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Hundehalter: Die Kontrolle ist mangelhaft

Von Monika Hartig. Aktualisiert am 09.11.2010 2 Kommentare

Wer überprüft die Hundehalter, ob sie die obligatorischen Kurse absolviert und den Sachkundenachweis erhalten haben? Die vom Kanton vorgeschlagenen Gemeinden jedenfalls sind zum Teil überfordert. Die Kontrolle ist (noch) mangelhaft.

Aufmerksame Zwei-  und neugierige Vierbeiner: Die Mattner Kursleiterin Andrea Mona mit Teilnehmern auf dem Übungsplatz des Kynologischen Vereins.

Aufmerksame Zwei- und neugierige Vierbeiner: Die Mattner Kursleiterin Andrea Mona mit Teilnehmern auf dem Übungsplatz des Kynologischen Vereins.
Bild: zvg

Die Anweisung aus Bern ist eindeutig: «Hundehalter haben auf Verlangen vorzuweisen, dass sie die Kurse Sachkundenachweis (SKN) besucht haben. Die Gemeinden dürfen dies überprüfen. Unregelmässigkeiten sind dem Veterinärdienst zu melden.» Diese Anweisung vom 2.Februar 2010 hatte das kantonale Veterinäramt Bern den Gemeinden übermittelt. Nicht allen Gemeinden war damit aber klar, was nun zu tun ist. Einige sind überfordert, warten ab oder warten auf weitere Weisungen, andere haben sich bereits organisiert. Wie kontrollieren Oberländer Gemeinden ihre Hundehalter?

«In der Gemeinde Interlaken mit 240 Hundehaltern gibt es bisher keine systematischen Kontrollen des SKN, da der Kanton diese vollziehen muss», erklärt Hans Peter Bühlmann, Leiter der Einwohnerdienste der Gemeinde. Im Kanton Bern würden vor allem Kontrollen durchgeführt, sobald ein Hund auffällig werde, und bei Hundebissen oder Haltungsmängeln ein SKN verlangt, sagt Bühlmann.

Datenbank in Bönigen

Paul Schmied von der Gemeinde Bönigen hat mit seinem Team eine neue Datenbank zur Erfassung aller rund 110 Böniger Hundehalter aufgebaut. Jeder Hundehalter wird kontrolliert und erfasst. «Die Resonanz auf das System ist bis jetzt bei allen, die damit zu tun haben, sehr positiv», sagt Paul Schmied.

«Unsere EDV-Abteilung baut ein spezielles Programm auf, mit dem wir den SKN kontrollieren können. Wir werden etwa Anfang 2011 so weit sein», berichtet Karin Kupferschmied, verantwortlich für das Hundewesen im Gewerbeinspektorat Thun. Zurzeit sind dort 1475 Hunde angemeldet. Bei persönlichen Kontakten am Schalter, etwa wenn ein Hund angemeldet wird, werden die Hundehalter bereits jetzt gefragt, ob sie den SKN schon erworben haben. «Das ergibt keinen extra Aufwand für uns», erklärt Kupferschmied.

Personeller Engpass in Spiez

Die Gemeinde Spiez (672 Hundehalter) hat wie die Gemeinde Bönigen eine eigene Datenbank aufgebaut. Zweimal jährlich werden die Hundehalter mittels Stichkontrollen überprüft, ob die Hundemarke vorhanden ist. «Den SKN kontrollieren wir vorläufig noch nicht, da noch keine rechtlichen Grundlagen die Gemeinden dazu verpflichten. Zusätzlich dazu fehlen uns auch die personellen Ressourcen», informiert Bernhard Jenzer von der Gemeinde Spiez.

Abwarten in Grindelwald

«Wir warten auf schriftliche Weisungen vom Kanton, wie man das neue Gesetz handhaben und was man mit fehlbaren Personen tun soll», sagt Urs Wenger, Gemeindemitarbeiter der Abteilung Sicherheit in Grindelwald. Auch die Gemeinde Beatenberg wird ihre 89 Hundehalter vorläufig nicht kontrollieren. Gemeindeschreiberin Sonja Fuss sagt: «Das ist ja keine Mussvorschrift. Die Gemeinde kann oder darf kontrollieren – vielleicht werden wir das später einmal tun.»

Meiringens Gemeindepräsidentin Susanne Huber: «Wir erheben Stichproben bei den knapp 300 Hundehaltern. Sie werden dann aufgefordert, ihre Dokumente vorzuweisen. Wir zählen auch auf eine gewisse Eigenverantwortung der Hundehalter.»

Busse für Hundehalter

Landesweit haben schätzungsweise bis jetzt etwa 10000 Hundehalter die Zeit verstreichen lassen, ohne den Kurs zu besuchen. Werden sie erwischt, droht ihnen eine Busse. Sprecher Marcel Falk vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) informiert über Bussen für säumige Hundehalter: «Im Normalfall wird den Hundehaltern eine Frist für den Kursbesuch gesetzt. Wer sich dem widersetzt, wird gebüsst, im Rahmen von etwa einigen Hundert Franken. Allfällige Sanktionen verhängt das kantonale Veterinäramt.»

Zum Wohle des Hundes

Die Mattnerin und SKN-Kursleiterin Andrea Mona bedauert, dass die Kontrolle bisher so schleppend vor sich geht. «Doch Kontrolle hin oder her, jeder verantwortungsvolle Hundehalter sollte im eigenen Interesse und zum Wohl seines Vierbeiners einen Kurs besuchen», sagt Andrea Mona.

Auch wenn einige Gemeinden zurzeit noch gar nicht oder nur sporadisch kontrollieren, eines ist Tatsache: Der Kurs ist obligatorisch. Und: Die Gemeinde kann den SKN-Nachweis jederzeit verlangen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 09.11.2010, 10:47 Uhr

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2 Kommentare

rene wetzel

09.11.2010, 11:55 Uhr
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ja, richtig, frau mona... das 80-jährige grosi, das seit 40 jahren immer "ihr" pudeli um sich hat(te), wird sich sicher in den nächsten tagen bei ihnen melden, um den ach so lebensentscheidenden kurs zu besuchen... sie hat nämlich von hundehaltung keine ahnung und ist ihnen für eine sachkundige einführung und "kursleitung" auf ewigkeit dankbar - achtung, bemerkungen - so dazu fähig - satirisch Antworten


René Picard

05.12.2010, 16:38 Uhr
Melden

Hallo Frau Hartig. Ich denke, dies ist das Problem. Es müsste sich dazu ein Jurist äussern, denn das Gesetz verlangt ja, dass "Ersthundeleute" vor dem Hundekauf den TheorieSKN besuchen müssen. Aber weder ein Züchter noch ein Vermehrer ist verpflichtet, den absolvierten SKN zu überprüfen. Dies kann doch nicht sein. Welcher Gesetzesartikel kommt zur Anwendung? René Picard Antworten



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