf einen «modernen Wohlfühlstand» gebracht werden. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 07.02.2012, 06:10 Uhr
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