Kiental

Gletscher-Wanderweg ist in Gefahr

KientalDer Gamchigletscher zeigt sich ums Gletschertor zerrissen, was eine neue Wegführung nötig macht. Bernhard Mani installierte eine Leiter, um den Hüttenweg von der Gspaltenhorn- in die Blümlisalphütte sicherzustellen.

Über das Gletschertor (l.) führte bis vor kurzem der Wanderweg. Rechts  die Leiter, die  eine Querung des Gletschers provisorisch ermöglicht.

Über das Gletschertor (l.) führte bis vor kurzem der Wanderweg. Rechts die Leiter, die eine Querung des Gletschers provisorisch ermöglicht. Bild: Yvonne Schmoker

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Im vergangenen Herbst muss mit mächtiger Gewalt die Gletscherzunge des Gamchigletschers verändert worden sein. Im Frühsommer fand Bernhard Mani, Kientaler Bergführer und ehemaliger Hüttenwart der Blümlisalphütte, bei einem Kontrollgang durch das Gamchi die Gletscherzunge mit Gletschertor versprengt vor. Über dem Ausfluss des Gletscherbachs ist die Eisbrücke nur noch hauchdünn, der Gletscher auf hundert Metern aufgerissen mit steilen, unüberwindbaren Eiswänden.

Was war geschehen?

Bereits 2007 musste der Bergwanderweg über den Gamchi-gletscher verlegt und mit zwei Brücken ergänzt werden, da die Seitenmoräne unüberwindbar steil war. Zwischen Herbst und Frühling 2011/2012 wurde die Gletscherzunge aufgerissen und das Gletschertor unpassierbar gemacht. Dazu meint Bernhard Mani, der die Wanderwege oberhalb der Baumgrenze in der Gemeinde Reichenbach unterhält: «Vermutlich bildeten sich Hohlräume durch aufsteigende Wasserwärme unter dem Gletscher, und durch die intensive Hitze des Sommers 2012 wurde auch die Eisdecke von oben vermindert. Eisbrücken sind eingestürzt, haben Wasser aufgestaut, was sich explosionsartig entleert haben mag und so die Gletscherzunge aufriss.»

Periodisch kontrolliert der Bergführer den Weg über den Gamchigletscher, der zwischen Gspaltenhorn- und Blümlisalphütte oft begangen wird. «In den nächsten zehn Tagen kann das Gletschertor einstürzen», sinniert der Kientaler. Fieberhaft hat er mit den beiden Hüttenwarten nach einer Lösung gesucht und mit Helfern eine zwölf Meter lange Leiter zur Überwindung der senkrechten Eiswand installiert. Aber auch hier verändert sich der Zugang täglich. «Die starke Schneeschmelze lässt die Gletscherbäche anschwellen, die sich immer wieder neue Wege suchen», fährt er fort. Für Kinder und Hunde ist die Leiter nicht geeignet – so muss ein Abstieg bis ins Gamchi mit Aufstieg zum Oberloch (plus eine Stunde) in Kauf genommen werden. Die Gspaltenhorn- und Blümlisalphütte geben gerne Auskunft über die Passierbarkeit der Zustiege. (Berner Oberländer)

Erstellt: 03.08.2013, 09:33 Uhr

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Auf unseren Wegen durch die Alpen passieren wir Natur pur. Alles ist in Bewegung und verändert sich. Auch gut markierte und unterhaltene Wanderwege können durch Unwetter oder andere Ereignisse unpassierbar werden. Starker Regen kann in steilen Schutthalden Murgänge oder Schlammlawinen auslösen, Bäche reissen Brücken weg, oder Erdrutsche versperren den Weg.
Oft sind Unwetter grösseren Ausmasses sehr lokal begrenzt. Wo vorher eine liebliche Landschaft lag, ist plötzlich alles innert Minuten verändert! Um Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, Warnungen der Hüttenwarte oder Bergführer ernst zu nehmen und eventuell auf einen Zu- oder Abstieg zu verzichten. Hüttenwarte geben sehr gerne Auskunft über den Zustand der ihr bekannten Wanderwege und über drohende Wetterumstürze.

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