Ein Mann wurde schwer verletzt im Café Mokka
Von Marco Zysset/Jürg Spielmann. Aktualisiert am 01.03.2010 11 Kommentare
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Es müssen ganz wüste Szenen gewesen sein, die sich am Samstagmorgen etwa um 3.30 Uhr in der Disco des Café Mokka an der Allmendstrasse in Thun abgespielt haben; Lachen von eingetrocknetem Blut und Spritzer überall an den Wänden zeugten noch gestern Nachmittag davon. Eine Gruppe junger Männer – «serbische Faschos», wie sie «Mokka»-Betreiber Pädu Anliker bezeichnet – hat mehrere Afrikaner spitalreif geprügelt. «Das war ein gezielter Überfall», ist für Anliker klar, «nicht ein Raufhandel, wie die Polizei sagt!»
Täter kamen von nebenan
Die Täter sind laut Anliker kurz vor Feierabend aus dem Raucherzelt hinter dem «Alperösli» neben dem «Mokka» in die Disco gekommen. «Dort haben sie gewartet, bis das Saallicht anging, und dann praktisch ohne Vorwarnung losgeschlagen – in zwei Ecken der Disco gleichzeitig.» Einer habe gar eine Flasche Baileys-Likör geklaut und mit dieser auf eines der Opfer eingeprügelt, berichtet Anliker. Er selber sei zum Zeitpunkt des «Überfalls» schon zu Hause gewesen. «Aber die Aussagen der Disco-Besucher und des Personals zeigen ein klares Bild.» Als Anliker zurück ins «Mokka» kam, waren die Einsatzkräfte bereits mit einem Grossaufgebot vor Ort, mehrere Ambulanzfahrzeuge waren da sowie mehrere Polizeiautos. Die Allmendstrasse war zwischen der Eisenbahnunterführung und dem Guisanplatz gesperrt. «Ich habe in meiner ganzen Zeit im ‹Mokka› noch nie so etwas erlebt», so Anliker.
Polizei «sachlich und sauber»
Vorwürfe, die Polizei habe ihre Arbeit nicht sauber gemacht und sei mit Personenkontrollen im Parterre beschäftigt gewesen, während die Übeltäter im Keller zuschlugen, will Anliker nicht gelten lassen: «Ich weiss, dass die Polizei schon vor dem Überfall gerufen wurde, weil auf der Strasse Flaschen zerschlagen wurden. Möglich, dass sie deshalb Leute kontrollierte.» Im Keller sei alles so schnell gegangen, da habe gar niemand reagieren können. Dafür dauerten dann die Zeugeneinvernahmen bis weit in den Samstagvormittag hinein, die Spurensicherung sogar bis gestern Mittag.
Vier Personen verhaftet
Die Kantonspolizei ihrerseits bestätigte gestern nur, was sie bereits am Samstag mitgeteilt hatte: Im Café Mokka wurden bei einer tätlichen Auseinandersetzung unter Ausländern mehrere Personen verletzt, ein Mann aus Eritrea schwer. Vier Männer befinden sich in Untersuchungshaft. «Weitere Angaben können wir aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen keine machen – weder zur Täterschaft, noch zu den Opfern», sagte Sprecher Heinz Pfeuti gestern. Allein die Tatsache, dass vier Personen in Untersuchungshaft und nicht nur in Polizeigewahrsam genommen wurden, lässt jedoch darauf schliessen, dass sich im «Mokka» mehr als eine gewöhnliche Beizenschlägerei abgespielt hatte: Wer in U-Haft sitzt, muss nicht nach 24 Stunden wieder auf freien Fuss gesetzt werden.
Raucherzelt musste weg
Am Samstagmorgen um 7 Uhr war der Thuner Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) von der Polizei über «die Massenschlägerei», wie er sie nennt, informiert worden. «Der Vorfall ist tragisch. Die Fälle von roher, grundloser Gewalt häufen sich.» Wie dieser Zeitung zugetragen wurde, sollen die brutalen Angreifer, Siegenthaler ordnet sie Kreisen aus dem Balkan zu, stadtbekannt sein. «Das weiss ich nicht, so weit bin ich polizeilich noch nicht informiert», sagte er gestern. Auch war ihm nichts davon bekannt, dass gegen das «Alpenrösli»-Raucherzelt im Garten, wo sich die Schläger vor dem Angriff aufgehalten haben sollen, ein Schliessungsantrag hängig sei. Das Raucherzelt steht auf Boden der Stadt Thun. «Wir haben gegen das Zelt beim Regierungsstatthalter interveniert», klärte Gewerbeinspektor Reto Keller auf Anfrage auf. Letzte Woche habe man die Situation mit Statthalter Marc Fritschi besprochen. «Er hat entschieden, dass das Zelt bis am Samstagabend weg sein müsse.» Das Zelt war am Samstagmorgen, kurz nach der Schlägerei, abgebaut worden.
Bald eine «Black List»?
Gemeinderat Siegenthaler sagte gestern, dass Probleme in den Betrieben «Mokka» und «Alpenrösli» bekannt seien. Von Letzterem hatte der Gemeinderat ein Gesuch für eine Überzeitbewilligung bis 5 Uhr früh auf dem Tisch. «Das wurde abgelehnt, da das Lokal dem Gemeinderat als Problembetrieb bekannt ist.» Am 19.März wird die Stadt Thun ihr Massnahmenpaket zu den zunehmenden Problemen in der Innenstadt präsentieren (wir berichteten). «Im Vorfeld sind wir mit den Wirten mit Überzeitbewilligung zusammengesessen. Als Massnahme schlugen wir eine ‹Black List› vor, auf welche Problemgäste kommen, damit die auch in anderen Überzeitbetrieben mit einem Lokalverbot belegt werden könnten. Das wurde von den Wirten abgelehnt.» Es sei nicht durchsetz- und kontrollierbar, hätten sie laut Peter Siegenthaler argumentiert. «Das wäre aber ein Zeichen gewesen – an die Bevölkerung, an diese Leute.» Der Thuner Sicherheitsvorsteher schliesst nicht aus, dass die Stadt das Thema schwarze Liste nach dem jüngsten Zwischenfall vorantreiben wird. «Es darf nicht sein, dass nun der Courant normal einzieht.» Er nimmt die Wirte in die Pflicht: «Ich wäre erschrocken, würde von ihnen jetzt nur mehr Polizeipräsenz reklamiert.»
Der Gewaltexzess vom Wochenende ist nicht der einzige folgenschwere in der über 20-jährigen Geschichte des Kultlokals Mokka. Am 30.August 2008 war ein «Mokka»-Mitarbeiter, der einen Streit schlichten wollte, von Schlägertypen brutal angegriffen worden. Der Mann erlitt dabei schwerste Kopfverletzungen und musste vier Tage im Inselspital verbringen. Die Attacke war Auslöser dafür, dass «Pädu» Anliker temporär (und zum ersten Mal überhaupt) private Sicherheitsleute engagierte. Nur eine Woche nach diesem Angriff kam es im «Mokka» zur Polizeirazzia – 17 Personen wurden kontrolliert, 7 wegen verschiedener Vergehen auf die lokale Polizeiwache gebracht. (Thuner Tagblatt)
Erstellt: 01.03.2010, 08:56 Uhr
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11 Kommentare
Wann endlich werden solche kriminellen Elemente aus dem Balkan für immer aus der Schweiz entfernt. Es kommt der Tag an dem wir das selbst in die Hand nehmen wenn die Politik/Justiz dazu nicht fähig ist. Es ist halt nun mal eine Tatsache dass ein Grossteil der Migranten aus den Balkanländern sich nicht integrieren wollen und immer wieder Hauptelemente in kriminellen Tätigkeiten sind. Antworten













