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«Ich will ein schönes Abenteuer erleben»

Von Bruno Petroni. Aktualisiert am 07.07.2011

Zehn Tage vor dem Start zum X-Alps ist Christian Maurer bereit für die Titelverteidigung. Sein härtester Konkurrent Alex Hofer kann nach einem Absturz vor zweieinhalb Wochen nicht antreten. Nach einer Rückenoperation ist der Unterseener aber auf dem Weg der Genesung.

Im Eiltempo auf den Mönch: Gerade mal 63 Minuten nach dem Start am Stollenausgang Jungfraujoch erreichte Chrigel Maurer den Gipfel des Viertausenders. Trotz starker Winde flog der Gleitschirmprofi anschliessend ins Tal zurück. Der Unterseener ist bereit für den Start des X-Alps in zehn Tagen.

Im Eiltempo auf den Mönch: Gerade mal 63 Minuten nach dem Start am Stollenausgang Jungfraujoch erreichte Chrigel Maurer den Gipfel des Viertausenders. Trotz starker Winde flog der Gleitschirmprofi anschliessend ins Tal zurück. Der Unterseener ist bereit für den Start des X-Alps in zehn Tagen.
Bild: Bruno Petroni

Hoch hinaus war er schon zu genüge – meist in der Luft. Jetzt steigt Christian «Chrigel» Maurer auch zu Fuss in grosse Höhen auf; mit Speedbesteigungen und viel Lauftraining trimmt er seinen Körper auf die bevorstehenden zehn Wettkampftage im härtesten Gleitschirmrennen der Welt.

In Topform, aber

Noch nie hat sich der dreifache Gesamtweltcupsieger derart umfangreich auf ein Rennen vorbereitet wie heuer: «Ich bin wesentlich besser in Form als vor zwei Jahren», verrät der in Unterseen lebende Gleitschirmprofi. Auf den ersten Blick eine vernichtende Neuigkeit für Maurers 29 Konkurrenten aus 21 Ländern, die zusammen mit ihm am 17.Juli in Salzburg zum 864 Kilometer langen Rennen nach Monaco starten werden. Die letzte X-Alps-Austragung vor zwei Jahren gewann Chrigel Maurer bei seiner ersten Teilnahme nämlich schon mal haushoch überlegen in der Rekordzeit von 9 Tagen und 10 Stunden.

Der BO-Kopf des Jahres 2006 wird seine gute physische Verfassung zweifellos brauchen können, denn die Konkurrenz fliegt grösstenteils mit einem brandneuen, extrem leistungsfähigen Gleitschirm des französischen Herstellers Ozone. Derweil wird Maurer mit einem klassischen Modell des Thuner Gleitschirmfabrikanten Advance ins Rennen gehen. Der 28-Jährige glaubt trotz unterlegenem Flugmaterial an seine Chance: «Mein Schirm weist in Bezug auf die Flugleistung sicher gewisse Nachteile auf. Dafür muss ich bei schwierigen Verhältnissen nicht immer unbedingt am Limit fliegen, bin also auf der sicheren Seite.»

«Es kann so viel passieren»

Chrigel Maurer wird am diesjährigen X-Alps der grosse Gejagte sein. Entsprechend versucht er, nicht die Erwartungen zu schüren: «Mein Ziel ist es, ein schönes Abenteuer zu erleben. Das Rennen ist dermassen lang, da kann unterwegs so viel passieren. Es wäre vermessen, von einer Titelverteidigung zu reden. Ich will einfach mein Bestes geben und ein paar spannende Tage mit meinem Freund und Betreuer Thomas Theurillat verbringen.»

Ohne Alex Hofer

Zu den gefährlichsten Konkurrenten des Unterseers gehören der in Genf lebende Uhrenmacher Martin Müller und der Rumäne Toma Coconea; beide wurden in den vergangenen X-Alps-Austragungen bereits knapp Zweite. «Aber auch den Amerikaner Rejmanek Honza und Helmut Eichholzer aus Österreich werde ich gut im Auge behalten müssen», weiss Chrigel Maurer.

Nicht mit dabei ist der zweifache X-Alps-Champion von 2005 und 2007, Alex Hofer. Der Heimberger, der in seiner Pilotenlaufbahn schon alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, musste vor zweieinhalb Wochen bei einem Trainingsflug in der Nähe des Stilfserjochs nach einem sogenannten Frontklapper notlanden und erlitt dabei schwere Rückenverletzungen. Nach einer erfolgreichen Operation im Paraplegikerzentrum von Nottwil befindet sich der 34-Jährige auf dem Weg zur Genesung.

Und seinen Galgenhumor hat Alex Hofer trotz allem noch lange nicht verloren: «Statt zum X-Alps gan i jetz de halt öppe ga fische.»

Am Donnerstag um 20 Uhr findet im Kongresssaal Grindelwald eine öffentliche Teampräsentation mit Chrigel Maurer statt (Apéro ab 19 Uhr). (Berner Oberländer)

Erstellt: 07.07.2011, 10:02 Uhr

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