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Ein Mann wurde schwer verletzt im Café Mokka

Von Marco Zysset/Jürg Spielmann. Aktualisiert am 01.03.2010 11 Kommentare

In der Nacht auf Samstag kam es im Café Mokka an der Allmendstrasse zu einer wüsten Schlägerei. Eine Gruppe Männer aus dem Balkan schlug mehrere Afrikaner brutal zusammen. Eines der Opfer ist schwer verletzt.

So glanzvoll das Café Mokka in Thun bisweilen strahlt: In der Nacht auf vorgestern Samstag wurden mehrere Besucher der Disco des Thuner Kultlokals Opfer einer wüsten Prügelattacke.

Patric Spahni

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Es müssen ganz wüste Szenen gewesen sein, die sich am Samstagmorgen etwa um 3.30 Uhr in der Disco des Café Mokka an der Allmendstrasse in Thun abgespielt haben; Lachen von eingetrocknetem Blut und Spritzer überall an den Wänden zeugten noch gestern Nachmittag davon. Eine Gruppe junger Männer – «serbische Faschos», wie sie «Mokka»-Betreiber Pädu Anliker bezeichnet – hat mehrere Afrikaner spitalreif geprügelt. «Das war ein gezielter Überfall», ist für Anliker klar, «nicht ein Raufhandel, wie die Polizei sagt!»

Täter kamen von nebenan

Die Täter sind laut Anliker kurz vor Feierabend aus dem Raucherzelt hinter dem «Alperösli» neben dem «Mokka» in die Disco gekommen. «Dort haben sie gewartet, bis das Saallicht anging, und dann praktisch ohne Vorwarnung losgeschlagen – in zwei Ecken der Disco gleichzeitig.» Einer habe gar eine Flasche Baileys-Likör geklaut und mit dieser auf eines der Opfer eingeprügelt, berichtet Anliker. Er selber sei zum Zeitpunkt des «Überfalls» schon zu Hause gewesen. «Aber die Aussagen der Disco-Besucher und des Personals zeigen ein klares Bild.» Als Anliker zurück ins «Mokka» kam, waren die Einsatzkräfte bereits mit einem Grossaufgebot vor Ort, mehrere Ambulanzfahrzeuge waren da sowie mehrere Polizeiautos. Die Allmendstrasse war zwischen der Eisenbahnunterführung und dem Guisanplatz gesperrt. «Ich habe in meiner ganzen Zeit im ‹Mokka› noch nie so etwas erlebt», so Anliker.

Polizei «sachlich und sauber»

Vorwürfe, die Polizei habe ihre Arbeit nicht sauber gemacht und sei mit Personenkontrollen im Parterre beschäftigt gewesen, während die Übeltäter im Keller zuschlugen, will Anliker nicht gelten lassen: «Ich weiss, dass die Polizei schon vor dem Überfall gerufen wurde, weil auf der Strasse Flaschen zerschlagen wurden. Möglich, dass sie deshalb Leute kontrollierte.» Im Keller sei alles so schnell gegangen, da habe gar niemand reagieren können. Dafür dauerten dann die Zeugeneinvernahmen bis weit in den Samstagvormittag hinein, die Spurensicherung sogar bis gestern Mittag.

Vier Personen verhaftet

Die Kantonspolizei ihrerseits bestätigte gestern nur, was sie bereits am Samstag mitgeteilt hatte: Im Café Mokka wurden bei einer tätlichen Auseinandersetzung unter Ausländern mehrere Personen verletzt, ein Mann aus Eritrea schwer. Vier Männer befinden sich in Untersuchungshaft. «Weitere Angaben können wir aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen keine machen – weder zur Täterschaft, noch zu den Opfern», sagte Sprecher Heinz Pfeuti gestern. Allein die Tatsache, dass vier Personen in Untersuchungshaft und nicht nur in Polizeigewahrsam genommen wurden, lässt jedoch darauf schliessen, dass sich im «Mokka» mehr als eine gewöhnliche Beizenschlägerei abgespielt hatte: Wer in U-Haft sitzt, muss nicht nach 24 Stunden wieder auf freien Fuss gesetzt werden.

Raucherzelt musste weg

Am Samstagmorgen um 7 Uhr war der Thuner Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) von der Polizei über «die Massenschlägerei», wie er sie nennt, informiert worden. «Der Vorfall ist tragisch. Die Fälle von roher, grundloser Gewalt häufen sich.» Wie dieser Zeitung zugetragen wurde, sollen die brutalen Angreifer, Siegenthaler ordnet sie Kreisen aus dem Balkan zu, stadtbekannt sein. «Das weiss ich nicht, so weit bin ich polizeilich noch nicht informiert», sagte er gestern. Auch war ihm nichts davon bekannt, dass gegen das «Alpenrösli»-Raucherzelt im Garten, wo sich die Schläger vor dem Angriff aufgehalten haben sollen, ein Schliessungsantrag hängig sei. Das Raucherzelt steht auf Boden der Stadt Thun. «Wir haben gegen das Zelt beim Regierungsstatthalter interveniert», klärte Gewerbeinspektor Reto Keller auf Anfrage auf. Letzte Woche habe man die Situation mit Statthalter Marc Fritschi besprochen. «Er hat entschieden, dass das Zelt bis am Samstagabend weg sein müsse.» Das Zelt war am Samstagmorgen, kurz nach der Schlägerei, abgebaut worden.

Bald eine «Black List»?

Gemeinderat Siegenthaler sagte gestern, dass Probleme in den Betrieben «Mokka» und «Alpenrösli» bekannt seien. Von Letzterem hatte der Gemeinderat ein Gesuch für eine Überzeitbewilligung bis 5 Uhr früh auf dem Tisch. «Das wurde abgelehnt, da das Lokal dem Gemeinderat als Problembetrieb bekannt ist.» Am 19.März wird die Stadt Thun ihr Massnahmenpaket zu den zunehmenden Problemen in der Innenstadt präsentieren (wir berichteten). «Im Vorfeld sind wir mit den Wirten mit Überzeitbewilligung zusammengesessen. Als Massnahme schlugen wir eine ‹Black List› vor, auf welche Problemgäste kommen, damit die auch in anderen Überzeitbetrieben mit einem Lokalverbot belegt werden könnten. Das wurde von den Wirten abgelehnt.» Es sei nicht durchsetz- und kontrollierbar, hätten sie laut Peter Siegenthaler argumentiert. «Das wäre aber ein Zeichen gewesen – an die Bevölkerung, an diese Leute.» Der Thuner Sicherheitsvorsteher schliesst nicht aus, dass die Stadt das Thema schwarze Liste nach dem jüngsten Zwischenfall vorantreiben wird. «Es darf nicht sein, dass nun der Courant normal einzieht.» Er nimmt die Wirte in die Pflicht: «Ich wäre erschrocken, würde von ihnen jetzt nur mehr Polizeipräsenz reklamiert.»

Der Gewaltexzess vom Wochenende ist nicht der einzige folgenschwere in der über 20-jährigen Geschichte des Kultlokals Mokka. Am 30.August 2008 war ein «Mokka»-Mitarbeiter, der einen Streit schlichten wollte, von Schlägertypen brutal angegriffen worden. Der Mann erlitt dabei schwerste Kopfverletzungen und musste vier Tage im Inselspital verbringen. Die Attacke war Auslöser dafür, dass «Pädu» Anliker temporär (und zum ersten Mal überhaupt) private Sicherheitsleute engagierte. Nur eine Woche nach diesem Angriff kam es im «Mokka» zur Polizeirazzia – 17 Personen wurden kontrolliert, 7 wegen verschiedener Vergehen auf die lokale Polizeiwache gebracht. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 01.03.2010, 08:56 Uhr

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11 Kommentare

zumbach kevin

10.03.2010, 22:29 Uhr
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dieses schlägerpack sollte man ausschaffen und nie wider ins land lassen ! Antworten


christoph scheidegger

02.03.2010, 17:19 Uhr
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@Tanja Savic : frage : zum glück für wen ist es bitte ganau, dass keiner der beteiligten serb gewesen ist...??? ferner sind die franzosen, italiener, lichtensteiner, österreicher und nicht zuletzt die deutschen, unsere "lieben" nachbarn, mit denen wir immerhin schon relativ lange, ziemlich friedlich und freundschaftlich zusammenleben und umgekehrt..! - und der "mokka"-chef ist völlig in ordnung.! Antworten


Tanja Savic

02.03.2010, 13:23 Uhr
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Monsieru Anliker, serbische Faschos? Zum Glück ist keiner der Beteiligten Serb gewesen. Und nein, Balkan ist kein Land! Es sollen nicht alle in einen Topf geworfen werden! Schweizer haben es auch nicht gerne wenn man sagt Schweizer, Deutsche oer Österreicher ist doch egal, ist das gleiche! Antworten


Paul Jegerlehner

01.03.2010, 18:32 Uhr
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Es kommt ja nicht von ungefähr, dass die SVP schärfere Massnahmen im Ausländer und Asylrecht, sowie mit der Ausschaffungsinitiative anstrebt. Solche Beispiele wie dieses, sind in der Schweiz fast an der Tagesordnung, nur werden viele von den linken Medien verschweigen Antworten


Willi Ammann

01.03.2010, 18:15 Uhr
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@D.Kohler, die Diskussion dreht sich nicht um die Anständigen aus dem Balkan,die es zweifellos auch gibt. Beim Einkaufen od. beim Mittagessen werden Sie ja wohl nie mit Schlägern in Kontakt kommen.Dass bei Schlägereien mehrheitlich Ausländer die Hauptakteure sind,wie kürzlich in Solothurn wo ein Mann halbtot geschlagen und liegen gelassen wurde,ist Tatsache.Schönreden löst keine Probleme. Antworten


Hans Müller

01.03.2010, 16:29 Uhr
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@Daniel Kohler: Gerade deshalb, weil es viele gute Menschen aus dem Balkan gibt, sollte man bei den Schlägern und Kriminellen die Schraube anziehen. Dies käme dann wirklich in erster Linie, den anständigen und guten Menschen aus diesen Staaten zu GUTE... Antworten


Melanie Leonhardt

01.03.2010, 14:24 Uhr
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Ich finde es nicht in Ordnung, dass man alles auf Ausländer abschiebt. Ich habe auch schon erlebt, dass Schweizer sich prügelten und Albaner versuchten den Streit zu schlichten. Wenn ich eine Schlägerei in Thun erlebt habe, waren genau soviele Schweizer daran beteiligt. Ob es an der Integration liegt sei dahin gestellt. Ich vermute es liegt an der Erziehung, egal ob Schweizer oder Ausländer. Antworten


Daniel Kohler

01.03.2010, 13:18 Uhr
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Man sollte dem Herrn Gerhard Boegli eine Woche lang Zugang zu allen Artikeln und Dienstleistungen verweigern, die unter Beteiligung von arbeitenden, anständigen Migranten aus dem Balkan entstehen. Ich bewege mich täglich in einem Schmelztiegel verschiedenster Nationalitäten (seis beim Einkaufen, beim Mittagessen, auf der Arbeit eher weniger) und erlebe mehr positives als negatives mit Migranten! Antworten


Soraya Moana

01.03.2010, 13:02 Uhr
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Raus mit diesen kriminellen Schlägern und ein lebenslanges Einreiseverbot. Solche Individuen werden in der CH nicht mehr geduldet. Antworten


Thomas Meier

01.03.2010, 12:13 Uhr
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Diese Gewaltexzesse erlebte ich nie in Kanada und nie in der USA! Was ist nur mit dieser CH-Gesellschaft los? Mir fällt einfach auf, dass häufig, wenn nicht gar mehrheitlich, Männer osteuropäischen Hintergrundes, an Schlägereien und anderen Gewalttaten beteiligt sind! Aber, das darf man ja nicht öffentlich sagen! Nur, wieso eigentlich nicht!? Anständige Osteuropäer leiden unter diesem Image! Antworten


Gerhard Boegli

01.03.2010, 11:02 Uhr
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Wann endlich werden solche kriminellen Elemente aus dem Balkan für immer aus der Schweiz entfernt. Es kommt der Tag an dem wir das selbst in die Hand nehmen wenn die Politik/Justiz dazu nicht fähig ist. Es ist halt nun mal eine Tatsache dass ein Grossteil der Migranten aus den Balkanländern sich nicht integrieren wollen und immer wieder Hauptelemente in kriminellen Tätigkeiten sind. Antworten



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