«Ich will Anfang Jahr wieder einziehen»
Aschi Maurer (Bild: zvg)
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Aschi Maurer (73) war im Ausland, als er die Nachricht bekam: Sein Heim im Künzisteg war am 15.Dezember abends bei einem Brand – ausgehend von Schmirgelarbeiten im benachbarten ehemaligen Fabrikgebäude – vollständig zerstört worden. Derzeit ist er mit seiner Frau Nilly bei seiner Tochter Daliah und der Grosstochter und ist «sehr froh, hier zu sein und Abstand zu haben vom Schicksal». Mit hier ist Austin in Texas gemeint, etwas wie die zweite Heimat des Initianten des legendären Singer-Songwriter-Festivals von Frutigen. «Ich werde bis am 3. April bleiben. Dann erwartet mich viel Arbeit in Frutigen mit dem Wiederaufbau des Hauses», sagt er.
«Ich bin zuversichtlich»
Beim Feuer konnten sich die Mieter – sieben Personen mit ihren Tieren – retten. Am Tag nach dem Feuer zeigte sich Maurer sehr erleichtert, dass niemandem etwas passiert war. Doch es entstand Totalschaden am Gebäude selber. «Wir werden das Haus wieder ungefähr gleich gross aufbauen, wie es war – mit drei Wohnungen. Das heisst für mich, wenn ich zurück nach Frutigen komme, vollen Einsatz mit der Planung und der Bauleitung. Doch diese Arbeit interessiert mich, und ich bin zuversichtlich», meint der gelernte Baupolier optimistisch.
Er hofft, Anfang nächsten Jahres wieder in Frutigen in sein eigenes neues Haus einziehen zu können.
Durch das Feuer sind viele seiner Erinnerungen verloren gegangen, die nicht mit Geld zu ersetzen sind: «Die alten Fotos von meiner Zeit als Matrose auf Hochsee und von meinen Baustellen im Ausland sowie die schönen Fotos von meiner Frau Nilly aus früheren Zeiten und natürlich alle Fotoalben von meinen Kindern, die sie bei uns aufbewahrt hatten.» Auch die Fotos und Videos der Modeschauen in der früheren Boutique seiner Frau Nilly oder die ganze Dokumentation des Singer-Songwriter-Festivals zählt er auf.
Man spürt, dass die Musik eine besondere Stellung bei Aschi Maurer einnimmt: «Ich hatte auch Tausende von Tonträgern in der abgebrannten Wohnung, die man nicht mehr ersetzen kann. Schallplatten, signierte Ausgaben oder vergriffene Tonträger. Auch die zwei Gitarren, die mir geschenkt worden waren, sind zerstört», bedauert der Countryfan. Die signierten Musikinstrumente erhielt er von den Countrylegenden Johnny Cash und Buck Owens. Ein erzwungener Neuanfang
Dazu kommen verschiedene Bilder, Souvenirs und Dekorationen aus Ländern, die er besucht oder in denen er gearbeitet hat. «Es macht mich sehr traurig, an all die zerstörten Erinnerungen zu denken, aber dieser Verlust bietet mir die Gelegenheit, mich weiterzuentwickeln, und erinnert mich daran, das alles im Leben vergänglich ist. Ich werde vorwärtsschauen und wieder neu anfangen. Zum Glück gibt es zur Erinnerung an die Frutiger Festivals immer noch eine Website», sagt er. Die Adresse: www.singersongwriterfestivalfrutigen.ch.
Und dass er vorwärtsschaut, beweist der Frutiger mit den nächsten Sätzen: «Ich bin ein grosser Fan von verschiedenen Musikrichtungen und werde weiterhin meine Augen und Ohren offenhalten. Hier in Austin, in ‹The World Capitol of Live Music›, bin ich am besten Ort dazu. Es würde mich freuen, wenn einige Veranstalter Interesse hätten an meinem Fachwissen und meiner Erfahrung als Promotor sowie meinen Kontakten hier in den USA. Ich werde weiterhin gute Musik in die Schweiz bringen.» Auch sieht er durchaus wieder Potenzial, neben den Country-Nights von Grindelwald und Gstaad im Berner Oberland einen Singer-Songwriter-Anlass zu organisieren. «Das legendäre Festival Frutigen war aus der Sicht der Musiker und der Medien eines der besten – auch alle Musiker hier in den USA sagen mir das immer wieder.»
Leider könne er aber allein so was nicht mehr aufziehen, dazu braucht es Profis. Aber es gebe viele Musiker, die sofort mitmachen würden, ist er überzeugt. Doch vorerst muss Aschi Maurer wieder ein Heim in Frutigen bauen. «Ich möchte mich ganz herzlich bei alle meinen Freunden in der Schweiz bedanken, die so viel geholfen haben während meiner Abwesenheit. Ich bin ein glücklicher Mensch, dass ich noch am Leben bin und mit 73 Jahren alle meine Erinnerungen im Kopf noch abrufen kann.»
Erreichbar ist Aschi Maurer bei der Musikagentur seines Sohnes Robi (Intermusic Network GmbH Bern-Liebefeld, www.intermusic.ch). (Berner Oberländer)
Erstellt: 21.02.2012, 18:11 Uhr
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