Ein durchschnittlicher Sommer für die SAC-Hütten

Fast einstimmig ist der Tenor aus den hoch gelegenen Berghütten: Die zu Ende gehende Sommersaison schliessen die meisten durchschnittlich bis zufriedenstellend ab. Mehrmals sei das Wetter an den Wochenenden besser gewesen, als die Prognosen dies vorausgesagt hätten.

Abendliche Nebelschwaden über den Gelmerhörnern: Die Gelmerhütte auf 2412 Metern über Meer bleibt bewartet, solange der Winter ausbleibt – wenn möglich bis Ende Oktober.

Abendliche Nebelschwaden über den Gelmerhörnern: Die Gelmerhütte auf 2412 Metern über Meer bleibt bewartet, solange der Winter ausbleibt – wenn möglich bis Ende Oktober. Bild: Bruno Petroni

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch immer ist rund ein Drittel aller 31 bewarteten SAC-Hütten in den Berner Alpen in Betrieb. Nach dem kommenden Wochenende werden die meisten dieser verbleibenden Betriebe aber ebenfalls winterdicht gemacht. Grund genug, eine erste Bilanz über die zu Ende gehende Saison zu ziehen. Diese sieht weder düster noch rosig aus.

Ein «grottenschlechter» Juli

Viele Hüttenwarte können bestätigen, was Hans Balmer von der Schreckhornhütte sagt: «Der Juli war grottenschlecht, der August zum Glück gut, aber im September war wieder wenig los. Ganze SAC-Sektionen haben ihre Touren abgesagt. Wir liegen heuer mit den Übernachtungszahlen unter dem langjährigen Durchschnitt.» Als schlechtesten seit dem Bau der Hängebrücke vor sieben Jahren bezeichnet Monika Lüthi den Geschäftsgang in der Windegghütte: «Die Wetterprognosen waren jeweils so schlecht, dass die Leute ihre Reservationen absagten, doch dann hatten wir trotzdem schönes Wetter – und eine halb leere Hütte.» Marc Schertenleib von der Fründenhütte hatte wenigstens mehr Gäste als letztes Jahr, aber immer noch leicht unter dem langjährigen Durchschnitt. Bruno Scheller in der Engelhornhütte macht die fünf verregneten Juli-Wochenende verantwortlich für die schlechte Saisonbilanz.

Auch die Rottal-, Bächlital- und Engelhornhütte schliessen schlechter ab als üblich. Fast die Hälfte der Hütten verzeichnete ein durchschnittliches Jahr – unter ihnen Hollandia, Gleckstein, Gspaltenhorn, Tierbergli, Konkordia, Finsteraar und andere.

Auch positive Bilanzen

Es gibt aber auch Ausnahmen. So erfreute sich die Oberaarjochhütte eines regen Ansturms der Bergsteigerschule Uri, der heuer fast die Hälfte der gesamten Übernachtungszahlen ausmachte. Ebenfalls einen guten Geschäftsgang verzeichnete Irene Beck in ihrer zweiten Saison in der Trifthütte: «Jedenfalls war es schon mal besser als im letzten Jahr.»

Ihre neunte und letzte Saison als Hüttenwarte der Wildstrubelhütte schlossen Heinz und Margreth Steiger mit erfreulichen Zahlen ab. Heinz Steiger: «Allein im Juli und August hatten wir 1600 Übernachtungen, dafür im verschneiten September nur deren 300. Und die letzte Wintersaison war die beste, die wir bisher hatten.» Ein positives Fazit zieht auch Hans Hostettler in der Blümlisalphütte: «Wir hatten heuer überdurchschnittlich viele Bergsteiger in Begleitung eines Bergführers.» Als glücklichste Hüttenwartin des Oberlandes bezeichnet sich Lisa Emmenegger in der Lobhornhütte, «vor allem weil ich mit der neuen Solaranlage jetzt endlich genügend Licht im Innern der Hütte habe». Sie ist aber auch sonst rundum zufrieden mit der zu Ende gehenden Sommersaison.

Eine markante Zunahme von Tagesgästen erfuhren die Bächlital-, Lämmeren- und Gaulihütte. Letztere profitierte von der medienwirksamen, vor zwei Monaten durchgeführten Bergung des Propellers des vor 66 Jahren auf dem Gauligletscher abgestürzten US-Transportflugzeugs Dakota. Die Lämmerenhütte verzeichnete zwar 900 Übernachtungen weniger als sonst, aber Hüttenwartin Barbara Wäfler kennt den Grund: «Von März bis Juli wurde die Gemmibahn von Leukerbad her neu gebaut, was diesen vorübergehenden massiven Rückgang an Gästen zur Folge hatte.»

Ein Dutzend ist noch offen

Folgende Hütten sind an diesem Wochenende noch bewartet: Bächlital, Blümlisalp, Engelhorn, Gelten, Lämmeren, Lobhorn und Tierbergli. Danach ziehen auch deren Warte definitiv ins Tal hinunter.

Sogar noch eine Woche länger bleiben die Betreiber der Broch-, Gelmer-, Windegg- und Grubenberghütte. Und je nach Wetter verlängern diese vier sogar noch weiter bis Ende Oktober.

Die Grubenberghütte feiert dieses Wochenende zudem noch das 50-Jahr-Jubiläum: «Wir bieten unseren Gästen zu diesem Anlass Speis und Trank zum Preis wie vor 50 Jahren an», verkündet Hüttenwart Ruedi Hählen. Keine SAC-Hütte, aber dennoch ein Juwel unter den Berner Berghütten ist die Lötschenpasshütte. Deren Besitzer Bernhard Dietrich bleibt voraussichtlich bis zum 8.November oben. «Und jetzt steht neben der Hütte sogar der Hot Pot, ein Heisswasserzuber, den ich zum Geburtstag wegen eines Pächterwechsels von der Gfällalp geschenkt bekommen habe.»

Auf nächstes Jahr hin sind bereits drei Hüttenwart-Wechsel bekannt. So übernimmt Daniela Meyer die Wildstrubelhütte von Heinz und Margreth Steiger, Katja Bähler übernimmt die Gspaltenhornhütte von Christian und Rosmarie Bleuer und letztere betreuen künftig die Glecksteinhütte. (Berner Oberländer)

Erstellt: 13.10.2012, 13:45 Uhr

Die Windegghütte ist momentan in einen farbenfrohen Herbstteppich gebettet. Das Wetter bestimmt, wie lange sie noch offen bliebt. (Bild: Bruno Petroni)

Kommentare

Blogs

Echt jetzt? Pornos für Frauen? Gähn.

Serienjunkie Der spinnt, der Lynch!

Von Digital bis Classic

Auf allen Kanälen. Hier bestellen!

Die Welt in Bildern

Abgetaucht: In Zürich geniesst man die sommerlichen Temperaturen mit einem Bad im See. (26. Mai 2017)
(Bild: Walter Bieri) Mehr...