Kandersteg

«Hier oben sagen wir einander Du»

KanderstegDie Sektion Altes des Schweizer Alpen-Clubs SAC feiert am 17. und 18.September 75 Jahre Fründenhütte in der Höhe. Ein Blick zurück und in die Gegenwart.

Vor der Fründenhütte am 6.Juli 2000: Der Hüttenwart  Fritz Loretan spricht, und alle hören zu.

Vor der Fründenhütte am 6.Juli 2000: Der Hüttenwart Fritz Loretan spricht, und alle hören zu. Bild: Samuel Ryter

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1936 wurde die Fründenhütte hoch über dem Oeschinensee gebaut. Es herrschte damals Weltwirtschafts- und Frankenkrise – Parallelen zu heute? Was hat sich geändert, was ist geblieben? Hier zwei Gegensätze im gesellschaftlichen Wandel: 26./27.September 1936, Hütteneinweihung: Die Gäste haben sich im kunstverzierten fünf Kilo schweren Hüttenbuch eingeschrieben. Drei Beispiele daraus: Dr.J. Allemann, Fritz Hutzli, Pfr. und Dr.iur.H. Raschle, Delegierter des SAC Bern. Das elitäre Denken mit Doktortitel und Amtswürden kam damals zum Ausdruck. Heute wäre das am Berg nicht mehr vorstellbar.

6.Juli 2000: Bundesratsschulreise mit zweistündigem Halt in der Fründenhütte. Der Hüttenwart Fritz Loretan spricht, und die ganze Landesregierung hört zu: «Hier oben sagen wir einander Du.» Der Umgangston in der Höhe ist unkompliziert.

Der lange Weg zum Bau

Kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges entstand die Idee, auf Fründen eine Hütte zu bauen. Die Delegiertenversammlung des SAC gab aber 1921 in Baden der Thuner Sektion Blümlisalp den Vorzug für den Bau der Baltschiederhütte im Wallis. Hatten die Thuner damals die besseren Fürsprecher? Immerhin war es dann mit Architekt Otto Fahrni ein Thuner, der später die Fründenhütte baute. Der Kandergrunder Chronist Hans Wandfluh schreibt: «Mit jugendlichem Schwung ging der neue Sektionspräsident Jakob Berger, Tierarzt aus Frutigen, daran, das Projekt einer Fründenhütte wieder aufzunehmen. Der Delegierte des Schweizer Alpen-Clubs, Dr. Raschle, musste aber noch vom Bau auf Fründen überzeugt werden, um den Beitrag von 15000 Franken an die Baukosten von 33392 Franken zu sprechen. Ein alter Traum war endlich verwirklicht.»

Ein Drittel Wanderer

In den 1960er-Jahren wurde die Hütte mit einem Anbau erweitert und die ursprünglichen 30 Schlafplätze auf total 70 erhöht. Laut dem aktuellen Hüttenwart Marc Schertenleib wird die Fründenhütte heute je von einem Drittel Alpinisten, Pfadis und Bergwanderern besucht. Keine grossen Veränderungen gegenüber früher treffen für die Grundpositionierung der SAC-Hütten zu. Bruno Lüthi vom Schweizer Alpen-Club in Bern sagt: «Die SAC-Hütten symbolisieren einfache und gemütliche Beherbergung, verbunden mit Naturerlebnissen an einzigartigen Standorten im Schweizer Alpenraum. Sie stehen allen offen.» Diese Charakterisierung trifft auch für die Fründenhütte zu. Geblieben ist auch die verbindende Bergkameradschaft. (Berner Oberländer)

Erstellt: 15.09.2011, 06:19 Uhr

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