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Eine Tat ohne erkennbares Motiv

Von Timo Kollbrunner. Aktualisiert am 18.08.2011 6 Kommentare

Am Montag wurde der Bauer Karl Zingrich in Interlaken von einem Mann aus Kosovo in den Hals gestochen. Er habe den Täter vorher nie gesehen, sagt der Angegriffene im Spital.

Video: TeleBärn

Opfer einer Messerattacke: Schwinger Karl Zingrich. (Bild: «Jungfrau-Zeitung»)

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Karl Zingrich trank am Montag um 21.30 Uhr auf der Terrasse des Restaurants Waldrand in Interlaken mit einem Kollegen ein Bier. Was dann passierte, schildert die Polizei so: Plötzlich seien zwei Männer einem Taxi entstiegen und hätten Zingrich «in ein Gespräch verwickelt. In dessen Verlauf zückte einer der beiden Unbekannten ein Messer und stach auf den 45-Jährigen ein.» Die mutmasslichen Täter – zwei Männer aus Kosovo, 31 und 33 Jahre alt – konnten gegen 1 Uhr in der Früh festgenommen werden.

Luftröhre knapp verfehlt

Bei der Kantonspolizei Bern war gestern nichts Neues zu erfahren. Die Ermittlungen liefen, hiess es lediglich. Gesprächiger als die Polizei zeigte sich Karl Zingrich selbst, im Spital in Meiringen. Er habe Schnittverletzungen an Hals und Hand, sagt er, beide seien etwa zehn Zentimeter lang. Die Wunde am Hals sei lebensgefährlich gewesen, weil sie «sehr tief» sei und die Luftröhre nur knapp verfehlt habe.

Karl Zingrich rekapituliert den Montagabend so: Er sei mit seinem Kollegen in der Gartenwirtschaft gesessen – ausser ihnen hätten sich dort nur noch zwei Frauen aufgehalten. Dann seien zwei Männer aufgetaucht und hätten «irgendwie herumgepöbelt». Weder er noch sein Kollege hätten sich auf die Männer eingelassen. Er habe wohl schon etwas erwidert, sagt Zingrich, aber was, wisse er nicht mehr genau. «Nach zwölf Stunden Vollnarkose weiss man nicht mehr alles.» Jedenfalls sei dann alles schnell gegangen, sagte Zingrich weiter. Plötzlich habe er gespürt, dass er blute – einer der beiden Männer habe ihm von hinten das Messer an die Kehle gesetzt und gezogen.

Streit dauerte fünf Minuten

Er habe die beiden Männer zuvor nie gesehen und habe keine Ahnung, was sie zu ihrer Tat getrieben habe. «Das hatte mit meiner Person nichts zu tun», glaubt Zingrich. Der Kollege, der am Montagabend mit ihm zusammensass, heisst Roland Gehrig und würde am liebsten gar nichts sagen. Er habe alles schon der Polizei gesagt. Dann sagt er doch: «Für mich ist es unbegreiflich, dass es so etwas gibt.» Er bestätigt, dass die Männer sie als «Scheiss-Schweizer» beleidigt hätten, wie im gestrigen «Blick» zu lesen war. Der Disput habe höchstens fünf Minuten gedauert, dann habe sein Kollege bereits das Messer am Hals gehabt. Zingrich sei keiner, der sich alles bieten lasse. Er habe den beiden Männern aber «nichts unter der Gürtellinie» gesagt. Er selbst habe sich ganz rausgehalten.

Die nächsten sechs Wochen darf Zingrich, der nicht nur einen Hof führt, sondern auch als Zimmermann und als Dachdecker arbeitet, wegen seiner Schnittverletzungen nicht arbeiten. Seinen Posten als Personalchef des Unspunnen-Schwinget in Interlaken, das am ersten Septemberwochenende stattfindet, will er aber nicht abgeben. Er werde ab nächster Woche «auf Platz sein. Befehlen kann ich auch so.» Karl Zingrich kandidierte 2006 als Grossratskandidat für die SVP. Der «Blick» bezeichnete ihn deshalb als SVP-Politiker. Er habe sich lediglich auf die Liste setzen lassen, weil er darum gebeten worden sei, sagt er nun. «Ich bin kein Politiker.»

Die SVP Schweiz reagierte gestern mit einem Communiqué auf die Tat. Die schweren Gewalt­taten in Pfäffikon, wo ein Kosovare am Montag seine Frau und die Leiterin des Sozialamtes erschoss, und in Interlaken zeigten, «wie dringlich die Umsetzung der Ausschaffungsinitiative ist», teilte die Partei mit. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.08.2011, 08:08 Uhr

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6 Kommentare

Tim Anliker

18.08.2011, 08:16 Uhr
Melden 31 Empfehlung

Das ganze liest sich wie ein brutaler Hollywood-Krimi, passiert aber täglich im Paradies Schweiz! Und wir Schweizer schauen zu und diskutieren weiter über unsere Probleme wie Wohlstand, Abfall, Verkehr etc. Politiker von links bis rechts, egal welche politischen Ansichten ihr habt, unternehmt etwas gegen die Kriminalität! Unsere Kinder werden uns dankbar sein! Antworten


Portner Remo

18.08.2011, 11:17 Uhr
Melden 24 Empfehlung

Wir in Genf ein Diplomtensohn verschlagen, schaltet sich der Bundesrat ein (-> MCR). Bei solchen Taten geht man einfach zur Tagesordnung über. So fühlt man sich als Schweizer einfach nur noch verarscht - übrig bleibt eine grosse Wut auf solche Ungerechtigkeiten, Gäste die uns ausnehmen und uns dann zum Dank erschiessen oder abstechen.... Und was macht die Politik?? Antworten



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